Mit Trinkwasser werden im Krankenhaus Patienten versorgt, aber auch das Personal und Gäste. Der tägliche Bedarf ist enorm: Allein ein Patient benötigt pro Tag eine Wassermenge von durchschnittlich 350 bis 1.000 l.
Darin enthalten sind z.B. die Mengen für die Körperhygiene, für Therapiebäder, Dialyse, Klimatisierung etc. Deshalb ist die Versorgung mit Trinkwasser ein Kostenfaktor, der erheblich ins Gewicht fällt und eine sorgfältige Auswahl des Wasserangebots notwendig macht.
Bezieht ein Haus sein Trinkwasser durch einen kommunalen Versorger, hat dieser für die Einhaltung der Qualitätsvorgaben nach der Trinkwasserverordnung (TwVO) bis zur Übergabestelle zu sorgen, und erst ab hier beginnt die Verantwortung des Krankenhauses für die Reinheit und Qualität an allen weiteren Entnahmestellen. Erschließt ein Krankenhaus jedoch ein eigenes Wasservorkommen, haftet der Krankenhausbetreiber sowohl für die Qualität bei der Gewinnung als auch bei der Verteilung seines Trinkwassers.
Gesundheitsgefährdung durch Trinkwasser
Immer wieder kommt es zu Verunreinigungen von Trinkwasser - auch im Krankenhaus. Dies kann zu fatalen Gesundheitsgefährdungen besonders bei immungeschwächten Patienten führen, aber auch zu enormen finanziellen Verlusten für den Krankenhausbetreiber. Patienten müssen ggf. verlegt und Operationen abgesagt werden, was zudem oft einen hohen Imageverlust bedeutet.
Trinkwasserarten
Trinkwasser aus der Leitung muss die Vorgaben der TwVo erfüllen. Die Desinfektion ist zulässig. Dasselbe gilt für abgepacktes Trinkwasser.
Natürliches Mineralwasser darf < 1 g gelöste Stoffe (Salze) enthalten bzw. > 6,5 g oder < 250 mg CO2 pro Liter, dann kann seine ernährungsphysiologische Anerkennung beantragt werden. Eine Desinfektion ist aber nicht zulässig.
Tafelwasser kann aus Trinkwasser oder Mineralwasser hergestellt werden. Die Menge gelöster Stoffe muss <2 g betragen. Auch hierfür ist eine Desinfektion nicht zulässig.
Quellwasser muss am Abfüllort die hygienischen Vorgaben wie beim Mineralwasser erfüllen, die chemischen Eigenschaften müssen der des Trinkwassers entsprechen.
Eine Desinfektion ist ebenfalls nicht zulässig.
Abgefüllte Wässer in Gebinden stehen in Ein- oder Mehrwegflaschen sowie in Wasserspendern zur Verfügung.
Entscheidungskriterien für die Wasserart
Bei der Entscheidung, welche Art von Wasser für die Versorgung von Patienten, Personal und Gästen die „richtige" ist, wird ein Pauschalurteil kaum möglich sein. Wichtig ist vielmehr die umfassende Abwägung der verschiedenen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Wässer nach vielfältigen Kriterien - auch der speziellen Gegebenheiten und Ansprüche.
Hierzu zählen einerseits die einwandfreie physikochemische Qualität, Hygiene, gesundheitliche Verträglichkeit und hohe Genusstauglichkeit. Andererseits sind auch eine hohe Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Belang. Dazu zählt die Logistik der Beschaffung, der Darbietung und der Entsorgung (etwa von Gebinden). Ein Punkt, der immer wichtiger wird bzw. werden sollte, ist die Nachhaltigkeit und eine günstige Ökobilanz. Mehr und mehr spielt heutzutage auch ein positives Image des Wasserangebots eine Rolle.
Vor- und Nachteile von:
Auf der Positivseite sprechen für Leitungswasser seine uneingeschränkte Verfügbarkeit und die meist sehr gute Qualität und Verträglichkeit. Es erfordert keine zusätzlichen Anschaffungen und keinen weiteren Logistikaufwand. Der zusätzliche Hygieneaufwand ist gering bis minimal, ebenso die Mehrkosten. Eine Kühlung ist auch nicht notwendig. Leitungswasser hat durch seine Nachhaltigkeit eine günstige Ökobilanz, denn bei kommunal genutzten Trinkwasservorkommen bleiben die Reserven bei ausgewogener Entnahme meist erhalten. Nachteilig sind die eingeschränkte Genusstauglichkeit in manchen Gebieten und der fehlende frische Geschmack bei abgestandenem Wasser. Die „Attraktivität" ist somit gering.
Vor- und Nachteile von Mineralwasser verhalten sich reziprok zu denen des Leitungswassers. Mineralwasser hat durch gezielte Werbemaßnahmen ein „gesundes" Image, steht in verschiedenen Geschmacksrichtungen und auch zur Versorgung von Bereichen ohne Zugang zum Wasserleitungsnetz zur Verfügung. Es ist allerdings nur eingeschränkt verfügbar, erfordert einen zusätzlichen Logistikaufwand, verursacht erhebliche Mehrkosten, ist nicht für jeden gleich verträglich, muss meist gekühlt werden und hat eine ungünstige Ökobilanz. Durch Tiefbohrungen können oberflächennähere, belastete Wasservorkommen in tiefere unbelastete Schichten eindringen, die Grundwasserspiegel sinken, und nicht erneuerbare Reserven schwinden.
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