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Krankenhaus-IT: Der Trend geht zum Outsourcing

13.04.2012
Frank Broscheit, Leiter der Abteilung Beratung und Vertrieb der RZV GmbH (Foto:RZV).
Frank Broscheit, Leiter der Abteilung Beratung und Vertrieb der RZV GmbH (Foto:RZV). Weiter

Vernetzung ist ein zentrales Thema in der Krankenhaus-IT. Durch die zunehmende Komplexität entscheiden sich immer mehr Krankenhäuser dafür, den Betrieb ihrer Systeme auszulagern.

Das Rechenzentrum Volmarstein in Wetter (RZV) hat den Kommunikationsserver „Ensemble" von InterSystems in ihr Leistungsportfolio aufgenommen. Frank Broscheit, Leiter Beratung & Vertrieb des IT-Dienstleisters, sprach über die Gründe für die neue Partnerschaft.

M&K: Welche Anwendungsumfelder werden momentan in den Kliniken vernetzt?

Frank Broscheit: Die IT-Systemlandschaft in einem Krankenhaus moderner Prägung besteht heute aus einer fast unüberschaubaren Zahl an Einzel-IT-Systemen. Grundlage bilden die Bereiche Patientenmanagement, Patientenabrechnung, Finanzbuchhaltung, medizinisches und administratives Controlling sowie die Personalabrechnung. Hinzu kommen spezialisiertere Lösungen wie Telefon- und Küchensysteme, Rechnungseingangsverarbeitung, medizinische und pflegerische Dokumentationssysteme sowie diverse Expertensysteme für Radiologie und Endoskopie.

Allerdings ist diese Aufzählung nur exemplarisch und verdeutlicht die Notwendigkeit eines leistungsstarken Kommunikationsservers, denn die meisten Systeme sind auf Informationen aus vor- bzw. nachgelagerten Systemen angewiesen. Diese Informationen werden in der Regel über Schnittstellenprozesse realisiert. Zentrale Informationen, z. B. welcher Patient sich im Krankenhaus auf welcher Station befindet, müssen vielen IT-Systemen bekannt gegeben, dürfen aber nur von einem zentralen, dem patientenführenden System, vergeben werden.

Damit dieses nicht mit allen anderen Systemen getrennt „sprechen" muss, wird in der modernen Krankenhaus-IT ein Kommunikationsserver als zentrales Instrument eingesetzt. Dieser nimmt Nachrichten entgegen, transformiert sie ggf. in andere Formate (Übersetzung in die Zielsprache des Empfängersystems), leitet die Nachricht weiter und prüft zum Teil sogar, ob das Zielsystem die Nachricht erhalten hat.

Thematisieren Ihre Kunden die krankenhausweite Vernetzung unterschiedlicher Systeme?

Frank Broscheit: RZV führt seit vielen Jahren Krankenhausinformationssysteme (KIS) ein.

Dafür werden Spezialsysteme für Medizin und Pflege von Meierhofer sowie für den Abrechnungs- und ERP-Bereich aus dem Hause SAP eingesetzt. Die Kommunikation zwischen den Systemen bedarf einer hohen Sicherheit, da viele Prozesse innerhalb dieser Systemlandschaft Grundlage für den sicheren Behandlungsprozess sind. Dafür setzte RZV auf einen selbst entwickelten Integrationsserver, der den Nachrichtenaustausch steuert und sicherstellt.

Was sind dabei die besonderen Herausforderungen, für die Sie als Dienstleister gefragt sind?

Frank Broscheit: Eine besondere Herausforderung ist sicherlich der Produktivstart. Hier gilt es sicherzustellen, dass alles ab einem bestimmten Termin reibungslos funktioniert. Oberstes Ziel ist, dass die Patientenversorgung zu keinem Zeitpunkt leidet. Als Dienstleister gewährleisten wir natürlich, dass die im Krankenhaus arbeitenden Systeme nicht nur mit dem Start, sondern permanent, schnell und sicher mit Informationen versorgt werden.

Das sind hohe Anforderungen, für die man ein leistungsstarkes Kommunikationssystem benötigt. Und genau dieser Herausforderung stellen wir uns künftig mit dem Kommunikationsserver "Ensemble" von InterSystems.

Warum haben Sie sich für die Partnerschaft mit InterSystems entschieden?

Frank Broscheit: Wir haben bereits vor einigen Jahren die Firma InterSystems in unserem Kundenumfeld kennengelernt. Anschließend fand ein intensiver Austausch statt. In verschiedenen Workshops wurde uns der Kommunikationsserver „Ensemble", besonders die Funktionsbreite der Lösung, vorgestellt. Wir identifizierten deutliche Mehrwerte für unsere Kunden, welche über den reinen Datenaustausch hinausgehen. Zudem verfolgt InterSystems, genauso wie wir, das Ziel, den Kunden bestmögliche Lösungen anzubieten.

Gibt es Kunden, die sich entschließen, die vorher von Ihnen betreute interne Lösung gegen eine ASP-Lösung auszutauschen?

Frank Broscheit: Natürlich. Hier ist entscheidend, wie sich ein Kunde aufstellt. Manche möchten die IT-Prozesse aus eigener Kraft stemmen; hier geraten die Einrichtungen allerdings zunehmend an ihre Grenzen. Die IT-Abteilungen der Kliniken müssen immer mehr und immer komplexere IT-Systeme betreuen und den laufenden Betrieb hierfür sicherstellen. Unser ASP-Ansatz bietet hier die Möglichkeit, auf Ressourcen der RZV zurückzugreifen und wichtige Systeme „aus der Steckdose" geliefert zu bekommen.

Dafür stellen wir in unserem Hochleistungsrechenzentrum eine zertifizierte Infrastruktur zur Verfügung, die eine Hochverfügbarkeit der Systeme und Daten gewährleistet. Wenn ein Krankenhaus sich hingegen einen eigenen Rechenzentrumsbetrieb aufbauen möchte, ist dies mit enormen Kosten verbunden.

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