21.05. - 23.05.2019
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Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2019

Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2019

Die digitale Revolution macht Unglaubliches möglich: Die Diagnostik schaut in Echtzeit zelluläre Prozesse im lebenden Organismus an und entschlüsselt genetische Krankheitsursachen. Therapien werden auf das Genom einzelner Individuen zugeschnitten und tödliche Krank- heiten immer häufiger zu chronischen Leiden reduziert. Es kommt zu überwältigenden Verbesserungen und Qualitätssteigerungen in der Gesundheitsversorgung. Jedenfalls theoretisch. Zwar verfügt das deutsche Gesundheitswesen über Wissen und Instrumente für den digitalen Fortschritt, aber bei der Umsetzung hakt es.

Für die elektronische Patientenakte und zur Vernetzung des Gesundheitswesens hat die US-Regierung 1996 und 2009 zwei große Gesetzeswerke geschaffen. Mit dem zweiten wurden gut 36 Milliarden US-Dollar Fördermittel bereitgestellt.

In Deutschland steht ein solcher gesamtgesellschaftlicher Kraftakt aus. Immerhin: Seit Kliniken und Praxen der Leistungserbringer von der Digitalisierungswelle erfasst worden sind, geht es mit dem einst so zähen Projekt der elektronischen Patientenakte unvermutet zügig voran. Drei Krankenkassenkonsortien führen sie gerade ein.

Doch was fehlt, sind – neben massiver Förderung – auch gesetzliche Rahmensetzungen. Denn bislang ist eine Interoperabilität zwischen den verschiedenen Patientenakten nicht sichergestellt. Zu wirkungsvollen Rahmenbedingungen des Gesetzgebers gehört aber ebenso die Festlegung technischer Standards wie die Anpassung von Berufsbildern in Medizin und Pflege, etwa indem zur Ausbildung auch das Fach Programmieren hinzukommt.

Das Motto des Hauptstadtkongresses 2019 lautet: „Gesundheitspolitik, Gesundheitsversorgung, Gesundheitsberufe in Zeiten der Digi talisierung“. Wir blicken in die Zukunft unseres Gesundheitswesens.

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