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Eine deutsch-französische Woche in Berlin

01.06.2024 - Anfang April fand die größte Messe im Bereich eHealth und IT in Berlin statt, die DMEA. Um frankophile Akteure des deutschen Gesundheitswesens und französische Beteiligte, die sich für den deutschen Markt interessieren, zusammenzubringen, fand am Vortag der Messe eine Veranstaltung in der französischen Botschaft in Berlin statt.

Was unterscheidet das französische Gesundheitssystem vom Deutschen? Wie weit ist man jenseits des Rheins? Was können beide Länder voneinander lernen? Ist der föderale Staat im Vergleich zum zentralistischen Staat eher ein Vorteil oder eine Entwicklungsbremse? Diese und weitere Fragen zum Thema der „Digitalisierung des Gesundheitswesens in Frankreich und in Deutschland: (Halbzeit-)Bilanz und Ziele“ wurden während dieses Events diskutiert.

Der Abend kurz zusammengefasst

Entscheidungsträger, Krankenkassen, Verbände, Politiker, Vertreter von Krankenhäusern und weitere Akteure des Gesundheitswesens haben sich für diesen Austausch auf den Weg in die Hauptstadt aus ganz Deutschland und Frankreich gemacht. Nach einem Grußwort des französischen Botschafters François Delattre haben die Staatssekretärin Dr. Antje Draheim und Herr David Sainati, stellvertretender Leiter der DNS im französischen Gesundheitsministerium (die Delegation für Digitalisierung im Gesundheitswesen) die Teilnehmer auch mit einer kurzen Rede begrüßt. Zwei Podiumsdiskussionen folgten. Die Erste zum Thema elektronische Patientenakte und ihr französisches Pendant „mon Espace Santé“. Als wichtige Information zu der französischen Varianten erklärte Sainati, dass 95% der Konten als Opt-Out Option erstellt wurden und dass 16% der Konten heute aktiv sind.

Die Zahl mag gering klingen, die Digitalisierung befindet sich aber in beiden Ländern noch in der Einführungsphase. Im Vergleich dazu sind in Deutschland erst 1% der Konten der ePA heute aktiv. Der Zweite Austausch widmete sich den Themen KI und EHDS mit ebenso hochkarätigen Rednern, wie in der ersten Diskussionsrunde. Dabei kam heraus, wie Prof. Thun betonte, dass der DigitalRadar-Score in Deutschland bei über 33 Punkte liegt, was ein besonders gutes Ergebnis in Europa sei. Die Digitalisierung beider Gesundheitssysteme bleibt ein spannendes Thema und beide Länder beobachten genau, was im Nachbarland passiert.

Aus welchem Anlass wurde solch ein Event organisiert?

Diese Veranstaltung wurde von Business France Deutschland, der französischen Agentur für Außenhandel und Exportförderung, in Zusammenarbeit mit Doctolib, das Vorbild der deutsch-französischen Kooperation im Gesundheitswesen, organisiert.

Business France führt zum 4. Mal den FHBG (French Healthcare Booster Germany) durch, ein Accelerator Programm, das innovativen französischen Unternehmen ermöglicht, bei der Einführung auf den deutschen Markt begleitet zu werden. Viele der Preisträger der diesjährigen Edition des FHBGs sind im Bereich Digital Health tätig. Die Idee, die Veranstaltung am Tag vor dem Start der DMEA abzuhalten, erschien logisch, so Business France.

Zum Abschluss des Tages durften sich noch die Unternehmen mit den Teilnehmern und den Sprechern des Abends in der Residenz des Botschafters über potentielle Kooperationen, Regularien und die Anforderungen des deutschen Marktes austauschen.

Wer sind diese Unternehmen?

- Ackomas: Anbieter regulatorischer Software mit einem agilen Management-Tool, das speziell für Medizinprodukte entwickelt wurde. Es stellt die kontinuierliche Übereinstimmung mit Regularien (z.B. Eudamed) sicher.

- Axomove: Entwickler einer komplexen, aber benutzerfreundlichen e-Health Lösung, basiert auf Telemonitoring der Patienten für eine optimierte Rehabilitation.

- Bio Logbook nutzt KI, Big Data und statistische Analysen, um personalisierte Optimalwerte innerhalb der Referenzschwellenwerte einer Laboranalyse zu ermitteln und ermöglicht so die Früherkennung biologischer Fehlfunktionen.

- Capteur Protect: Hersteller von Pflastern zum Schutz der Haut aber auch zum Schutz der Sensoren von Blutzuckermessgeräten. Die Produkte reduzieren den Verbrauch von Sensoren bei Diabetikern.

- Cousin Surgery: Implantate für die Viszeral- und Wirbelsäulenchirurgie.

- Hoppen: Patientenportal für optimale Verwaltung vor und während des Krankenhausaufenthalts.

- ID Solutions: Entwickler eines digitalen PCR-Verfahrens für den Nachweis und Monitoring im Prozess der onkologischen-aktivierenden Mutationen.

- Liaison Vocale: Entwickler der Ello!-Lösung, die sich an Gesundheitseinrichtungen richtet und eine bessere Patientenaufnahme durch Spracherkennung ermöglicht.

- RDS: Telemonitoring Lösung für post-operative Patienten.

- Unither Pharmaceuticals: CDMO, tätig in den Bereichen Rhinologie, Gastroenterologie, Herz-Kreislauf und Schmerztherapie.

- Valab: Anbieter einer Validierungssoftware für Labore.

Am nächsten Tag besuchte die französische eHealth Delegation die DMEA, um mehr über die Hauptthemen der Messe zu erfahren: KI und ihre ersten praktischen Anwendungen, die Qualität der Daten, die Interoperabilität der Systeme sowie die Einführung von Patientenportalen in Krankenhäusern.

Das ganze Team von Business France möchte sich bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken! Ihre Unterstützung, Ihre Teilnahme und Ihr Vertrauen, haben dazu beigetraten, diese Veranstaltung zu einem Erfolg zu machen und den deutsch-französischen Austausch weiter zu stärken. Notieren Sie sich bereits den 7. April 2025 in Ihren Kalender für die nächste Ausgabe dieses Events!

Kontakt

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Düsseldorf
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+49 211/300410

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