Personalia

Prof. Alf Giese neuer Direktor der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz

06.06.2011 -

Seit Mitte April ist Prof. Dr. Alf Giese Direktor der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz und Inhaber des Lehrstuhls für Neurochirurgie. Der 45jährige Mediziner wird in der Patientenversorgung den Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung hochmoderener Operationsmöglichkeiten legen. Im Fokus seiner Forschungsarbeiten steht insbesondere die Biologie von Hirntumoren.

„Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, mit Prof. Giese einen hervorragend ausgewiesenen Neurochirurgen nach Mainz zu holen. Ich bin sicher, dass er die Mainzer Neurochirurgie, die seit langem renommiert und international bekannt ist, erfolgreich weiterentwickeln wird", betont Univ.-Prof. Dr. Guido Adler, Medizinischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz. „Im Bereich der Forschung wird Prof. Giese den im letzten Jahr etablierten Forschungsschwerpunkt Translationale Neurowissenschaften nachhaltig stärken."

Prof. Dr. Giese steht für neue Behandlungsstrategien bei Hirntumoren und die Entwicklung innovativer medizintechnischer Verfahren im Bereich der Computer-assistierten Operationsverfahren, der Navigation und der intraoperativen Bildgebung. Dies betrifft den gesamten Bereich der neurochirurgischen spinalen und kranialen Behandlungsverfahren, wie beispielsweise die Entfernung komplexer Hirntumore in Beziehung zu funktionellen Hirnzentren, die Versorgung von Gefäßprozessen des Gehirns, so wie die Einbringung von Implantaten im Bereich der gesamten Wirbelsäule über minimal-invasive Zugänge.

Zu den klinischen Qualifikationen von Prof. Giese zählen neben einer neuro-intensivmedizinischen Ausbildung umfangreiche Erfahrungen mit intraoperativen elektrophysiologischen Verfahren zum Schutz von komplexen Hirn- und Nervenfunktionen.

Sein spezielles Interesse gilt den Wachkraniotomien - also neurochirurgischen Eingriffen, bei denen der Patient im wachen Zustand behandelt wird und deshalb Sprache und höhere Hirnleistung während der Operation getestet und vor Schädigung geschützt werden können - einschließlich der Monitoringverfahren komplexer neurologischer Funktionen. Neben diesen klinischen Forschungsprojekten war über die gesamte berufliche Tätigkeit die Erforschung der Biologie der Hirntumore ein wichtiger Aspekt der Arbeitsgruppe von Prof. Giese.

Im Labor für Translationale Neuroonkologie der Neurochirurgischen Klinik werden Strahlen- und Chemoresistenzmechanismen von Hirntumorstammzellen untersucht, die heute als Ursache des Therapieversagens vermutet werden. Innerhalb des neurowissenschaftlichen Schwerpunkts der Universitätsmedizin Mainz wird sich die Arbeitsgruppe von Prof. Giese mit dem Fokus der Analyse zellulärer und molekularer Mechanismen der Therapieresistenz von Hirntumoren einbringen und dies in klinische Strategien und Studien umsetzen.
„An eine lange Tradition der Neurochirurgischen Klinik in Mainz anknüpfend werden wir im Bereich der Patientenversorgung den Schwerpunkt auf den Aufbau und die Weiterentwicklung hochtechnisierter Operationsräume mit integrierter intraoperativer Bildgebung, optischer- und sensorbasierter Hirngewebeanalyse und auch der Hirnfunktionsanalyse legen", erläutert Prof. Giese. „Deren Ziel ist es die Resektion von Hirntumoren möglichst vollständig zu ermöglichen - bei gleichzeitigem Schutz der Hirnfunktionen." Ein weiterer Fokus ist die Übertragung von in der Hirnchirurgie bereits etablierten Verfahren und Technologien in den Bereich der Wirbelsäulenchirurgie.

„Auf Grund der technischen Ausstattung in Mainz", so Prof. Giese „bietet sich eine einzigartige Gelegenheit verschiedene Navigationsverfahren, 3D-Operationsplanung und Simulation, sowie Roboter-assistierte Verfahren für eine zukünftige minimal-invasive Wirbelsäulenchirurgie zu entwickeln."

 

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