Frühzeitige und langfristige Interferon-Therapie verbessert Prognose bei MS

  • Vorteile für MS-Patienten durch initiale Interferon beta-1b-Therapie im Vergleich zu ursprünglicher Placebobehandlung präsentiert von Dr. Sven Schippling, Universitätsspital Zürich, Pressekonferenz Bayer HealthCare Deutschland, Berlin 02.03.12.Vorteile für MS-Patienten durch initiale Interferon beta-1b-Therapie im Vergleich zu ursprünglicher Placebobehandlung präsentiert von Dr. Sven Schippling, Universitätsspital Zürich, Pressekonferenz Bayer HealthCare Deutschland, Berlin 02.03.12.

Während des 2. Hauptstadtsymposiums von Bayer HealthCare Deutschland wurden Neurologen, Apothekern und MS-Schwestern aktuelle Studienergebnisse zur Multiplen Sklerose-Therapie vorgestellt.

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Entmarkungserkrankung des zentralen Nervensystems, deren Ursache trotz großer Forschungsanstrengungen noch nicht geklärt ist. Die Krankheit ist nicht heilbar, jedoch kann der Verlauf durch Therapie günstig beeinflusst werden. MS ist neben der Epilepsie eine der häufigsten neurologischen Krankheiten bei jungen Erwachsenen. Frauen sind gegenüber Männern fast 4 mal häufiger betroffen. Schätzungen gehen von bis zu 130.000 Patienten in Deutschland aus. Die Behandlung erfolgt sowohl in Kliniken als auch durch niedergelassene Neurologen.

Frühzeitige Therapie

Was durch eine frühzeitige und auf lange Sicht konsequent fortgeführte Behandlung der MS zu erreichen ist, verdeutlichte während der Pressekonferenz Dr. Sven Schippling vom Universitätsspital Zürich anhand der Daten zur Therapie mit Interferon beta-1b. Erhalten Patienten den Immunmodulator bereits nach einem ersten auf eine Multiple Sklerose hinweisenden Ereignis , so kann dies eine signifikante Reduktion der Konversionsrate zu einer klinisch gesicherten MS auf der 25% Perzentile um rund ein Jahr bewirken.

Dies zeigten Ergebnisse der randomisierten, doppelblinden, plazebo-kontrollierten zweijährigen Phase der Benefit-Studie. Diese Verzögerung der MS-Manifestation scheint sich auf lange Sicht nach den Resultaten der offenen Extensionsphase der Studie über mittlerweile acht Jahre fort. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Konversion zur Clinically Definite Multiple Sclerosis signifikant um 32% über einen Zeitraum von acht Jahren im Vergleich zur verzögert einsetzenden Therapie. Zeigen konnten die 8-Jahresdaten der Benefit-Studie zudem eine signifikante Reduktion der jährlichen Schubrate durch eine frühe Behandlung mit Interferon beta-1b und ein über den Beobachtungszeitraum hinweg weitgehend stabilen Krankheitsverlauf.

Signifikante Überlebensvorteile

Daten über einen noch weitaus längeren Therapiezeitraum, die sich aus der Nachbeobachtung der RRMS-Zulassungsstudie von Betaferon generieren, ergeben nach Sven Schippling weitere relevante Vorteile: So zeigen die 16-Jahresdaten eine Reduktion der Entwicklung von Behinderungsmeilensteinen infolge der Erkrankung gemessen am EDSS (Expanded Disability Status Scale).

Die nun vorliegenden 21-Jahresdaten geben darüber hinaus den Hinweis auf einen signifikanten Überlebensvorteil in jener Patientengruppe, die initial und konsequent mit Betaferon behandelt worden war.

Weitere Fortschritte

Ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Optimierung der MS Therapie könnte der sich noch in der klinischen Entwicklungsphase befindliche Wirkstoff Alemtuzumab sein. So stellte Prof. Dr. Volker Limmroth, Direktor der Klinik für Neurologie und Palliativmedizin des Klinikums Köln-Merheim, die Ergebnisse des laufenden Entwicklungsprogramms mit Alemtuzumab bei der MS vor. In der Phase-II-Studie CAMMS-223 wurde die Schubrate laut Limmroth durch Alemtuzumab, das als Zyklustherapie einmal jährlich mit mehreren Infusionen an aufeinander folgenden Tagen verabreicht wird, um rund 70% im Vergleich zu einer aktiven Vergleichstherapie mit subkutan appliziertem Interferon beta-1a gesenkt. Gleichzeitig wurde die Behinderungsprogression signifikant vermindert.

Individuelle Betreuung

Neben Informationsmaterialien, telefonischer Beratung und Apps für I- bzw. smart phones zur Interferontherapie werden inzwischen von Bayer HealthCare Deutschland 8.000 MS-Patienten auch durch speziell geschulte Krankenschwestern betreut. Diese übernehmen in enger Kooperation mit dem behandelnden Arzt die anfängliche Schulung der Patienten, überwachen und kontrollieren die Injektionstechnik, unterstützen den Patienten in allen Fragen der Therapieeinstellung, überwachen die Patientencompliance und mögliche Nebenwirkungen.

Neurologie wichtiges ­Therapiefeld

„Bayer ist bei der Multiplen Sklerose Pionier mit langfristigem Engagement. Wir haben nicht nur als Erstes im Jahr 1993 eine wirksame, innovative Behandlung für die MS angeboten, sondern auch laufend in das klinische Entwicklungsprogramm, in ein umfassendes Begleitprogramm zur Steigerung der Compliance und in die Beratung für Ärzte und Patienten investiert", sagte Oliver Kohlhaas, Leiter der Geschäftseinheit Specialty Medicine bei Bayer HealthCare Deutschland.

„Die Neurologie ist und bleibt für Bayer ein wichtiges Therapiefeld. Daher wird auch in andere neurologische Indikationen investiert", betonte Kohlhaas. „Im Herbst 2011 haben wir den nicht-ergolinen Dopaminagonisten Rotigotin (Leganto) als innovative, hochmoderne Pflasterapplikation und somit als weitere Option zur Behandlung von Patienten mit einem Morbus Parkinson oder einem Restless-Legs-Syndrom auf den deutschen Markt gebracht."

 

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Bayer HealthCare AG

51368 Leverkusen

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