Studie: Gute Adhärenz und hohe Therapiezufriedenheit bei der Injektionstherapie

Patientenfreundliche Applikationssysteme sind bei MS vorteilhaft

Bei der Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) kommt es auf eine langfristig gute Adhärenz an, da bei mangelnder Therapietreue das Risiko für einen erneuten akuten Krankheitsschub steigen kann.

„Bei längeren Therapiepausen nimmt außerdem das Risiko für einen schweren MS-Schub deutlich zu“, berichtete Prof. Dr. Tjalf Ziemssen, Dresden, bei einem Pressegespräch von Bayer Vital anlässlich des 89. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Mannheim.

Eine hohe Therapieadhärenz kann auch das Morbiditäts- und letztlich ebenfalls das Mortalitätsrisiko mindern, zugleich eine geringere Nutzung von Gesundheitsleistungen zur Folge haben und somit auch geringere Kosten im Gesundheitswesen verursachen.

Unbedingt die Adhärenz fördern

Es sollten in der Praxis nach seiner Darstellung deshalb alle Chancen genutzt werden, um die Adhärenz der Patienten zu fördern. Möglich ist dies durch eine gute Arzt-Patientenbeziehung, durch eine umfassende Information und Schulung der Patienten hinsichtlich ihrer Erkrankung und deren Behandlung. Eine intensive Begleitung mittels eines Patienten-Unterstützungsprogramms wie beispielsweise dem Programm Betaplus ist dabei ebenfalls von zentraler Bedeutung, wie eine Befragung von in das Programm eingeschriebenen MS-Patienten verdeutlicht. Dabei erklärten 144 von 612 (23,5%) Befragten, sie hätten die Interferonbehandlung ohne Betreuung durch das Betaplus-Programm abgebrochen.

Wichtig ist bei der Injektionsbehandlung nach Ziemssen außerdem ein patienten-freundliches Applikationssystem. Die Patienten erwarten nach den Erfahrungen des Neurologen individuelle Einstellmöglichkeiten bei der Injektionstiefe und -geschwindigkeit, ein optisches und/oder akustisches Signal bei Injektionsende und eine insgesamt einfache Bedienung. Vorteilhaft sind ferner eine schnelle und sichere Durchführung der Injektion mit nicht sichtbarer Nadel sowie ein leiser elektronischer Injektionsvorgang mit der Möglichkeit, die Daten zu dokumentieren und später auslesen zu können.

Injektomat im Studientest

Gewährleistet sind diese Eigenschaften beim Betaconnect, was zu einer guten Compliance und einer hohen Patientenzufriedenheit beitragen kann.

Das zeigen nach Prof. Dr. Ingo Kleiter, Bochum, die Ergebnisse der nicht-interventionellen Studie Betaeval. Darin wurden die Compliance, die Adhärenz und die Therapiezufriedenheit bei 143 Patienten mit rezidivierend-remittierender Multipler Sklerose (RRMS) oder klinisch isoliertem Syndrom (CIS) untersucht, die mit Interferon-beta 1 b (Betaferon) - appliziert mittels des elektronischen Injektomaten Betaconnect - behandelt wurden.

In der prospektiven Beobachtungsstudie wurde eine mit 92% hohe Compliance festgestellt, ein laut Kleiter „beindruckend gutes Resultat“. Rund 58% der Patienten zeigten auch eine gute Adhärenz, injizierten also mindestens 80% der Medikation und nahmen zum Zeitpunkt der Auswertung noch an der Studie teil. Bezogen auf die noch an der Studie teilnehmenden Patienten, war die Adhärenz (definiert als mindestens 80% der Injektionen) nach 6 Monaten 80,5%, was nach Angaben des Neurologen ebenfalls ein sehr guter Wert ist. Die Nicht-Adhärenz war hauptsächlich durch eine frühzeitige Beendigung der Studie bedingt.

Geringere Analgetika-Einnahme

Für den Betaconnect spricht nach seiner Darstellung außerdem die Tatsache, dass die Mehrzahl der Patienten auf Befragen erklärten, bei der Injektion nur milde bis moderate Schmerzen zu erfahren, das Schmerzniveau unterschied sich dabei nicht wesentlich zu vorher genutzten Applikationssystemen (Betacomfort, Betaject Comfort, Betaject Lite). Zu Beginn der Studie nahmen 17 bis 18% der Patienten vorsorglich Analgetika ein, nach sechs Monaten aber nur noch 9%. Laut Kleiter nahm die Therapiezufriedenheit zu und zwar von 7,1 auf 8,4 Punkte auf einer Skala von 0 bis 10.

Die hohe Therapiezufriedenheit mag aber auch durch die hohe Benutzerfreundlichkeit des Injektomaten bedingt sein. Immerhin gaben nach sechs Monaten mehr als 98% der Patienten an, dass die Handhabung des Injektomaten benutzerfreundlich ist und mehr als 78% nutzten den Injektomaten nach eigenen Angaben mit einem hohen Selbstvertrauen. Mehr als 82% der Studienteilnehmer erklärten nach sechs Monaten explizit, den Betaconnect gegenüber dem vorher genutzten Applikationssystem zu bevorzugen.

 

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