Ambient Assisted Living als Chance im Krankenhaus

Demografischer Wandel in Deutschland – nur ein Anstieg von Krankenhausfällen und Verweildauer?

Im März veröffentlichte das Statistische Bundesamt zum Thema „Demografischer Wandel in Deutschland" das Heft: „Auswirkungen auf Krankenhausbehandlungen und Pflegebedürftige im Bund und in den Ländern". Aufgrund der Verschiebung der Altersstruktur der Patienten wird prognostiziert, dass die Fallzahlen im Krankenhaus im Bundesschnitt im Zeitraum bis 2030 von 17 Mio. um bis zu 12 % auf 19 Mio. und die Verweildauer um 0,5 Tage steigen wird. Grund hierfür ist die Zunahme der Über-60-Jährigen, also jener Altersgruppe mit einem starken Anstieg an Krankenhausfällen.

Aktuell gibt es in Deutschland ca. 2,3 Mio. Personen, die pflegebedürftig sind. Die Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes geht - je nach Szenario - von einer Steigerung auf 3,0 Mio. bzw. 3,4 Mio. bis zum Jahr 2030 aus. Hierzu trägt die Zunahme von an Demenzerkrankten bei: Unter den 60-Jährigen sind nur ca. 2 % von dieser Erkrankung betroffen, unter den Über-90-Jährigen bereits ein Drittel. Für 2030 wird ein Anstieg an Demenz Erkrankten von heute 1,2 Mio. auf 1,7 Mio. erwartet.
Unabhängig von akuten oder chronischen Erkrankungen geht ein höheres Alter aber auch mit allgemeinen Funktionseinschränkungen einher, welche die Fähigkeiten der Orientierung, der Selbsthilfe, der Mobilität, der Verständnisfähigkeit mindern. Mit dem 80. Lebensjahr erhöhen sich Abhängigkeiten von der Hilfe anderer deutlich. Beispielsweise wird es nur wenigen 80-jährigen Patienten - auch unter Anleitung - möglich sein, den für die Thrombose-Behandlung oder -Prophylaxe notwendigen Stützstrumpf eigenständig an- oder auszuziehen.

Ambient Assisted Living als Chance im Krankenhaus
In o. g. Publikation werden höhere Fallzahlen bei längerer Verweildauer prognostiziert. Wie verhält es sich jedoch mit dem Personalschlüssel, wenn die Anzahl älterer Patienten stark ansteigt? Welche Alternativen gibt es für die Betreuung von Patienten mit kognitiven oder motorischen Beeinträchtigungen mit erhöhten Betreuungs-, Pflege- und Fürsorgeaufwand sind verfügbar?

Ambient Assisted Living bezeichnet Assistenzsysteme, welche sich intelligent in die Umwelt integrieren und Menschen in allen Lebenslagen helfen, ihre Eigenständigkeit zu erhalten und ihr Leben selbst­bestimmt zu gestalten.

Diese Art Technik eignet sich auch, ältere Patienten im Krankenhaus besser zu betreuen und ihnen den Übergang aus dem Krankenhaus in die eigene Wohnung zu erleichtern.

Patienten, die sich nicht mehr zielsicher und eigenständig im Haus bewegen können, müssen durch Personal begleitet werden. Verbesserte Kommunikationskonzepte (gute, ausreichend große und plakative Beschilderung, Farben), aber auch die Unterstützung durch technische Leit- und Monitoringsysteme können Entlastung bringen. Kenntnis des Aufenthaltsortes kann ggf. eine Fixierung ersparen. Technische Mobilisierungshilfen fördern den Kräfteaufbau und die Stärkung des Gleichgewichtes. Intelligente Sturzprotektoren kombiniert mit Telemonitoring ermöglichen eine sichere Ausweitung des Bewegungsradius bei gleichzeitiger Kontrolle des Gesundheitszustandes.

Neben einem intelligenten Überleitungsmanagement stellt ein elektronischer, vorbefüllter Medikamenten-Blister sicher, dass aus dem Krankenhaus mitgegebene Medikamente über das Wochenende zur richtigen Zeit in der richtigen Dosis eingenommen werden. IT-Infrastruktur gewährleistet, dass nachbehandelnde Ärzte, aber auch Familienangehörige oder sonstige mit der Betreuung befasste Personen oder Einrichtungen die Informationen bekommen, die für ihren Umgang mit den Patienten sinnvoll sind.

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