Personalia

Amtswechsel an der Neurologie der Würzburger Uniklinik

25.10.2010 -

Anfang Oktober dieses Jahres übernahm Prof. Jens Volkmann das Amt des Klinikdirektors der Neurologischen Klinik des Würzburger Universitätsklinikums. Er trat damit die Nachfolge von Prof. Klaus Viktor Toyka an, der die Klinik in den vergangenen 21 Jahren erfolgreich geleitet hatte.

„Ich freue mich, von meinem Vorgänger eine so kraftvolle Klinik übernehmen zu können", betonte Prof. Jens Volkmann bei der Stabübergabe der Neurologischen Klinik des Würzburger Universitätsklinikums am 1. Oktober 2010. Der 42-Jährige löste an diesem Tag Prof. Klaus Viktor Toyka ab, der der Klinik seit dem Jahr 1989 vorstand.

Würzburger Neurologie breit aufgestellt
In diesen 21 Jahren hat Prof. Toyka die Neurologie der Uniklinik zu einer der größten neurologischen Kliniken Deutschland mit einer breiten wissenschaftlichen und klinischen Basis ausgebaut. So wurde in seiner Amtszeit beispielsweise das von Prof. Michael Sendtner geleitete Institut für Klinische Neurobiologie ausgegründet und die von Prof. Rudolf Martini geführte Arbeitsgruppe Entwicklungsneurobiologie installiert. Beide Einrichtungen haben sich nach Angaben von Prof. Toyka in den letzten Jahren als „besonders forschungsstark" erwiesen.
Zu den persönlichen Spezialgebieten des scheidenden Klinikdirektors zählen neuromuskuläre Erkrankungen, klinische und experimentelle Neuroimmunologie, Neurophysiologie sowie die Neurologische Intensivmedizin.

Prof. Toyka: Eine Experte für Multiple Sklerose
Besonders große Verdienste hat sich der 1945 geborene Toyka bei der Erforschung und Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) erworben. Für sein Engagement für MS-Betroffene wurde ihm beispielsweise im Jahr 2005 als Vorsitzenden des Ärztlichen Beirats der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft der „AMSEL-Förderkreis Ursula Späth-Preis" verliehen. Seit wenigen Monaten ist Prof. Toyka außerdem Träger des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Prof. Toyka: Ein engagierter Kammermusiker
Spätestens seit der Auszeichnung mit der städtischen Kulturmedaille im Jahr 2008 ist der Mediziner darüber hinaus vielen Würzburgern als passionierter und speziell in der lokalen Kammermusik-Szene engagierter Violinist bekannt. So organisierte er zum Beispiel zusammen mit seiner Frau im Hörsaal der Neurologie und im Toscana-Saal der Residenz über 200 Konzerte, die er zum Teil auch selbst als Musiker mitgestaltete.

Zwei Düsseldorfer „Jongens" lösen sich ab
Mit seinem Nachfolger verbindet ihn unter anderem, dass beide wesentliche Teile ihrer Ausbildung an der Neurologischen Klinik der Düsseldorfer Universität unter Leitung von Prof. Hans-Joachim Freund erhielten. „Ich vermute, dass nicht zuletzt diese Tatsache dazu beigetragen hat, dass der Amtsübergang so bruchlos und organisch vonstatten ging", freute sich Prof. Toyka beim Stabswechsel Anfang Oktober.

Prof. Volkmann: ein Spezialist für Morbus Parkinson
Prof. Jens Volkmann war vor seinem Wechsel nach Würzburg zuletzt an der Universitätsklinik Kiel als Leitender Oberarzt und Vertreter des Klinikdirektors tätig. Zu den zentralen wissenschaftlichen und klinischen Themen des im Jahr 1967 im nordrheinwestfälischen Velbert geborenen Mediziners zählt die Parkinsonerkrankung. Beispielsweise hat Volkmann in Kiel, zusammen mit Kollegen aus der dortigen Neurochirurgie, die tiefe Hirnstimulation etabliert. Bei dieser, von seinem Vorgänger Prof. Toyka als „schlichtweg revolutionär" bezeichneten Therapieform werden mit Hilfe von implantierten Hirnelektroden und einem Schrittmachersystem krankhafte Nervenzellaktivitäten im Gehirn ausgeschaltet. Diese Fehlleistungen des Nervensystems sind verantwortlich für Bewegungsstörungen, wie Zittern, Verkrampfungen oder Minderbeweglichkeit - zum Beispiel bei der Parkinson-Krankheit.

Neuroprothesen als Entwicklungsziel
Seine international anerkannte Expertenstellung bei der Parkinson-Behandlung führte dazu, dass Volkmann in den letzten Jahren mehrfach in die engere Wahl verschiedener neurologischer Lehrstühle genommen wurde, beispielsweise in Aachen, Köln und München. In Würzburg bietet sich ihm nun die Gelegenheit, seine wissenschaftlichen und therapeutischen Pläne zu verwirklichen. „Meine Vision ist, dass wir fehlende oder gestörte Hirnfunktion in der Zukunft durch technische Systeme, wie Neuroprothesen und Schrittmacher, ersetzen können, die eines Tages genauso normal sein werden, wie der Herzschrittmacher in der Kardiologie", skizziert Volkmann.

Neurologische Intensiv- und Notfallmedizin gefragt
Dass die Neurologie insgesamt ein medizinischer „Trendbereich" ist, lässt sich unter anderem daran ablesen, dass sich die Zahl der neurologisch betreuten Patienten in Deutschland in den letzten 15 Jahren verdoppelt hat. Das liegt laut Prof. Volkmann nur zum Teil am demographischen Wandel, der eine Häufung typischer Alterserkrankungen, wie neurodegenerative Demenz oder Schlaganfall, mit sich bringt. „Der wichtigere Grund ist der Wandel der Neurologie von einem traditionell diagnostischen zu einem therapeutischen Fach", erläutert der Neu-Würzburger. „Erst durch die rasant verbesserten Behandlungsmöglichkeiten sehen viele Patienten einen Sinn darin, sich neurologisch vorzustellen." Heute sei jeder dritte Patient in den Notaufnahmen der Großkliniken ein neurologischer Patient. Hierzu gehörten in erster Linie die Schlaganfallpatienten, aber auch Krampfanfälle, unklare Bewusstseinsstörungen, akute Kopfschmerzen sowie entzündliche Hirnerkrankungen. Volkmann, der wie sein Vorgänger über die Facharzt-Zusatzbezeichnungen für Geriatrie und spezielle neurologische Intensivmedizin verfügt, umreißt seine diesbezüglichen Pläne für die nahe Zukunft: „Eine der ersten klinischen Aufgaben, die ich intensiv angehen werde, ist eine stärkere Vernetzung der Neurologischen Universitätsklinik mit der Notfallversorgung - inklusive der hierfür erforderlichen baulichen und Infrastrukturellen Maßnahmen." Dieses Anliegen werde vom Klinikumsvorstand unterstützt und erste Planungen hätten bereits begonnen.

Prof. Toyka als Senior-Professor weiter aktiv
Auch für Prof. Toyka wird das Ende seiner Dienstzeit als Direktor der Neurologie übrigens noch keineswegs Ruhestand bedeuten. Vielmehr wird er als Senior-Professor an der Medizinischen Fakultät weiterhin an Forschungsprojekten und Lehraufgaben in Würzburg und an anderen deutschen und ausländischen Universitäten teilhaben. Hinzu kommen die Mitarbeit in Beratungsgremien sowie neue kulturelle Herausforderungen.

 

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