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Bessere Hygienestandards zum Schutz vor Krankenhausinfektionen notwendig und machbar

07.12.2010 -

Bessere Hygienestandards und ein optimiertes Hygienemanagement können Kliniken dabei unterstützen, der wachsenden Herausforderungen durch Krankenhausinfektionen und der rasanten Verbreitung multiresistenter Erreger entgegenzutreten. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung der P.E.G. Akademie in München haben heute Experten verschiedener Disziplinen Lösungsstrategien für eine Verbesserung der Infektionsprävention vorgestellt und diskutiert. Die Referenten waren sich einig: Ein Drittel aller Krankenhausinfektionen kann vermieden und die Ausbreitung multiresistenter Keime weitgehend eingedämmt werden. Voraussetzungen dafür sind Optimierungen im Hygienemanagement und ein konsequentes Screening auf die gefährlichen Erreger oder ein konsequentes Screening aller Risikopatienten.

Johannes Singhammer, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für den Bereich Gesundheit, begrüßte in seinem Einführungsvortrag die Initiativen auf verschiedenen Ebenen, das Hygienemanagement zu verbessern und wirksame Strategien gegen Krankenhausinfektionen zu entwickeln.

Dazu werde in der Koalition gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium geprüft, wie die Hygienevorschriften bundesweit eingeführt werden können. Denn bisher haben lediglich fünf Bundesländer eigene Krankenhaushygieneverordnungen erlassen. Wichtig sei es, so der Politiker, dass die vorhandenen Programme zum Patientenschutz jetzt schnell umgesetzt würden.

„Laut der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene kommt es jedes Jahr in Deutschland zu etwa 600.000 Krankenhausinfektionen mit bis zu 40.000 Todesfällen", erläuterte Dr. Alexander Mellmann vom Universitätsklinikum Münster. „Bei diesen Ausmaßen können wir von einer schleichenden Pandemie sprechen." Neben dem menschlichen Leid verursachen Krankenhausinfektionen enorme Kosten für das Gesundheitswesen. „Die vorliegenden Daten lassen auf direkte Mehrkosten durch Krankenhausinfektionen von mindestens 1,5 Milliarden Euro im Jahr schließen", so Dr. Jan Helfrich von der DAK - Unternehmen Leben.

Dabei stehen effiziente Strategien für den Infektionsschutz zur Verfügung. So hat Dr. Christoph Hoppenheit als Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Münster eines der engagiertesten Programme zur Bekämpfung von MRSA umgesetzt. „Schon heute ist es für Kliniken möglich, mit geringem Kostenaufwand das Hygienemanagement signifikant zu verbessern. Wenn alle Verantwortlichen zusammenarbeiten, kann sogar eine deutliche Kostenreduktion erreicht werden", so der Ökonom.

„Die konkrete Umsetzung der Infektionsprävention in Kliniken beginnt in den Köpfen der Mitarbeiter", betonte Prof. Dr. Reinier Mutters, Leiter der Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Marburg. Um einen Bewusstseinswandel zu erreichen, sollte jede Klinik über ausreichend Hygienefachpersonal verfügen und gezielte Weiterbildungen anbieten. Um die Verbreitung von multiresistenten Krankenhauskeimen zu bekämpfen, seien darüber hinaus umfassendes präventives Screening, die konsequente Umsetzung von Hygienemaßnahmen, zu denen auch die Isolation von kolonisierten Patienten gehören kann, sowie restriktive aber rationale Antibiotikarichtlinien notwendig.

Die Veranstaltung wurde von der P.E.G. Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft e. G. in Kooperation mit BD organisiert.

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