Der Gefäßchirurgische Forschungspreis 2023 der DGTHG geht an zwei Preisträgerinnen
Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie verlieh im Rahmen der 52. Jahrestagung 2023 in Hamburg den Gefäßchirurgischen Forschungspreis, dotiert mit 5.000 Euro an zwei Preisträgerinnen.
Je 2.500 Euro erhielten Dr. med. Kathrin Assmann (35), MHBA, Klinik für Herzchirurgie Universitätsklinikum Düsseldorf, für ihre Arbeit A Role for Peroxisome Proliferator-Activated Receptor Gamma Agonists in Counteracting the Degeneration of Cardiovascular Grafts und Dr. med Agunda Chekhoeva (34), Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf, für ihre Arbeit Dichloroacetate inhibits the degeneration of decellularized cardiovascular implants. Die Preisübergabe fand im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Jahrestagung durch den DGTHG-Sekretär Prof. Dr. Andreas Markewitz statt; erstmalig nach der Pandemie wieder in Präsenz.
A role for peroxisome proliferator-activated receptor gamma (PPARy) agonists in counteracting the degeneration of cardiovascular grafts
Hinsichtlich Verlängerung der Haltbarkeit kardiovaskulärer Prothesen wurde das anti-degenerative Potenzial von Pioglitazon, einem anti-inflammatorischen PPARγ-Agonisten mit protektiven Effekten auf Nativklappen, untersucht. Kryokonservierte Aortenkonduits aus Sprague Dawley-Ratten wurden in die abdominelle Aorta von Wistar-Ratten implantiert. Die Hälfte der Wistar-Ratten erhielt eine perorale Pioglitazon-Behandlung. Nach 4 oder 12 Wochen erfolgte die Auswertung. Es konnte gezeigt werden, dass Pioglitazon inflammatorische Prozesse in den Prothesen signifikant reduziert. Ebenso waren Kalzifizierung und osteochondrogene Differenzierung der Aortenkonduits in der Pioglitazon-Gruppe signifikant geringer. Auch der hämodynamische Outcome zeigte sich signifikant besser. In einer weiteren Studie wurden Hypercholesterinämie und Adipositas durch eine hochkalorische Ernährung der Ratten induziert, und der Versuch analog zum ersten durchgeführt. Auch hier zeigten sich eine signifikant reduzierte Kalzifizierung der Aortenkonduits sowie ein signifikant verbesserter funktioneller Outcome in der Pioglitazon-Gruppe. Zusammengefasst zeigt die systemische Pioglitazon-Therapie einen signifikanten anti-degenerativen Effekt in kardiovaskulären Prothesen sowohl für einen regulären Metabolismus als auch für eine prodegenerative Stoffwechsellage mit Hypercholesterinämie und Adipositas.
Dichloroacetate inhibits the degeneration of decellularized cardiovascular implants
Autologe Gefäße wie die Vena saphena und die A. thoracica interna bleiben die ideale Ressource, aber nicht alle Patienten verfügen über ausreichende oder gesunde autologe Transplantate für die Gefäßtransplantation. Tissue engineerte Gefäßprothesen, insbesondere dezellularisierte Implantate, stellen eine neue Quelle für Gefäßprothesen dar, die im Vergleich zu Transplantaten mit klinischem Standard eine verbesserte Lebensfähigkeit, Biokompatibilität und biologische Aktivität aufweisen können. Eine Hauptursache des Transplantatversagens ist die frühe Neointima-Hyperplasie, die hauptsächlich durch die Proliferation von Myofibroblasten verursacht wird und zu einer fortschreitenden in-vivo-Degeneration führt. In unserer Studie wurden dezellularisierte Aortentransplantate von Spenderratten mit Fibronektin beschichtet und in die infrarenale Aorta der Empfängerratten implantiert. Ratten in der experimentellen Gruppe erhielten Dichloroacetat über Trinkwasser. Nach zwei und acht Wochen wurden die Transplantate explantiert und durch Histologie und Immunfluoreszenz untersucht. Die systemische DCA-Behandlung reduzierte die Neointima-Bildung bei dezellularisierten arteriellen Transplantaten und ermöglichte gleichzeitig eine schnelle Reendothelialisierung der Implantate. Darüber hinaus schützte DCA die Transplantate vor Verkalkung.


Anbieter
Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG)Langenbeck-Virchow-Haus Luisenstraße 58/59
10117 Berlin
Deutschland
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