Medizin & Technik

DFG-Projekte mit der TMF beenden zweite Förderphase

10.10.2022 - Passgenaue Infrastrukturen sind ein kritischer Erfolgsfaktor für die medizinische Forschung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert deshalb seit 2016 acht wissenschaftliche Methodenprojekte mit insgesamt 10 Millionen Euro, die solche Infrastrukturen in enger Zusammenarbeit mit der TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. – aufgebaut haben.

Damit setzt die DFG ein wichtiges Signal für die Weiterentwicklung der medizinischen Forschung und für die Nachhaltigkeit der dazu notwendigen Infrastrukturen. „Durch die TMF sind viele fruchtbare Synergien zwischen den Projekten und Personen sowie zu anderen Wissenschaftsinitiativen entstanden“, lobte Katja Hartig von der DFG auf dem gemeinsamen Abschlussworkshop der geförderten DFG-Forschungsprojekte in Berlin den Erfolg der Fördermaßnahme. 

Verzahnung von Methodenplattform mit Methodenprojekten

Die durch die DFG geförderten Methodenprojekte adressieren eine große Bandbreite methodischer Themen – von der Analyse der Datenqualität über das standardisierte Einwilligungsmanagement bis zur Planungsunterstützung für interoperable Informationssysteme. Die TMF unterstützt die Projekte als Koordinationsstelle. In dieser Rolle nimmt sie neben einer fachlichen Projektberatung insbesondere ihre Rolle als Community-Plattform wahr. „Die TMF hat die einzelnen Projekte im Rahmen der DFG-Förderung als Partner, Koordinator und Berater unterstützt“, fasst Thomas Bahls von der Universität Greifswald stellvertretend für das RADAR-Projekt zusammen. „Die Besonderheit einer Plattform wie der TMF besteht hier ganz klar in dem Zusammenspiel von fachlicher Heterogenität und interdisziplinärer Vernetzung. Dadurch konnten in den Projekten Impulse gesetzt werden, die zu ganz neuen Lösungen geführt haben.“

Synergien zwischen den Projekten fördern

Durch die Arbeit der TMF konnten vielfältige Verknüpfungen und Synergien zwischen den Projekten hergestellt werden. Umgesetzt wurde das unter anderem durch die enge Anbindung der Projekte an die verschiedenen Arbeitsgruppen der TMF, die die Projekte kontinuierlich beraten und begleitet haben. „Die Möglichkeit zum Austausch mit den Fach-Communities in den TMF-Arbeitsgruppen wurde von den Projekten sehr gut angenommen und intensiv genutzt“, resümiert Dr. Johannes Drepper, wissenschaftlicher Referent der TMF. Die Diskussion mit den Experten der Arbeitsgruppen ermöglichte einen kontinuierlichen wissenschaftlichen Input für die Projekte während der gesamten Laufzeit. Insbesondere die IT-bezogenen Projekte nutzten den Austausch mit der Medizininformatik-Initiative (MII) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der sowohl über die TMF-Arbeitsgruppen als auch über die Begleitstruktur der MII erfolgte. „Die kurzen Wege und die Vernetzung mit anderen Projekten mit ähnlich gelagerten Herausforderungen ist ein großer Mehrwert, den die TMF bietet“, fasst PD Dr. Dr. Michael Kiehntopf vom Uniklinikum Jena zusammen. Sebastian Stäubert vom Uniklinikum Leipzig hob hervor, dass „die DFG-Vorgabe der Vernetzung mit anderen Projekten uns gezwungen hat, aus der Theorie in die Praxis zu gehen. Für uns war das ein großer Gewinn und es hat unser Projekt besser gemacht.“

Fachliche Unterstützung der Einzelprojekte durch die TMF

Neben einer koordinierenden und vernetzenden Funktion unterstützte die TMF die Einzelprojekte weiterhin durch ihre wissenschaftliche, strategische und organisatorische Expertise. Das innovative Konzept der DFG, mit dem TMF-Zentralprojekt quasi einen Pool verschiedener datenschutzrechtlicher, juristischer und IT-Expertisen vorzuhalten, erwies sich als sehr erfolgreich. Dabei konnte die TMF aufgrund der durchgehenden Förderung

sowohl zeitlich als auch inhaltlich flexibel auf die jeweiligen Anforderungen der Projekte reagieren und auch Arbeiten leisten, die bei Antragstellung entweder nicht absehbar oder nicht vorgesehen waren.

Nachhaltige Bereitstellung und Verbreitung der Ergebnisse

Die Ergebnisse der geförderten Methodenprojekte werden auf den Plattformen und Kanälen der TMF verbreitet, damit eine breitere Community von Forschenden davon profitiert. Durch den ToolPool Gesundheitsforschung steht den Projekten eine zentrale und in der Community sichtbare Austauschplattform für Forschungstools und Instrumente zur Verfügung. Die Weiterentwicklung des Toolpool-Portals als Teil der Arbeiten im TMF-Zentralprojekt hat die nachhaltige Bereitstellung und Dissemination der Ergebnisse nicht nur in der DFG-Förderinitiative vorangebracht, zusätzliche Funktionen stehen zukünftig auch anderen Projekten zur Verfügung.

Die geförderten Projekte im Überblick:
• Standards und Werkzeuge zur Beurteilung der Datenqualität in komplexen epidemiologischen Studien. Projektleitung: PD Dr. Carsten Oliver Schmidt, Greifswald
• MAGIC – Mainzelliste, Samply.Auth und der Generische Informed Consent Service als Open-Source-Werkzeuge für Identitäts-, Einwilligungs- und Rechtemanagement in der medizinischen Verbundforschung. Projektleitung: Dr. Martin Lablans, Heidelberg
• Planungsunterstützung für interoperable Informationssysteme in der klinischen Forschung (3LGM2IHE). Projektleitung: Prof. Dr. Alfred Winter, Leipzig
• Weiterentwicklung und Etablierung des Nationalen Metadata Repositories (NMDR). Projektleitung: Prof. Dr. Alfred Winter, Leipzig
• Untersuchungen zum Einfluss dezentraler Strukturen im Bereich von Biomaterialbanken auf die Qualität von Biomaterialproben. Projektleitung: PD Dr. Karoline I. Gaede, Borstel
• Anonymisierte Routinedaten aus der ambulanten Versorgung für die Versorgungsforschung, RADAR. Projektleitung: Prof. Dr. Eva Hummers-Pradier, Göttingen
• CandActCFTR, eine Datenbank für Wirkstoffe, die die Funktion von CFTR bei Mukoviszidose verbessern. Projektleitung: PD Dr. rer. nat. Frauke Stanke, Hannover
• Semantische Textanalyse zur qualitätskontrollierten Extraktion klinischer Phänotyp-Information im Healthcare Integrated Biobanking (STAKI2B2). Projektleitung: PD Dr. Michael Kiehntopf, Jena
• TMF-Koordinationsantrag. Projektleitung: Prof. Dr. Michael Krawczak, Kiel

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