Die Kliniken Südostbayern gewinnen den Deutschen CHANGE Award 2018

Lean-Methodik und Shopfloormanagement zur Verbesserung der Patientenorientierung

  • Der Preisträger und die Nominierten: v.l.n r. Sebastian Holm, Regionalgeschäftsführer Bayern Süd der Sana Kliniken, Dr. Stefan Paech, Medizinischer Vorstand Kliniken Südostbayern und Dr. Manfred Wagner, Medizinischer Direktor des Klinikum FürthDer Preisträger und die Nominierten: v.l.n r. Sebastian Holm, Regionalgeschäftsführer Bayern Süd der Sana Kliniken, Dr. Stefan Paech, Medizinischer Vorstand Kliniken Südostbayern und Dr. Manfred Wagner, Medizinischer Direktor des Klinikum Fürth

Auch dieses Jahr hat das BQS Institut für Qualität und Patientensicherheit auf dem Gesundheitswirtschaftskongress in Hamburg den Preis für das beste Changemanagement-Projekt des Jahres vergeben.

Dieses Mal ging der Award an Dr. med. Stefan Paech, dem medizinischen Vorstand der Kliniken Südostbayern AG. Überreicht wurde die begehrte Trophäe von den Jury-Mitgliedern Ministerialrat Dr. Alexander Schmidt-Gernig aus dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Geschäftsführer des Dezernates für Personalwesen und Krankenhausorganisation Dr. med. Bernd Metzinger aus der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

„Ein fantastisches Projekt, das mit seinem methodischen Ansatz professionell genau dort ansetzt, wo es trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage um die exzellente Patientenversorgung geht, die wir uns in jedem deutschen Krankenhaus nicht nur wünschen, sondern der Gesetzgeber in Zukunft erbarmungslos einfordern wird. Ein wirkliches und richtungsweisendes CHANGE- und Exzellenz-Projekt.“ so Felix Dorn, Mitglied der Geschäftsleitung des BQS Institut und Verantwortlicher für den Deutschen CHANGE Award.

Neben den Kliniken Südostbayern waren auch das Krankenhaus Rummelsberg und das Klinikum Fürth nominiert. Hierzu Frau Dr. Martina Oldhafer, Vorsitzende der Jury und Leitung Changemanagement am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein: „Dieses Jahr war schon etwas Besonderes. Die drei Nominierten thematisierten gleich drei zentrale Themen, die uns in der Patientenversorgung, aber auch in der strategischen Klinikmanagementebene umtreiben. Neben den Kliniken Südostbayern mit einem hervorzuhebenden Ansatz der Stationsprofessionalisierung, hat das Klinikum Fürth mit einem Kulturprojekt im Zeichen von Positive Leadership an der Wurzel der wirksamen Führung angesetzt und das Krankenhaus Rummelsberg als Teil der Sana Kliniken AG mit dem Aufbau eines Zentrums für die Versorgung von Querschnittsgelähmten mit Einbezug von Patienten und allen in der sektorenübergreifenden Versorgung Beteiligten außergewöhnlich bewiesen, wie ein erfolgreiches und nachhaltiges Versorgungsmodell auf die Beine gestellt werden muss.

Alle samt mit einer überzeugenden Methodik des Changemanagements.“

Zum Gewinnerprojekt:

Im Zuge einer Sanierungsphase in wirtschaftlich angespannter Ausgangslage hat die Kliniken Südostbayern AG (KSOB) eine Lean Management-Strategie entwickelt, welche die Bedürfnisse des Patienten in den Fokus setzt und gleichzeitig die Produktivität steigert.

Die KSOB hat bewusst auf umfängliche externe Unterstützung bei der Umsetzung verzichtet und nutzte stattdessen vorhandene personelle Ressourcen. Die bestehenden Strukturen wurden allerdings punktuell ergänzt und koordiniert mithilfe neuer  Organisationsstrukturen und der eigens dafür geschaffenen Positionen einer Generalbevollmächtigten für Prozessmanagement sowie einen Lean Management Experten komplimentiert.

Schon während der Startphase im Sommer 2015 wurde deutlich, dass alle im Unternehmen vorhandenen Ansätze und Methoden aus Qualitäts-, Prozess- und Projektmanagement einzubinden sind; wobei „Lean“ kein weiteres abgegrenztes Management-Projekt sein, sondern dauerhaft tagtäglich überall im Unternehmen erfolgen sollte.

Zentraler Bestandteil im Rahmen der Umsetzung des Lean Management-Ansatzes war dabei das Teamboard als zentrales Steuerungsinstrument auf jeder Station. Das Board hat in den einzelnen Leistungsbereichen die Funktion eines Steuerrads mit einem hinterlegten Koordinatensystem, damit die Beschäftigten täglich auf gemeinsame Ziele der Patientenversorgung ausgerichtet werden und den Weg bis zur Zielerreichung miteinander abstimmen können (Verbindlichkeit). Die Standardisierung von zyklischen Arbeitsleistungen sollte neben der Sicherstellung von Qualitätsfaktoren und bei gleichzeitiger Minimierung von Risiken auch dazu beitragen, die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter zu reduzieren.

Mittels Teamboard lassen sich unkompliziert Probleme ansprechen. Diese werden auf einer standardisierten Themenkarte am Teamboard dokumentiert und für alle Beschäftigten sichtbar hinterlegt (Transparenz), um hierarchieübergreifend entsprechende Lösungen auf möglichst direktem Weg zu erarbeiten, umzusetzen und zu überprüfen.

Als zentraler Ausgangsort für tägliche, etwa zehnminütige berufsübergreifende Besprechungen („Teamboarding“) dient das Teamboard der Planung der Stationsabläufe und dem Patientenmanagement, aber auch der Koordination und Optimierung der interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen.

Am Teamboarding nehmen regelhaft der Stationsarzt, die Stationsleitung, der Sozialdienst, der Physiotherapeut und die Medizinische Kodierfachkraft teil. Die Moderation obliegt der Stationsleitung, der Stellvertretung oder dem Stationsarzt. Bei der Umsetzung der Teamboards sind die Stabsstelleninhaber der Unternehmensleitung direkte Ansprechpartner und Unterstützer.

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