Else Kröner Memorial-Stipendium 2019

Der Neurologe Dr. Lukas Bunse der Universitätsmedizin Mannheim ist auf dem Weg zum Clinician Scientist.

Dr. Lukas Bunse, Assistenzarzt an der Neurologischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), erhält eines von sechs Else Kröner-Memorial-Stipendien 2019. Mit jeweils 220.000 Euro unterstützt die Else Kröner-Fresenius-Stiftung damit besonders begabte und motivierte Ärzte am Beginn ihres Berufsweges, die ihre Berufung nicht alleine in der Patientenversorgung sehen, sondern flankierend wissenschaftlich forschen wollen. Die Förderung ermöglicht den Stipendiaten eine zweijährige Freistellung von klinischen Aufgaben, um sich in dieser Zeit ganz einem besonders erfolgversprechenden medizinischen Forschungsvorhaben widmen zu können. Ziel ist es, das Forschungsprojekt in der Förderperiode signifikant voranzubringen und damit den Grundstein zur wissenschaftlichen Selbständigkeit und einer Karriere als Clinician Scientist zu legen.

Dr. Bunse forscht in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Michael Platten, dem Direktor der Neurologischen Klinik der UMM, der außerdem die Klinische Kooperationseinheit „Neuroimmunologie und Hirntumorimmunologie“ am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) leitet. Mit seiner Forschung im Rahmen des Else Kröner Memorial-Stipendiums möchte Dr. Bunse zur Verbesserung der Immuntherapien von Hirntumoren beitragen. Der Titel des Forschungsvorhabens lautet: „Mechanismen hirntumorreaktiver T-Helferzellen im Kontext immuntherapeutischer Interventionen“.

Immuntherapien haben Einzug in die Standardtherapie einiger Krebsarten gehalten. Bei hirneigenen bösartigen Tumoren jedoch haben die Immuntherapien bisher keinen Durchbruch erzielt. Die verfügbaren immuntherapeutischen Strategien sind mannigfaltig, sie reichen von Impfungen kleinster Proteinbausteine über Ribonukleinsäuren bis hin zu zellulären Therapien. Entscheidend für den Erfolg der Therapien ist die Wahl einer geeigneten Zielstruktur, die das geschärfte Immunsystem attackieren soll.

Einen geeigneten Kandidaten hat Dr. Bunse bereits in früheren Arbeiten ausgemacht. Er konnte zeigen, dass ein in Hirntumoren sehr häufig verändertes Protein namens IDH1R132H von T-Helferzellen erkannt wird und sich ausgesprochen gut als immuntherapeutische Zielstruktur eignet.

T-Helferzellen sind Zellen des Immunsystems die, wenn sie ein Antigen erkannt haben, eine Immunantwort einleiten.

Dass T-Helferzellen eine solche antitumorale Aktivität ausüben können, war viele Jahre unklar. Mit seinem Stipendium will Dr. Bunse unter anderem durch innovative Einzelzellimmunrezeptorsequenzierungen die generell zugrundeliegenden Mechanismen dieser Beobachtung entschlüsseln und somit Wege zur Verbesserung der Immuntherapien von Hirntumoren aufzeigen.

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