Endoskopie Forschungspreis 2015: Dr. med. Arthur Schmidt beim Kongress „Viszeralmedizin 2015“ ausgezeichnet


Dr. med. Arthur Schmidt aus dem Klinikum Ludwigsburg ist der diesjährige Preisträger des Endoskopie Forschungspreises. Bereits zum sechsten Mal vergibt die Olympus Europa Stiftung „Wissenschaft fürs Leben“ gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für herausragende Leistungen in der Grundlagenforschung oder der klinischen Forschung im Bereich Endoskopie. Die Verleihung erfolgt am 18. September 2015 im Rahmen der Sitzung „Videoforum Endoskopie“ bei der 70. Jahrestagung der DGVS in Leipzig durch die Vorsitzende der Sektion Endoskopie der DGVS, Prof. Dr. med. Andrea May, Medizinische Klinik II/IV im Sana Klinikum Offenbach.
In seiner durch das Preiskomitee prämierten Arbeit „Endoscopic full-thickness resection in the colorectum with a novel over-the-scope device: first experience“ berichtet Dr. med. Arthur Schmidt, Leiter der Arbeitsgruppe „Endoskopische Forschung” der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Hämato-Onkologie, Diabetologie und Infektiologie im Klinikum Ludwigsburg, über die Erfahrungen bei 25 Patienten mit einer neuen Methode zur minimalinvasiven Entfernung flacher Adenome aus der Darmwand während der Darmspiegelung. Bisher war dafür eine Operation nötig. Bei dem „Full-Thickness Resection Device“ (FTRD) handelt es sich um eine Kappe, die auf die Spitze eines Endoskops gesetzt wird. Entdeckt der Arzt ein Adenom, zieht er es mit einer Zange gemeinsam mit allen Schichten der Darmwand in die Kappe hinein. Anschließend legt er einen speziellen Clip um den eingezogenen Darmabschnitt und schneidet ihn mit einer Schlinge heraus. Der Clip verhindert, dass sich ein Loch in der Darmwand bildet. „Die FTRD-Technik muss in prospektiven Studien noch evaluiert werden. Nach den ersten Erfahrungen scheint es sich um eine vielversprechende Methode zu handeln, die bei geeigneten Patienten eine klassische Operation ersparen kann“, so Frau Professor May.
Ziel des Endoskopie Forschungspreises ist es, neben der Förderung von herausragenden Projekten, auch die Attraktivität der gastroenterologischen Endoskopie für den medizinischen Nachwuchs zu erhöhen. „Deshalb freuen wir uns, dass wir in diesem Jahr einen jungen Forscher prämieren, dessen Ansatz das Potential hat, auch bei anderen Eingriffen zum Einsatz zu kommen“, erklärt Christiane Iwanoff, Vorstandsmitglied der Olympus Europa Stiftung. „Wir hoffen, so einen Beitrag zu weiterführenden Studien leisten zu können, die zur Evaluation des Verfahrens benötigt werden.“ Das Preisgeld soll für die Förderung von Forschungsprojekten in der gastroenterologischen Endoskopie verwendet werden.
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