14.10.2019
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Für eine bessere Versorgung am Unfallort

  • Momentum will integrierte Medizintechnik für die Notfallversorgung entwickeln. Foto: ICCASMomentum will integrierte Medizintechnik für die Notfallversorgung entwickeln. Foto: ICCAS

Medizintechnik, die sich versteht und aktuelle Daten vom Unfallort an das Krankenhaus liefert: Das ist das Ziel des neuen Forschungsprojektes Momentum.

Es nutzt die 5G-Infrastruktur, um Geräte im Krankenwagen zu synchronisieren und wichtige Kennwerte gleich in die Notaufnahme zu senden, noch bevor der Patient dort eintrifft. Mit 6,2 Mio. Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Vorhaben, an dem 14 Partner beteiligt sind. Federführend ist das Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie (ICCAS) der Universität Leipzig.

Wenn der Rettungswagen zum Einsatz ausrückt, muss es schnell gehen: Von der medizinischen Erstversorgung vor Ort bis zur Übergabe aller relevanten Informationen an den Arzt in der Notaufnahme. Hier setzt Momentum, kurz für „Mobile Medizintechnik für die integrierte Notfallversorgung und Unfallmedizin“, an und will Handlungsabläufe am Unfallort und in der Klinik besser aufeinander abstimmen. „Wir entwickeln zum einen eine Technologie, die alle Medizingeräte im Rettungswagen miteinander kommunizieren lässt. Zum anderen bringen wir die Patientendaten in kürzester Zeit in die Notaufnahme der Klinik, in die der Patient dann eingeliefert wird“, sagt Prof. Dr. Thomas Neumuth, Projektleiter und stellvertretender Direktor des ICCAS-Forschungszentrums der Medizinischen Fakultät.

Verknüpfung mit telemedizinischen Angeboten

Ziel ist es, die Patientenbehandlung besser und effizienter zu gestalten. Einige diagnostische Verfahren sollen zum Einsatzort hin verschoben werden. So könnten die Rettungssanitäter oder der Notarzt beispielsweise schon einen Ultraschall durchführen und die Bilder unmittelbar ans Klinikum senden. Von dort erhalten sie telemedizinische Unterstützung bei der weiteren Behandlung am Unfallort. Gleichzeitig kann sich das Ärzteteam in der Notaufnahme auf das Ankommen des Patienten vorbereiten und ihn nahtlos weiter betreuen.
Auf unterschiedliche Mobilfunkabdeckung reagieren
„Wir untersuchen im Projekt auch, wie gut sich 5G in einem abgeschlossenen System, hier dem Rettungswagen, eignet, um Medizingeräte miteinander zu vernetzen.

Die gesammelten Daten werden mithilfe von 5G-Technologie aus dem Wagen in eine darüber liegende Infrastruktur übertragen, wo alle Informationen sinnvoll zusammengefasst und für die Ärzte in der Klinik visualisiert werden“, erklärt Max Rockstroh, Projektmitarbeiter am ICCAS. Zum Projektstart stehen die Wissenschaftler vor zwei Herausforderungen. Sie müssen zunächst Medizingeräte unterschiedlicher Hersteller miteinander vernetzen. Hier hat das ICCAS in langjähriger Forschungsarbeit schon erste Ansätze entwickelt und ist aktiv an der Entwicklung und Verbreitung der IEEE11073-SDC Standardfamilie zur Medizingerätevernetzung beteiligt. Zum anderen müssen sie mit den Gegebenheiten vor Ort umgehen: Während in der Stadt die Daten via LTE schnell ans Krankenhaus übermittelt werden können, sieht es mit der Mobilfunkabdeckung auf dem Land ganz anders aus. „Wir müssen Lösungen finden, wie wir mit schlechter Netzwerk-Infrastruktur vor Ort umgehen und uns überlegen, welche Daten noch übertragen werden können. Vielleicht lässt sich dann nur die Herzrate an die Klinik senden und nicht die komplette EKG-Kurve“, so Rockstroh.

In Notfallszenarien erproben

Das Forschungsprojekt läuft nun für drei Jahre. Weitere Partner im Projekt sind die Universitäten Bremen und Lübeck, die Universitätskliniken Leipzig und Schleswig-Holstein Lübeck, das Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau, SurgiTaix, ERNW Research, Primedic, Weinmann Emergeny Medical Technology, Dräger, Karl Storz, Notarztdienste.de sowie der Johanniter-Unfall-Hilfe. In einem ersten Schritt hospitieren die Forscher in verschiedenen Notaufnahmen und analysieren den Ist-Zustand. Im Gespräch mit den Medizinern wollen sie dann herausarbeiten, welche Technologien sinnvoll sind und den Praktikern vor Ort einen Mehrwert bieten. Das entwickelte System soll anschließend in Notfallszenarien erprobt werden.

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