Personalia

Gastroenterologie: Prof. Jonas Rosendahl ist neuer W3-Professor an der Universitätsmedizin Halle

16.01.2024 - Prof. Dr. Jonas Rosendahl hat am 1. Januar 2024 die W3-Professur für Innere Medizin/Gastroenterologie an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) angetreten.

Mit der Berufung ist die Leitung der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I an der Universitätsmedizin Halle verbunden, deren kommissarischer Direktor er seit Ende 2022 war.

Fast wäre er Architekt geworden, hat sich dann aber doch für Medizin entschieden. „Als ich mit dem Studium anfing, wusste ich noch nicht, was mich erwartet. Ich fühle mich heute noch immer sehr wohl in diesem schönen Beruf, der normale Versorgung bis hochkomplexe Interventionen abdeckt“, resümiert Jonas Rosendahl. Im Fokus seiner Forschung steht die Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt. „Bekannte Risikofaktoren des seltenen, aber sehr aggressiven Pankreaskarzinoms sind Fettleibigkeit und genetisch bedingte Entzündungen des Organs – die sogenannte chronische Pankreatitis. Mich interessiert, wie diese Faktoren auf molekularer Ebene zusammenspielen und wie die Abläufe dahinter sind.“ Die frühen Mechanismen in der Entstehung des Pankreaskarzinoms sind Thema des DFG-geförderten halleschen Graduiertenkollegs „InCuPanC“, dessen Sprecher er ist. In klinischen Studien beteiligt er sich zudem an der Entwicklung neuer Therapieformen gegen Krebs im gastroenterologischen Bereich. „Dadurch sind wir Teil zukunftsweisender Innovationen und können bereits frühzeitig moderne Methoden anbieten“, so Rosendahl.

Grundsätzlich ist die Gastroenterologie sehr breit aufgestellt. In der Klinik befasst sich Prof. Rosendahl neben der Diagnostik und Therapie von Pankreaserkrankungen hauptsächlich mit dem Magen-Darm-Trakt, der Leber und den Gallenwegen. Eine bekannte Methode, die dabei häufig zum Einsatz kommt, ist die Endoskopie. Einige Eingriffe, die man früher noch chirurgisch durchführen musste, könne man heutzutage so minimalinvasiv lösen. Beispielsweise kann es bei einer geschädigten Leber zu einem Blutstau kommen, der sich interventionell abbauen lässt. Dabei wird die Lebervene über ein Röhrchen mit einem Blutgefäß vor der Leber verbunden. „Im Klinikalltag ist die Kooperation mit anderen Fachbereichen maßgeblich. Ich kann auf eine extrem gute und intensive Zusammenarbeit zurückblicken, insbesondere mit den chirurgischen Kolleg*innen beispielsweise im Pankreaskarzinomzentrum. Wir brauchen uns gegenseitig als Partner. Diese Basis will ich weiter ausbauen“, hebt Rosendahl hervor.

Für die Lehre betont er, dass es viel mehr als nur Fachwissen brauche, um zu verstehen, wie Medizin „gelebt“ werde. Deshalb sei es ihm wichtig, Studierende in die Perspektive der Patient*innen hineinzuversetzen, so dass die zukünftigen Mediziner*innen ihr Wissen später auch verständlich vermitteln können.

Jonas Rosendahl studierte Medizin an der Universität Münster, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Freien Universität Berlin sowie Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2004 bis 2015 arbeitete er im Universitätsklinikum Leipzig und wurde 2007 an der Humboldt-Universität zu Berlin zum Dr. med. promoviert. In dieser Zeit spezialisierte er sich auf Notfallmedizin, war 10 Jahre als Notarzt tätig und erhielt seine Facharztanerkennung für Innere Medizin. Er habilitierte sich 2012 im Fach Innere Medizin, trat 2013 seinen Dienst als Oberarzt an und spezialisierte sich weiter im Bereich Gastroenterologie. 2015 wechselte er an die Universitätsmedizin Halle, wo er als stellvertretender Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I tätig war. Die aktuelle Berufung zum W3-Professor knüpft an seine W2-Professur für „Translationale Genomik pankreatiko-biliärer Erkrankungen“ an, die er ab 2016 an der MLU innehatte.

„Mit Prof. Dr. Jonas Rosendahl haben wir seit vielen Jahren einen hervorragenden und gut vernetzten Wissenschaftler an der Universitätsmedizin Halle, der translational im Bereich der Inneren Medizin mit Fokus auf das Pankreas forscht und Leiter eines Graduiertenkollegs ist“, verdeutlicht Prof. Dr. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät der MLU. „Ich bin sehr froh, ihn nun als W3-Professor begrüßen zu können und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit in der Medizinischen Fakultät.“

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