Gemeinsam bunt: Helios Klinikum Meiningen lebt Vielfalt
Unter dem Motto „Gemeinsam bunt“ rückt das Helios Klinikum Meiningen zum jährlichen Deutschen Diversity-Tag am 28.Mai das Thema Diversität in den Mittelpunkt und setzt ein Zeichen für Inklusion und die Wertschätzung von Vielfalt am Arbeitsplatz.


Bereits im Jahr 2021 hat Helios die Charta der Vielfalt unterzeichnet und das Helios Klinikum Meiningen hat sich als größter Arbeitgeber im Landkreis Schmalkalden auf den Weg gemacht, Vielfalt in seiner Belegschaft zu stärken. Im Klinikum sind über 1.000 Mitarbeiter*innen aus 17 Nationen beschäftigt.
„Wir sind davon überzeugt, dass Vielfalt eine zentrale Säule für Innovation und Fortschritt ist. Wir alle setzen uns mit viel Leidenschaft für die bestmögliche Versorgung unserer Patient*innen ein. Wo jemand herkommt, was er glaubt oder wen er liebt spielt in unserem Berufsalltag überhaupt keine Rolle“, sagt Klinikgeschäftsführerin Claudia Holland-Jopp.
Rund um den Diversity-Tag fanden für die Mitarbeiter*innen im Helios Klinikum Meiningen verschiedene Mitmach-Aktionen statt, die von der Belegschaft sehr gut angenommen wurden. Dazu gehören beispielsweise ein Team-Fotowettbewerb unter dem Motto „Gemeinsam bunt“, ein Aktionsstand mit Quiz und attraktiven Preisen und die gemeinsame Gestaltung einer Leinwand, auf der jeder Mitarbeiter mit seinem Fingerabdruck ein Statement für Diversity setzen konnte.
Das Helios Klinikum Meiningen ist aber nicht nur bunt und tolerant, sondern auch weltoffen. Zuletzt hat das die Belegschaft mit dem klaren Bekenntnis zur Initiative Weltoffenes Thüringen gezeigt. Im Klinikum sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedensten Nationalitäten beschäftigt. Sie alle bilden eine wichtige Säule zur Sicherung der Gesundheitsversorgung in der Region Südthüringen.
Zur „Helios Familie“ gehören auch Nasar und Sabur aus Afghanistan, die es über Umwege nach Deutschland geschafft haben. Zu Fuß machten sie sich auf den Weg, lernten sich in Österreich kennen und meisterten seitdem alle Hürden gemeinsam. Nach dem Erlernen der deutschen Sprache und Bestnoten im Realschulabschluss absolvierten sie im Helios Klinikum Meiningen eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Sie arbeiten jetzt im Team der Intensivstation und haben bereits das nächste Ziel vor Augen, den Fachkurs für Anästhesie und Intensivpflege, den sie erfolgreich bestreiten wollen. Eine Geschichte von Mut, Zuversicht und Entschlossenheit, die gleichzeitig zeigt, welche wichtige Rolle Integration spielt.
Die ganze Geschichte von Nasar und Sabur: „Dieses Land braucht euch!“
Nasar und Sabur haben es aus Afghanistan über Umwege und eigenem Antrieb in die „Helios Familie“ geschafft. Heute arbeiten Sie im Helios Klinikum Meiningen. Eine Geschichte von Mut, Zuversicht und Entschlossenheit.
Der Inhalt des Briefes, den Nasar und Sabur 2019 in den Händen hielten, schien ihr noch kurzes Lebensglück auf unbändige Weise zu zerstören. Jetzt, da beide sich erfolgreich der deutschen Sprache bemächtigt und die Realschule abgeschlossen hatten sowie seit einem Jahr eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger absolvierten, vertrat eine deutsche Behörde die Ansicht, dass ihr Herkunftsort Kabul ein sicherer Platz zum Leben sei. Mohammad Nasar Karandish und Mohammad Sabur Nazari wurden somit zur Ausreise aus Deutschland aufgefordert.
2016, im Alter von 15 Jahren, beschlossen beide Jugendliche unabhängig voneinander, das Land ihrer Vorfahren für immer zu verlassen. Das, was Afghanistan ihnen seinerzeit zu bieten hatte, reichte längst nicht aus, um sich den Traum eines glücklichen Lebens zu erfüllen. Zu Fuß machten sie sich auf den Weg, durchquerten unter anderem den Iran, die Türkei, Griechenland und die Balkanstaaten. Vor ihrer Weiterreise nach Deutschland lernten sich die Jungs schließlich in Österreich kennen. Seither sind sie unzertrennlich, meistern gemeinsam ihr Dasein, sind Freunde, Brüder geworden.
Die erste Hürde in Deutschland war das Erlernen der Sprache. „Wir wussten beide, wie wichtig das ist und setzten alles daran, dieses Ziel schnell zu erreichen”, erinnert sich der heute 23-jährige Sabur. Sein gleichaltriger Freund Nasar pflichtet ihm bei und verweist nicht ohne Stolz auf seinen Notendurchschnitt von 1,6, mit dem er die Realschule abschloss. Wenige Monate zuvor, nach Schülerpraktika in Autowerkstätten und der Gastronomie, hatten sie übereinstimmend beschlossen, im Helios Klinikum Meiningen eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger zu absolvieren. Gegen die erwähnten Ausreiseaufforderungen legten sie Widerspruch ein. Später, als die afghanischen Taliban erneut das Zepter am Hindukusch übernahmen, gewährte Deutschland Nasar und Sabur eine unbefristete Niederlassungserlaubnis.
Ticket ins Glück
Die Lehrausbildung empfanden die Jungs als ihr persönliches Ticket ins Glück. „Mit dem Glauben an uns, unsere Familien und an Gott haben wir alles darangesetzt, diese Chance, für die wir Helios sehr dankbar sind, beim Schopf zu packen”, fügt Nasar an. Jede freie Minute hätten sie in das Lernen investiert, sagt er. Von Beginn an wollten sie durch gute Leistungen überzeugen, wollten beweisen, dass sie eine Bereicherung für Deutschland sind. Drei Jahre lang fehlten sie keinen Tag, weder in der Schule noch bei der praktischen Arbeit im Klinikum. Beide packten ihre Ausbildung auf Anhieb.
Auch jetzt, mit dem Zertifikat in der Tasche, sind Nasar und Sabur weiter als Team unterwegs. Selbst auf der Meininger Intensivstation, auf der sie im Schichtdienst tätig sind. Beide sind glücklich über das Erreichte, aber das Ende ihres beruflichen Weges sehen sie noch nicht. „Das Arbeiten auf der ITS ist eine echte Herausforderung. Täglich kommt neues Wissen dazu. Daher ist unser nächstes Ziel der Fachkurs für Anästhesie und Intensivpflege. Auch diese drei Jahre wollen wir erfolgreich bestreiten”, gibt sich Nasar kämpferisch. Selbst ein Studium der Medizin schließen die jungen Pflegefachkräfte zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus.
Bereicherung hat mehrere Sprachen
„Der Elan und das Engagement der Beiden ist nicht hoch genug zu würdigen. Es freut uns, dass wir mit ihnen zwei weitere Mitarbeiter gewinnen konnten, die es uns als Team ermöglichen, in Meiningen eine gute und sichere Gesundheitsversorgung sicherzustellen”, betont die Klinikgeschäftsführerin Claudia Holland-Jopp. Die Quote der Nicht-Muttersprachler liege deutlich über zehn Prozent der Belegschaft und damit über dem Landesdurchschnitt in Thüringen von 7,5 Prozent.
Die deutsche Staatsbürgerschaft, die Nasar und Sabur mittlerweile beantragt haben, könnte ihnen mit etwas Glück noch in diesem Jahr ausgehändigt werden. Sie wäre der Lohn für all die Arbeit, die Mühe und den unbändigen Fleiß, den beide in den vergangenen acht Jahren investiert haben. Helios, sagen sie übereinstimmend, sei für sie eine neue Familie geworden. Sie fühlen sich wohl im Stationsteam, wissen das Vertrauen, das man ihnen mit der Ausbildung geschenkt hat, zu schätzen und wollen es heute zurückgeben. Nasar betont: „Mit starkem Willen kann man vieles schaffen. Das sagen wir auch denen, die wie wir als Fremde nach Deutschland gekommen sind. Zieht euren Plan durch – dieses Land braucht euch!”
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