Aus den Kliniken

Gentests zur Verbesserung der Therapiefindung bei Brustkrebs in Deutschland kein Neuland

03.04.2012 -

Bei einer Pressekonferenz der Westdeutschen Studiengruppe (WSG) wurde am 27. März 2012 in Mönchengladbach der Start einer klinischen Studie an 12 Brustzentren im Rheinland und in Hamburg angekündigt. In der Studie soll Patientin¬nen mit Hilfe eines Gentests überflüssige Chemotherapie erspart werden. Der Test wird in den USA durchgeführt; seine Kosten betragen € 3000,- pro Analyse, die die AOK in der Studie tragen werde. Der Test sei Neuland in Deutschland, so die Pressemitteilung.

Tatsächlich sind Gentests für Mammatumore in Deutschland keineswegs Neuland - es gibt sie seit einigen Jahren von verschiedenen Anbietern und die derzeitigen Leitlinien listen ihren Einsatz als eine diagnostische Option.

Seit letztem Jahr bieten mehrere pathologische Institute in Deutschland und der Schweiz den Gensignatur Test „EndoPredict" an. Der neue Test wurde von einem Konsortium deutscher und österreichischer Forscher entwickelt und identifiziert die Brustkrebspatientinnen, die für einen optimalen Behandlungserfolg keine Chemotherapie benötigen.

„Dies ist ein wichtiger Schritt bei der Erweiterung des Diagnostikspektrums der Pathologischen Institute in Deutschland", so Prof. Dr. Werner Schlake, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen. Er führt weiterhin aus „Wichtig ist, dass der Test in der Pathologie bzw. Klinik erfolgen kann, in der die Patientinnen behandelt werden. Damit wird ein zeitnaher Informationsaustausch mit dem behandelnden Arzt sichergestellt".

„Für diesen Test wurde in zwei internationalen Studien wissenschaftlich überzeugend gezeigt, dass er wichtige diagnostische Informationen zur Verbesserung der Therapieentscheidung für die einzelne Patientin liefert." ergänzt Prof. Dr. Manfred Dietel, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pathologie. Er fügt an: „Ferner erfolgten zur Sicherstellung der Qualität der Analysen dezentrale Qualitätskontrollen in den betreffenden Instituten".

Dietel und Schlake unterstützen für die deutsche Pathologie ausdrücklich, dass das Potential der Gensignatur Tests in klinischen Studien weiter getestet wird. Verwunderlich sei eigentlich nur, dass in Deutschland neue Studien aufgelegt werden, bei denen die Analysen im außereuropäischen Ausland durchgeführt werden müssen, obwohl die deutsche Pathologie diese Diagnostik schon heute qualitätskontrolliert und wesentlich kostengünstiger anbietet.

 

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