Gleich zwei Preise für den Mannheimer Dermatologen Prof. Dr. Cyrill Géraud

  • Prof. Dr. Cyrill Géraud. Foto: UMMProf. Dr. Cyrill Géraud. Foto: UMM

Prof. Dr. Cyrill Géraud, Leiter der Sektion Klinische und Molekulare Dermatologie an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), ist in kurzem Abstand mit zwei Preisen seiner Fachgesellschaft ausgezeichnet worden.

Anfang Mai 2019 verlieh ihm die Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG) anlässlich ihrer 50. Jahrestagung den mit 5.000 Euro dotierten Oscar-Gans-Förderpreis für eine im Fachjournal „Cancer Research“ veröffentlichte Arbeit, die sich mit den Mechanismen der Lebermetastasierung beim schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) auseinandersetzt.

Zuvor hatte ihm die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Histologie (ADH) Ende März den mit 1.000 Euro dotierten G.-K. Steigleder-Preis 2019 verliehen. Mit der Auszeichnung honorierte die Arbeitsgemeinschaft der DDG eine im International Journal of Cancer publizierte, herausragende Arbeit, in der die Wissenschaftler eine Methodik beschreiben, mittels derer der schwarze Hautkrebs präziser klassifiziert und die Prognose von Patienten mit dieser bösartigen Erkrankung besser vorhergesagt werden kann.

Oscar-Gans-Förderpreis 2019 .
Metastasen in der Leber weisen auch unter der Immuntherapie eine schlechte Prognose auf. In der von der DDG ausgezeichneten Arbeit konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das die Gefäße der Leber auskleidende Endothel über den Notch-Signalweg eine wesentliche Kontrolle darüber ausübt, ob sich Metastasen in der Leber ansiedeln. In verschiedenen Modellsystemen gelang es ihnen, eine organ-spezifische Metastasierung des Melanoms in die Leber drastisch zu reduzieren, indem sie diesen Signalweg im Endothel überaktivierten.

Die Wissenschaftler führen dies auf eine veränderte Differenzierung der Endothelzellen und eine damit verbundene verminderte Anhaftung der Tumorzellen im Gefäßbett der Leber zurück. Die Notch-Aktivierung in Leberendothelien stellt somit ein potenzielles Angriffsziel für die pharmakologische Prävention von Melanom-Metastasen in der Leber dar.

Allerdings wurde kürzlich gezeigt, dass die Aktivierung von Notch die Melanom-Metastasierung im Endothel der Lunge nicht reduziert, sondern – im Gegensatz – fördert.

Die Ergebnisse zeigen, dass Signalwege in den Blutgefäßen über organ-spezifische Mechanismen gegenläufige Effekte auf das Krankheitsgeschehen ausüben können. Entsprechend müssen zielgerichtete Therapien selektiv gegen organ-spezifische Stromazellen bestimmter Organe gerichtet sein – beispielsweise über das sogenannte „targeted drug delivery“ – um ihre Wirkung entfalten zu können und unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

G.-K. Steigleder-Preis 2019 .
Für die Entscheidung über die weitere Behandlung eines Krebspatienten ist eine möglichst genaue Kenntnis des Status der Erkrankung essentiell. Einer der wichtigsten prognostischen Parameter bei Patienten mit malignen Melanomen ist der Status des Wächterlymphknotens, der eine Aussage darüber erlaubt, ob der Tumor bereits metastasiert.

Trotz seiner prognostischen Bedeutung, finden sich bei Patienten mit positiven Wächterlymphknoten große Unterschiede in der Progression der Erkrankung und der Sterblichkeit der Betroffenen. In der von der ADH prämierten Arbeit wurden daher bestehende Klassifikationen zur Einteilung positiver Wächterlymphknoten mit einer Klassifikation auf der Basis der Mitoserate verglichen, einer einfachen morphologischen Bestimmung, die ohne zusätzlichen technischen oder materiellen Aufwand implementiert werden kann.

Diese Klassifikation erlaubte es tatsächlich, Patienten mit schnell voranschreitendem Verlauf besser von solchen mit weniger aggressiven Tumoren zu unterscheiden. Dies ist bedeutsam, da es inzwischen wirksame Therapien für diese Patienten gibt, die jedoch starke Nebenwirkungen aufweisen können. Die Klassifikation kann daher bei der Selektion der Patienten, für die eine solche Therapie zu empfehlen ist, hilfreich sein.

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