27.09.2017
NewsKlinik-News

Gutartige Prostatavergrößerung: 150. Patient erfolgreich mittels Embolisation am UKJ behandelt

  • Andrea Scholz und PD Dr. Tobias Franiel, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (IDIR),  Patient Reiner Rathgeber, Prof. Dr. Ulf Teichgräber, IDIR und Prof. Dr. Marc-O liver Grimm, Klinik für Urologie. Foto: UKJ (v.l.n.r)Andrea Scholz und PD Dr. Tobias Franiel, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (IDIR), Patient Reiner Rathgeber, Prof. Dr. Ulf Teichgräber, IDIR und Prof. Dr. Marc-O liver Grimm, Klinik für Urologie. Foto: UKJ (v.l.n.r)

Seit 2013 bietet das Jenaer Uniklinikum die Prostata-Embolisation an. Jeder zweite Mann über 50 leidet an gutartiger Prostatavergrößerung.

Häufiger Harndrang und das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können: Die gutartige Prostatavergrößerung schränkt die Lebensqualität jedes zweiten Mannes ab 50 Jahren stark ein. Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung kann mit einem chirurgischen Eingriff oder einer Laserbehandlung geholfen werden. „Leiden die Betroffenen zusätzlich an anderen Krankheiten und müssen deshalb Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen oder können keine Narkose erhalten, eignet sich im Gegensatz dazu die risikoarme und minimalinvasive Prostata-Arterien-Embolisation“, so Prof. Dr. Marc-Oliver Grimm, Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Wie bei Reiner Rathgeber. Er wurde nun als 150. Patient mit einer vergrößerten Prostata erfolgreich am UKJ embolisiert. Seit 2013 bietet das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKJ diese Behandlungsmethode zusammen mit der Klinik für Urologie als eine der ersten Einrichtungen in Deutschland an.

Bei dieser radiologischen Methode wird ein Mikrokatheter unter örtlicher Betäubung über die Leiste in die Prostata-Schlagader geschoben. Winzige Kunststoffkügelchen, sogenannte Mikropartikel, werden über den Katheter in die Schlagader eingeführt, um die Blut- und Sauerstoffzufuhr zu unterbrechen. Dadurch bildet sich das Drüsengewebe zurück. „Die Patienten sind während des Eingriffs bei vollem Bewusstsein. Schmerzen treten dabei nicht auf“, bestätigt Prof. Dr. Ulf Teichgräber, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKJ. „In den Wochen und Monaten nach dem Eingriff schrumpft die Prostata in den meisten Fällen um mehr als ein Drittel und die Beschwerden lassen nach.“ Eine besondere Herausforderung des Eingriffs besteht für die Radiologen darin, den Mikrokatheter in die Prostata-Schlagader zu schieben. Ein hochmoderner Angiographieroboter unterstützt die Mediziner bei derart präzisen Eingriffen, in dem er winzige Areale des Körpers wie kleinste Verästelungen der Blutgefäße mithilfe von dreidimensionalen Bildern gestochen scharf darstellt.

Der Therapieerfolg der innovativen Prostata-Arterien-Embolisation ist vergleichbar mit dem Therapieerfolg herkömmlicher Behandlungsoptionen.

„Dies zeigt sich nicht nur in der Nachbeobachtungszeit bei den bisher am UKJ behandelten Patienten. Auch aktuelle Studien bestätigen den Erfolg des Verfahrens“, sagt Prof. Teichgräber.

Kontaktieren

Universitätsklinikum Jena
Bachstr. 18
07743 Jena
Telefon: +49 3641 93 00
Telefax: +49 3641 9342 62

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.