Bauen, Einrichten & Versorgen

Inklusiv, interkulturell und intergenerativ

Das Quartier St. Leonhard in Braunschweig

14.10.2020 -

Mitten in Braunschweig, auf einem 15.000 qm großen Areal rund um die markante Kapelle St. Leonhard, entsteht derzeit ein integratives Stadtviertel mit vielfältigen sozialen Nutzungen – für alle Generationen und für Menschen mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf. Hier werden sie gemeinsam leben, arbeiten und lernen können. Initiator ist die gemeinnützige Richard-Borek-Stiftung. Geplant wurde das Quartier von Feddersen Architekten.

Nach Plänen von Feddersen Architekten aus Berlin entstehen in Braunschweig seit 2016 fünf neue Gebäude, darunter ein bilingualer Kindergarten, ein Internatswohnbereich, ein ambulanter Pflegedienst, betreutes Wohnen für Senioren, eine Tagesklinik für psychosomatisch Erkrankte, ein ambulantes Sucht- und Reha-Zentrum, Werkstätten und Wohnungen für Menschen mit geistiger Behinderung sowie ein Café und ein vielfältig nutzbarer Veranstaltungssaal.

Die gemeinnützige Richard-Borek-Stiftung ist Initiator des Projekts. Gemeinsam mit der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (ESN), dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD), Borek Immobilien und Feddersen Architekten entstand ein Konzept für das lange brachliegende Areal, das bis 1978 die Reiterstaffel der Bereitschaftspolizei beherbergte und seitdem zunehmend verfiel.

Soziales Quartier mit eigener Identität
Das Konzept ergänzt die gewachsene städtebauliche Struktur mit erkennbar neuen Elementen und schafft ein soziales Quartier mit eigener Identität. Charakteristisch ist die Abfolge von Plätzen und Höfen, die sich je nach Funktion und Situation, in ihrem Grad an Öffentlichkeit und ihrer Gestaltung unterscheiden. Die zwei denkmalgeschützten ehemaligen Stallgebäude bleiben erhalten und werden durch zwei neue, ihnen zugeordnete Bauten ergänzt.

Das Quartier eröffnet Bewohnern, Schülern und Gästen Wahlmöglichkeiten zwischen Orten mit verschiedenen Atmosphären und Qualitäten. Allgemein zugängliche, belebte Flächen wechseln sich mit halböffentlichen Räumen und ruhigen Orten ab, die Menschen auch familiäre Gemeinschaft und Privatsphäre bieten.

Der Kulturhof bildet den lebendigen Mittelpunkt des Viertels. Umrahmt wird der Platz von einem Café, dem Kultursaal und einem Neubau mit Wohnangeboten für ältere Menschen. Jede dieser Nutzungen hat eine eigene Adresse mit eigenem Eingang.

Erste Meilensteine
Ende 2018 wurde mit Haus 4 das erste Gebäude auf dem Quartiersgelände eingeweiht. Dort betreibt das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) einen internationalen Kindergarten mit 105 Plätzen und in den oberen Etagen einen Internatswohnbereich, der zu den vom CJD betriebenen Schulen gehört. 108 Jugendliche aus aller Welt leben hier in zwölf kleinräumigen Wohngruppen zusammen.

Nun ist mit der Fertigstellung von Haus 3 ein weiterer Meilenstein erreicht. Das dreigeschossige Wohngebäude für Menschen mit Behinderungen bietet 50 Bewohnern zwischen 19 und 80 Jahren Platz in stationären und ambulanten Wohnformen. Den Planern war es besonders wichtig, die Gruppen des stationären Wohnens kleinräumlich zu strukturieren und vielseitig zu gestalten. Je sechs Einzelzimmer einer Gruppe sind um einen gemeinschaftlichen Wohnküchen- bzw. Essbereich angeordnet.

Über eine gemeinsame Eingangsdiele mit angegliedertem Dienstraum sind dabei immer zwei Wohngruppen zu einer Organisationseinheit zusammengefasst. Somit kann das Wohnumfeld sehr familiär und mit wohngruppenübergreifenden Angeboten ganz nach den Bedürfnissen der Bewohner gestaltet werden. Über das Erdgeschoss erfolgt der Zugang zum Gemeinschaftsgarten, der allen Bewohnern einen vorrangig privaten und geschützten Raum bietet.

Betreutes Wohnen
Für das ambulant betreute Wohnen stehen sechs Ein-Zimmer-Apartments und zwei Wohngemeinschaften für je vier Bewohner zur Verfügung. Gemeinschaftsräume sowie ein Stützpunkt für die ambulante Betreuung runden das Angebot ab. Über einen separaten Eingang werden die Wohnungen erschlossen, sie sind jedoch über gemeinsame Flure mit dem stationären Teil verknüpft.

Das breite Angebot an Wohnmöglichkeiten entspricht ganz dem Grundgedanken des Quartiers: das inklusive, interkulturelle und intergenerative Zusammenleben zu fördern.

Kontakt

Feddersen Architekten

Berlin

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