Innovationsfreundliche Finanzierung im Gesundheitsmarkt gefordert

"Moderne Medizintechnik eröffnet Möglichkeiten, die Kosten für viele medizinische Behandlungsprozesse zu reduzieren", sagt Christian O. Erbe, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Elektromedizinische Technik, zur Eröffnung der Weltleitmesse MEDICA in Düsseldorf.

"Wir brauchen Entgelt- und Finanzierungssysteme, die Ärzten und Krankenhäusern erlauben, sinnvolle Investitionen über mehrere Jahre zu betrachten. Dazu könnte gehören, dass die Bundesländer den Krankenhäusern mehr Autonomie in der Mittelverwendung einräumen oder ihre Finanzierungshoheit für Klinikinvestitionen sogar komplett an die Krankenkassen übertragen", so Erbe weiter. Kalkulierbare Investitionen könnten über eine zusätzliche Komponente im bestehenden Vergütungssystem der Kassen erreicht werden. Damit könnten neue Behandlungsmethoden schneller flächendeckend eingeführt werden und die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessern.

Investitionsstau gefährdet Niveau der Gesundheitsversorgung

Aktuell sieht der ZVEI einen Investitionsstau von 25 Milliarden Euro in der deutschen Medizintechnik, rund 60% davon im Bereich der bildgebenden Diagnostik. Verursacht wurde dieser Investitionsstau durch die der Mittelknappheit der Länder sowie durch die bestehenden Finanzierungssysteme im ambulanten und stationären Sektor, die keine langfristige, am Lebenszyklus orientierte Bewertung von Investitionen unterstützen. Mögliche Verbesserungen bei der Behandlung vieler Krankheitsbilder bleiben deshalb ungenutzt. Eine mehrjährige, gemeinsame Studie von ZVEI und SPECTARIS zeigt Einsparpotenziale von weit über vier Milliarden Euro auf und weist auf den höheren Patientennutzen durch neue Technologien hin. Nochmal Erbe: "Die Potentiale der deutschen Medizintechnik sind unbestritten und international anerkannt. Gerade auf dem deutschen Markt besteht jedoch die Gefahr, diese Chancen für unser Gesundheitssystem zu vergeben."

 

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