Kampf gegen neue Erreger

Bakterielle Erreger, aber auch Pilze und Viren sind in der Lage, sich immer wieder zu wandeln. Das macht sie so gefährlich und stellt Mediziner vor stetig wachsende Herausforderungen. „Infektionen in Klinik und Praxis" stehen daher im Zentrum der Jahrestagung der Gesellschaft für Innere Medizin Thüringens (GIMEDT), die gemeinsam mit der Thüringer Landesgruppe des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) am 23. November am Universitätsklinikum Jena (UKJ) stattfindet.

Bei den meisten internistischen Disziplinen sind es die beiden Einflussgrößen „Patient" und „Therapie", die den Erfolg einer Behandlung bestimmen, so PD Dr. Paul La Rosée vom UKJ, der als Sekretär der Gesellschaft die Tagung mit organisiert. In der Infektiologie komme zusätzlich der „Erreger" hinzu. Dieser ist in der Lage Resistenzen zu entwickeln, die die Wirkung von Antibiotika abschwächen oder ganz neutralisieren. Neue Erreger entstehen, die vor einigen Jahren nicht bekannt waren. Es werden aber auch immer häufiger neue Therapien, die unerwünschte Reaktionen des Immunsystems hemmen sollen, bei Patienten eingesetzt. Diese so genannten immunsuppressiven Therapien sind beispielsweise nach einer Organtransplantation wichtig - können aber wiederum Infektionen nach sich ziehen. Wie niedergelassene Ärzte und Kliniker diesen Infektionen begegnen können, steht daher im Fokus des Treffens. „Durch die Novellierung des Infektionsschutzgesetzes wurden zudem viele Fragen aufgeworfen", so PD Dr. La Rosée. Diese sollen möglichst umfassend geklärt werden. Den Teilnehmern stehen dabei ausgewiesene Experten als Ansprechpartner bereit: Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Mathias Pletz, der das Zentrum für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am UKJ leitet und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Robert-Koch-Instituts ist, und Prof. Dr. Reinhard Fünfstück, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I im Sophien- und Hufeland-Klinikum Weimar und Vorstandsmitglied der Landesgruppe im BDI.

Dem brennenden Problem der so genannten multi-resistenten Erreger im Klinikum, die gegen mehrere Antibiotika widerstandsfähig geworden sind, und dem Umgang mit besiedelten Patienten in der ambulanten Betreuung widmet sich Gastrednerin Prof.

Dr. Petra Gastmeier. Sie leitet das Institut für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité Berlin sowie die bundesweite „Aktion Saubere Hände", die Ärzte und Pflegepersonal für die Händedesinfektion sensibilisieren soll. Dieses Thema spielt auch am Universitätsklinikum Jena eine wichtige Rolle: Die auf vier Jahre angelegte und in dieser Form in Deutschland erstmals durchgeführte ALERTS-Studie am UKJ will dazu beitragen, die Rate der im Krankenhaus erworbenen Infektionen und die damit verbundenen Komplikationen um 20 Prozent zu reduzieren.

Dem Präsidenten der Thüringer Internisten, Prof. Dr. Andreas Stallmach vom Universitätsklinikum, liegt die interdisziplinäre Diskussion aller Spezialisten in der Inneren Medizin besonders am Herzen. Daher werden neben dem Schwerpunktthema im Rahmen eines wissenschaftlichen Diskussionsforums viele Teilgebiete der Inneren Medizin wie Nephrologie, Diabetologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Onkologie und Rheumatologie erörtert. In diesem Forum stellt der internistische Nachwuchs Fälle und wissenschaftliche Beiträge vor. Auch die zukünftige Ausgestaltung der Ausbildung zum Internisten wird auf der Jahrestagung thematisiert.

Die Veranstaltung, zu der rund 100 Mediziner erwartet werden, richtet sich an Fachärzte der Inneren Medizin. Da die thematischen Schwerpunkte - Lungenentzündungen, Harnwegsentzündungen und Infektionen immungeschwächter Patienten - letztendlich aber jeden Arzt betreffen, so PD Dr. La Rosée, sind Teilnehmer aus allen Fachbereichen willkommen.

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