KGSH zum Inkrafttreten der Hygieneverordnung in Schleswig-Holstein

"Hygiene und Infektionsschutz haben in den Krankenhäusern seit jeher einen sehr hohen Stellenwert. Wenn jetzt die Verordnung zur Krankenhaushygiene in Kraft getreten ist, können wir uns mit deren Ziel uneingeschränkt identifizieren", erklärt Landespastorin Petra Thobaben, Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein e.V. (KGSH). "Der Kampf gegen Infektionen und Resistenzen liegt auch uns am Herzen. Über die richtigen Mittel bei diesem Kampf läßt sich indes weiter streiten."

Die vom Landeskabinett verabschiedete Hygieneverordnung, die sich im wesentlichen auf den Bereich der Krankenhäuser beschränkt, greift zu kurz. Die Mehrzahl der im Krankenhaus auftretenden Keime werden von den Patienten schon vor dem Krankenhausaufenthalt erworben und ins Krankenhaus mitgebracht.

Es reicht daher nicht aus, Vorhaltungen und Maßnahmen allein für den Krankenhausbereich festzuschreiben. Eine Verbesserung der Infektionsprävention ist nur zu erreichen, wenn auch Arztpraxen und Pflegeheime einbezogen werden. Unabdingbar ist es zudem, Resistenzbildungen von Anfang an zu verhindern. "Entsprechende sektorübergreifende Maßnahmen haben wir von der Landesregierung bereits im Rahmen des Anhörungsverfahrens zur Hygieneverordnung gefordert und tun dies auch weiterhin", so der KGSH-Geschäftsführer Bernd Krämer, "hier gibt es noch erheblichen Nachbesserungsbedarf."

In der Pflicht sehen Thobaben und Krämer das Land zudem, sofern es um die personellen Anforderungen der neuen Hygieneverordnung geht: "Es reicht nicht aus, den Kliniken eine Ausstattung mit Hygienefachpersonal vorzuschreiben und sich dann zurückzulehnen. Hier hat die Politik dafür Sorge zu tragen, dass die geforderten Schlüsselpositionen in der Hygiene sowohl besetzbar als auch finanzierbar sind."

Derzeit mangelt es an einer ausreichenden Zahl von Mitarbeitern sowie speziell ausgebildetem Hygienefachpersonal. Die in der Verordnung geforderten Facharztstellen mit Ärzten für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie beispielsweise sind derzeit nicht besetzbar, weil es weder genügend Weiterbildungsstellen noch Bewerber dafür gibt.

Eine ausreichende Finanzierung von Personalkosten ist ebenfalls nicht vorgesehen.

Dabei verfügen die Kliniken mit einer Zuwachsrate von 0,9% im Jahr 2011, der Verpflichtung, bei Mehrleistungen Rabatte zu gewähren, und dem in Schleswig-Holstein ohnehin niedrigen Landesbasisfallwert schon jetzt nicht über die notwendigen finanziellen Mittel für eine angemessene Personalausstattung.

 

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