24.05.2011
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Kind-Philipp-Preis an Ulmer Krebsforscher verliehen

  • Dr. Lüder Hinrich Meyer und Dr. Sarah Mirjam Eckhoff, UK Ulm, haben für ihre Untersuchungen zur Identifizierung von Genmustern der akuten lymphatischen Leukämie den Kind-Philipp-Preis erhalten (Foto: UK Ulm). Dr. Lüder Hinrich Meyer und Dr. Sarah Mirjam Eckhoff, UK Ulm, haben für ihre Untersuchungen zur Identifizierung von Genmustern der akuten lymphatischen Leukämie den Kind-Philipp-Preis erhalten (Foto: UK Ulm).

Der Kind-Philipp-Preis wurde Mitte Mai in seiner 32. Auflage verliehen. Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr eine Forschergruppe der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Ulm für die Entwicklung einer Strategie zur Identifizierung von Hochrisikogruppen der akuten lymphatischen Leukämie des Kindesalters. Die hochrangig publizierten Forschungsergebnisse zeigen neue Behandlungsmöglichkeiten dieser schwer therapierbaren Erkrankung auf.

Schlechte Prognose bei Therapieversagen

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist die häufigste Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen. 80% der Erkrankten können dauerhaft geheilt werden, jedoch bei jedem fünften Patienten kommt es zum Therapieversagen und zu einem Rückfall. Häufig sind diese so genannten Rezidive mit einer schlechten Prognose verbunden. Die frühzeitige Identifizierung der Risikogruppe ist mit den heute verfügbaren Methoden nicht zuverlässig möglich. Umso dringlicher erscheint die Etablierung von Verfahren, die hier ansetzen.

Den Ulmer Onkologen Dr. Lüder Hinrich Meyer und Dr. Sarah Mirjam Eckhoff aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, ist es gelungen, die Genmuster zu identifizieren, die für die Ausprägung dieses aggressiven Leukämietyps charakteristisch sind.

Auf dieser Grundlage haben sie einen Klassifikator entwickelt, der die Hochrisikogruppe unter den Leukämiepatienten eindeutig definiert. Zudem fanden die beiden Krebsforscher anhand der beobachteten Genexpressionsmuster Hinweise auf die Veränderung von physiologischen Abläufen, die für das Wachstum und die Differenzierung in Leukämiezellen verantwortlich sind. Dies ermöglicht einen Zugang zu neuen Therapieansätzen.

Preis ist mit 10.000,- Euro dotiert

Der mit 10.000,- Euro dotierte Preis wird von der Kind-Philipp-Stiftung im Stifterverband verliehen. Die Stiftung fördert die Erforschung von Leukämie- und Krebserkrankungen im Kindesalter. Jedes Jahr schreibt die Stiftung den „Kind-Philipp-Preis für pädiatrisch-onkologische Forschung" für die beste wissenschaftliche Arbeit deutschsprachiger Autoren auf diesem Gebiet aus.

Die Preisverleihung fand im Rahmen des Kind-Philipp-Symposiums der 77. wissenschaftlichen Tagung der Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie (GPOH) im Audimax der Charité Berlin statt.

 

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