Gesundheitsökonomie

Lizenz zum Handeln: Die vierwöchige Schülerstation

Pflegeazubis leisten einen wunderbaren Job

15.09.2020 - Einen Monat lang wird die Station 2 am Krankenhaus Bethel Berlin von Auszubildenden für Gesundheits- und Krankenpflege geführt und in den sozialen Netzwerken begleitet. Ein bewährtes Projekt, das auch für andere Wirtschaftszweige interessant sein sollte.

Vier Wochen gewährleisten 32 Auszubildende der Wannseeschulen für Gesundheitsberufe den pflegerischen Betrieb einer gesamten Station am Krankenhaus Bethel Berlin. Tag und Nacht in der Geriatrie bedeuten emotional und pflegerisch eine besondere Herausforderung, wie die Geschäftsführerin Pflege Heike Haase weiß: „Wir haben uns ganz bewusst für eine Station der Altersmedizin entscheiden. Hier treffen die Auszubildenden auf Patienten, die ihre Großeltern sein könnten und deren vielfältigen Krankheitsbilder demographiebedingt immer häufiger auftreten werden.“ Und tatsächlich funktioniert dieses Generationentreffen nun schon in der sechsten Schülerstation im Krankenhaus Bethel Berlin sehr gut: Die Pflegeazubis leisten menschlich und fachlich einen wunderbaren Job.

 

Gleichzeitig lernen sie, wie wichtig die Arbeit im Team ist. Yves Borrmann, Bereichsleitung Pflege, unterstreicht, dass die Azubis natürlich umfangreich auf diese Zeit vorbereitet werden. "Aber sie haben schnell erkannt, dass die komplexen Pflegeaufgaben und umfangreichen Dokumentationspflichten nur Hand im Hand zu bewältigen sind.“ Die Stationsmitarbeiter stehen im Hintergrund immer mit Rat und Tat zur Verfügung und lassen den jungen Helfern gleichzeitig Raum für frische Ideen. Der langjährige Krankenpfleger und Praxisanleiter Borrmann freut sich auf diesen Input: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass eingeschliffene Arbeitsabläufe teilweise sogar positiv beeinflusst werden können.“ Nach aktuellen Studien ist es neben flexiblen Arbeitszeiten für Berufsanfänger in der Pflege entscheidend, in einem wohlwollenden Team ernst genommen und gefordert zu werden.

 

Fanny Lehmann, Pädagogin und Koordinatorin des Projekts für die Wannseeschulen am Krankenhaus Bethel Berlin meint: „Die Schülerstationen bringen nach anfänglichem positiven Chaos im Endeffekt immer einen Motivationsschub für das letzte Lehrjahr."  Mit dem Modell erproben die Auszubildenden am Ende der Berufsausbildung verschiedene Kompetenzen im geschützten Rahmen. Diverse Ausbildungsbetriebe experimentieren mit dieser Art von Praxiseinsatz, trotzdem ist er noch nicht sonderlich weit verbreitet und wird nicht so umfänglich durchgeführt wie am Krankenhaus Bethel Berlin. Ob Pflegefachperson, Bäcker oder Einzelhandelsverkäufer - in jeder Ausbildung sollte es so ein fest etabliertes Projekt von mindestens vier Wochen Dauer geben, damit die Azubis alle Phasen der Teambildung erleben können.

Den Auszubildenden ist bewusst, dass sie an einem einzigartigen Modell teilhaben dürfen und möchten selbst möglichst viele Azubis und Unternehmen darauf aufmerksam machen: Ein Social-Media-Team veröffentlicht auf den Instagram-Kanälen von Klinik und Wannseeschulen regelmäßige Logbuch- Einträge und spricht im Podcast „Zu Tisch mit Schwester Henrike“ über seine Erfahrungen. Das Krankenhaus Bethel Berlin engagiert sich schon seit Jahren für Ausbildungsprojekte mit einem gesellschaftlichen Mehrwert: So werden unter anderem mit dem langjährigen Partner FC Viktoria 1889 Berlin Kampagnen wie „Gemeinsam stark“ für Ehrenamt und Soziale Jobs realisiert und mit Gymnasien und berufsbildenden Schulen mehrfach jährlich Berufe- und Studienworkshops durchgeführt.

Kontakt

Krankenhaus Bethel Berlin

Promenadenstr. 3-5
12207 Berlin

+49 030/7791-0

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