Aus den Kliniken

Mediziner-Team aus Potsdam gewinnt renommierten Preis für innovatives Projekt

05.11.2019 -

Ein fünfköpfiges Mediziner-Team aus Potsdam zeigt, dass sich fachübergreifende Zusammenarbeit lohnt und erhält für seine Exzellenzinitiative eine internationale Auszeichnung.

„Mit dem Ziel, messbar bessere Ergebnisse für Patienten, Ärzte und Kostenträger zu erlangen, arbeiten stationäre und ambulante Nephrologen und Labormediziner in der Potsdamer Initiative ‚Gesunde Nieren‘ eng zusammen“, sagt Dr. Saban Elitok, Chefarzt der Klinik für Nephrologie und Endokrinologie/Diabetologie.

Um die Anzeichen von akuter Niereninsuffizienz rechtzeitig zu erkennen und eine Therapie rasch einzuleiten, wurde zunächst ein EDV-gestützter Algorithmus entwickelt. Dieser Nierenalarm durchsucht fortlaufend und interdisziplinär die elektronische Krankenakte aller stationären Patienten des Klinikum Ernst von Bergmann nach einem relevanten Abfall der Nierenfunktion. Dadurch wird bei entsprechenden Patienten in Echtzeit eine akute Niereninsuffizienz angezeigt und ein elektronischer Alarm ausgelöst, der die behandelnden stationäre Ärzte digital und direkt informiert. Zusätzlich erfolgt eine Information der Patienten über Präventionsmaßnahmen und weitere ambulante Nachkontrollen der Nierenfunktion beim Hausarzt oder Nephrologen. Kurz zusammengefasst also ein „Nierenalarm für verbesserte intersektorale Versorgung“ der nierenkranken Patienten in Potsdam. Diese intersektorale Zusammenarbeit erfolgt zwischen dem Klinikum Ernst von Bergmann (Dr. Saban Elitok), dem Diaverum MVZ (Prof. Dr. Michael Haase) und dem Dialysezentrum Potsdam (Dr. Jens Ringel).

Einer von zehn Krankenhauspatienten entwickelt akute Niereninsuffizienz
„Wenn der ‚Nierenalarm‘ eine akute Niereninsuffizienz erkennt, werden die behandelnden Ärzte digital und direkt über einen Alarm in der elektronischen Krankenakte informiert. So können Therapien rechtzeitig eingeleitet und Komplikationen im Krankenhaus vermieden werden“, sagt Dr. Elitok. „Akute Niereninsuffizienz ist einer der wichtigsten Langzeit-Risikofaktoren für chronisches Nierenversagen und kardiovaskuläre Erkrankungen. In der Folge kann eine Niereninsuffizienz mit schwerwiegendem Verlauf zu Arteriosklerose führen, was durch konsequente Weiterbehandlung in vielen Fällen vermeidbar ist. Daher ist für Betroffene die ambulante Nachsorge besonders wichtig.“ fügen Prof. Dr. Haase und Herr Dr. Ringel hinzu.

Erstmals geht Award an Team aus Deutschland
Der „UNIVANTS of Healthcare Excellence Award“ zeichnet weltweit medizinische Teams aus, die sich für eine effiziente interdisziplinäre und dadurch für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung einsetzen. In diesem Jahr sind 142 Bewerbungen aus 97 Ländern eingegangen.

Zum fünfköpfigen Gewinner-Team gehören:
Dr. Saban Elitok (Chefarzt), Dr. Annemarie Albert (Fachärztin für Innere Medizin), Dr. Elisabeth Engelmann (Chefärztin Krankenhaushygiene und Mikrobiologie, Labor Potsdam), Prof. Dr. Michael Haase (Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Medizinisches Versorgungszentrum Diaverum Am Neuen Garten Potsdam), Dr. Jens Ringel (Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Dialysezentrum Potsdam).

Fun fact: Der Award wird von der Firma produziert, die auch den Academy Award („Oscar“) herstellt.

Kontakt

Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH

Charlottenstrasse 72
14467 Potsdam

+49 331 241 0
+49 331 241 4010

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