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Minimal Invasive Chirurgie: Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg zum Referenzzentrum ernannt

27.01.2012 -

Von den Vorteilen einer minimal-invasiven Operation profitiert an der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Markus W. Büchler) bereits jeder dritte Patient.

Bei der auch Schlüsselloch-Chirurgie genannten Technik operiert der Chirurg mit Hilfe spezieller Instrumente über kleine Zugänge im Bauchraum und verzichtet auf große Bauchschnitte. Für die hohe Qualität und das breite Spektrum dieser Eingriffe sowie die Ausbildung von Ärzten und Studierenden wurde die Sektion Minimal Invasive Chirurgie (MIC) unter Leitung von PD Dr. Beat Müller als Referenzzentrum für Minimal Invasive Chirurgie zertifiziert.

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie (DGAV) hat ihre höchste Auszeichnung gleichzeitig an die zur Universitätsklinik gehörenden chirurgischen Abteilungen des Krankenhauses Salem in Heidelberg und der GRN-Klinik Sinsheim vergeben, die ebenfalls unter der ärztlichen Leitung von Professor Markus W. Büchler stehen. Zusammen decken die Abteilungen das komplette Spektrum der minimal-invasiven Chirurgie ab. Neben Heidelberg gibt es zehn weitere Referenzzentren in Deutschland.

Patienten haben weniger Schmerzen und erholen sich schneller

Rund 6.000 stationäre Operationen werden pro Jahr in der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Heidelberg durchgeführt. Bei etwa 2.000 Patienten wenden die Ärzte die minimal-invasive Technik an. "Vor allem kleinere Eingriffe, zum Beispiel bei Gallenblasen- und Blinddarmentfernungen oder Leistenbrüchen, eignen sich für diese moderne Operationstechnik", erklärt Sektionsleiter Dr. Beat Müller. Rund 80% dieser Operationen sind minimal-invasiv. Aber auch größere Eingriffe, z.B. Teilentfernungen von Bauchspeicheldrüse, Leber und Darm sowie Magenverkleinerungen und Magenumgehungsoperationen bei extremem Übergewicht, gehören zum Standardspektrum der minimal-invasiven Chirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Für die Patienten ergeben sich im Vergleich zur offen-chirurgischen Methode viele Vorteile: Der Blutverlust während der Operation ist gering. Die Patienten haben weniger Schmerzen, erholen sich oft schneller und können so früher nach Hause. Wundinfektionen und Narbenbrüche entstehen seltener.

Ärzte lernen Technik im Trainingszentrum

Chirurgen stelle die minimal-invasive Technik vor ganz besondere Herausforderungen, erklärt Dr. Beat Müller. "Die Koordination der langen stabförmigen Instrumente bei indirekter Sicht über eine Kamera mit einem Monitor außerhalb des Körpers muss erst erlernt werden." Dabei helfen spezielle Kurse, die die Heidelberger Experten auch Kollegen aus anderen Kliniken anbieten. Zusätzlich steht ein permanentes Trainingszentrum für minimal-invasive Operationen zur Verfügung, geleitet von Dr. Beat Müller mit dem Assistenzarzt und wissenschaftlichen Mitarbeiter Felix Nickel. Unterstützt wird das Projekt dabei durch die Lehrkoordinatorin für Chirurgie, PD Dr. Martina Kadmon. Auch die Studiengebührenkommission der Medizinischen Fakultät Heidelberg war am Aufbau beteiligt gewesen.

Im Trainingszentrum können auch Medizinstudenten erste Erfahrungen sammeln, z.B. an einem Computersimulator virtuelle Operationen üben. Das Prinzip ist aus der Flugsimulation zur Ausbildung von Piloten bekannt und erprobt. Insgesamt haben sich schon mehr als 200 Ärzte und 160 Studenten schulen lassen.

 

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