Bauen, Einrichten & Versorgen

Mit Nachhaltigkeit auf der sicheren Seite

05.10.2022 - Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Kaufentscheidungsfaktor, sondern auch ein Werttreiber für Unternehmen und Wirtschaft. In der Baubranche gibt es viele Produktlabels, Gebäudezertifikate und Materialdeklarationen, die für Nachhaltigkeit stehen.

Einer der am häufigsten am Bau verwendeten Kunststoffe weltweit ist Polyvinylchlorid (PVC). Dieses thermoplastische Polymer findet sich in langlebigen Anwendungen wie Fensterrahmen, Rohren, Kabeln oder Möbeln. Auch in Bodenbelägen wird es verarbeitet. Vinylböden kombinieren zeit-, material- und kosteneffiziente Vorteile mit einer bis zu 100%igen Recyclingsfähigkeit an ihrem Nutzungsende – um nur einige Aspekte von Nachhaltigkeit zu nennen.

Eine nachhaltige Wertschöpfungskette zeichnet sich durch zahlreiche Kettenglieder aus:
1.Sie beginnt mit natürlichen Rohstoffen und deren vorzugsweise regionaler Bezug,
2.geht über schonenden Ressourceneinsatz bei Herstellung und Verarbeitung,
3.umfasst eine umweltfreundliche Verpackung und
4.reicht bis zur umweltschonenden Verlegung von Produkten,
5.sowie deren Wiederaufarbeitung, -verwertung oder Rückführung in den Kreislauf nach der Nutzungsdauer.

1. Natürliche Rohstoffe aus regionalen Quellen

Die hochwertigen Rohstoffe für seine Produkte bezieht Altro fast ausschließlich aus Deutschland, um so den Energieverbrauch und den CO2-Fußabdruck zu reduzieren, indem die Transportwege kurz gehalten werden.

Altro ist ist Marktführer bei der Herstellung von Vinylböden, die frei von Ortho-Phthalat-Weichmachern sind. Stattdessen enthalten die Produkte Bioweichmacher auf der Basis natürlicher Rohstoffe (Zitronensäureester).

2. Schonender Ressourceneinsatz

Altro setzt nicht nur auf ökologische Produkte, sondern als Unternehmen auch auf eine ressourcenschonende Produktion. Das Umweltmanagement ist nach der weltweit anerkannten Norm DIN EN ISO 14001:2009 zertifiziert. Durch geschlossene Kreislauf-Recyclingprozesse gelingt es, Abfall, Energie- und Wasserverbrauch zu reduzieren und Ressourcen effizient zu nutzen.

3. Umweltfreundliche Verpackung

Auch beim Verpackungsmaterial setzt Altro auf Nachhaltigkeit: es ist zu 100% recycelbar.

4. Umweltschonende Verlegung

Die Altro-Bodenbeläge sind bis zu 70% leichter als die Bodenbeläge von Wettbewerbern. Das resultiert in einer deutlich einfacheren und schnelleren Verlegung. Altro Cantata z.B., ein ohne Klebstoff zu verlegender Boden, schont Ressourcen und vermeidet potentiell schädliche Emissionen durch Chemikalien - ein wichtiger Faktor für die Luftqualität im Innenraum. Und nach seinem Nutzungsende? Kann Altro Cantata mühelos entfernt und zu 100% recycelt werden.

5. Wiederaufarbeitung, -verwertung oder Rückführung in den Kreislauf

Die lange Lebensdauer und Leistungsfähigkeit der Produkte von bis zu 25 Jahren trägt aktiv zur Nachhaltigkeit bei, da die Beläge nicht so häufig ersetzt werden müssen wie andere Produkte auf dem Markt. Das gesamte Altro Bodenbelagssortiment, einschließlich Vinyl und Beschichtungen, enthält durchschnittlich bis zu 30% recycelte Bestandteile, wobei die genaue Zahl je nach Sortiment variiert. Die Forschung & Entwicklung von Altro arbeitet dran, eine Recyclingquote von 100% zu erreichen.

Aktives Engagement für die Umwelt

Nicht zuletzt geht es auch darum, Branchenlösungen zu unterstützen, die zur Nachhaltigkeit beitragen. Daher wurde Altro bereits 1994 Gesellschafter der Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling (AgPR). Sie sammelt heute bundesweit und in einigen Nachbarländern gebrauchte PVC-Bodenbeläge. Diese werden dann in der AgPR-Recyclinganlage in Troisdorf in mehreren Stufen zu Feinmahlgut verarbeitet. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kurzinterview

Dr. Jochen Zimmermann, Geschäftsführer der AgPR, kennt sich aus in Sachen Recyclingprozess.

M&K: Wie kommen die gebrauchten Bodenbeläge zu Ihnen nach Troisdorf?

Dr. Jochen Zimmermann: Wir arbeiten mit professionellen Abfallunternehmen und Kommunen zusammen, die PVC-Beläge gemäß unserer Recycling-Liste akzeptieren, denn diese Vorsortierung ist besonders wichtig für die weitere Verarbeitung. Die Beläge werden direkt bei uns in Troisdorf angeliefert.

Welche Schritte durchläuft der Recyclingprozesses durch die AgPR?

Zimmermann: Nach Anlieferung werden die nicht-PVC-Beläge und andere Fremdstoffe aussortiert. Dann erfolgt eine grobe Vorzerkleinerung und Metalle etwa Eisen und Nägel werden mit Hilfe eines Magneten entfernt. Danach werden diese Chips gereinigt. Durch die darauffolgende Feinvermahlung entsteht ein feines Pulver mit einer Größenverteilung von maximal 0,4 mm.

Wie geht man mit der Entfernung historischer Weichmacher vor?

Zimmermann: Für das Entfernen dieser Weichmacher wurde vom Institut Fraunhofer IVV das Creasolv-Verfahren entwickelt, das im EU Horizon 2020 Projekt Circular Flooring zum Einsatz kommen wird. Ziel des von der EU geförderten Projekts ist es, die kreislauffähige Nutzung von Weich-PVC aus Bodenbelagsabfällen durch Recyclingverfahren zu ermöglichen, die alte Phthalsäureester abtrennen, die entsprechend der REACH-Richtlinie der EU nicht mehr verwendet werden können.

Innerhalb des Circular Flooring Projektes wird an einer Lösung gearbeitet, die historischen Phthalate in REACH-kompatible Weichmacher umzuwandeln. So lässt sich sekundäres, phthalatfreies PVC aus Bodenbelagsabfällen zurückgewinnen und zugleich verhindern, dass nutzbare Ressourcen deponiert oder verbrannt werden. Eine Pilotanlage beim Fraunhofer IVV in Freising mit einer Kapazität 60 kg Rezyklat pro Tag ist aktuell im Bau.

Das zurückgewonnene PVC wird dann mit maßgeschneiderten Additiven weiter veredelt, bevor es in neuen Bodenbelägen wiederverwendet und auf den Markt gebracht wird. Dadurch trägt Circular Flooring zu einer europäischen Kreislaufwirtschaft und einer nachhaltigen, ganzheitlichen Ressourcenrückgewinnung im technologischen Maßstab bei.

Welche Verwendung findet zurückgewonnenes PVC?

Zimmermann: Es kann für die Produktion neuer PVC-Bauprodukte eingesetzt werden, etwa Teichfolien oder Feuchtigkeitssperren für Ziegelmauerwerk. Recyclat aus Verlegeresten aktueller PVC-Fußbodenbeläge wird auch zur Produktion neuer Beläge verwendet.

An welchen Projekten ist die AgPR derzeit noch beteiligt?

Zimmermann: Wir arbeiten an der Identifizierung und Trennung von PVC-Böden mit Weichmachern, die nicht mehr REACh-konform sind (Legacy Additives) und aktuellen Weichmachern mittels NIR-Spektroskopie, und es gab bereits erfolgreiche Versuche.

Kontakt

Debolon Dessauer Bodenbeläge GmbH & Co. KG

Ebertallee 209
06846 Dessau-Roßlau
Deutschland

+49 340 6500-0

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