Mit qualifiziertem Personal dem ­Strukturwandel begegnen

  • Alfred Dänzer, Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), BerlinAlfred Dänzer, Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), Berlin

„Zukunftsbranche Gesundheit - Priorität Personal" - so lautet das Generalthema des 35. Deutschen Krankenhaustages, der vom 14. bis 17. November im Rahmen der weltweit größten Medizinmesse Medica in Düsseldorf stattfindet.

Der Krankenhaustag führt als das Informations- und Diskussionsforum im stationären Sektor die verschiedenen im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen in Düsseldorf zusammen. Mit rund 2.000 Besuchern ist der Kongress fester Bestandteil des gesundheitspolitischen Veranstaltungskalenders. Er beleuchtet in zahlreichen gesundheitspolitischen und praxisorientierten Vorträgen die aktuellen strukturellen und finanziellen Herausforderungen der Branche und zeigt innovative Lösungswege für die stationäre Versorgung der Zukunft auf. Aktuelle Fragen zur Personalpolitik, Klinikfinanzierung, Pflege, Krankenhausbau, IT-Einsatz, Ernährungsmanagement, Controlling oder zum Themenbereich der grenzüberschreitenden Versorgung in Europa werden an den vier Kongresstagen aufgeworfen.

Der 35. Deutsche Krankenhaustag steht im Zeichen des Strukturwandels der Klinikbranche. In diesem Jahr stehen am Eröffnungstag die Auswirkungen der aktuellen Gesetzgebung im Mittelpunkt des Interesses. Unter der Überschrift „Die Gesundheitspolitik der christlich-liberalen Koalition - eine Zwischenbilanz" wird Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr die gesundheitspolitischen Reformkonzepte der Koalitionsregierung erörtern und anschließend mit Spitzenvertretern der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK) kritisch diskutieren. Neben Dr. Josef Düllings, Kongresspräsident sowie Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), und Alfred Dänzer, Präsident der ­Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), werden Prof. Dr. Hans-Fred Weiser, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte (VLK), sowie Irene Maier, Pflegedirektorin des Universitätsklinikums Essen, an der Podiumsdiskussion teilnehmen.

Im Anschluss findet eine Schwerpunktveranstaltung der DKG zum Thema „Das G-DRG-System 2013" statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden die Experten über die methodischen und klassifikatorischen Anpassungen für das G-DRG-System im kommenden Jahr ausführlich informieren.

Im besonderen Fokus der Beiträge und Diskussionen stehen während des Krankenhaustages neueste Trends im Personalmanagement.

Personalgewinnung und -sicherung ist für die Kliniken mit ihren 1,1 Mio. Beschäftigten zu einem der wichtigsten Themen geworden. Denn der Wettbewerb um Personal wird zunehmend härter. Zentrales Problem ist auch der Mangel an Ärzten, der viele Kliniken vor Rekrutierungsprobleme stellt. Knapp drei Viertel aller Krankenhäuser haben laut Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) Probleme, freie Arztstellen zu besetzen. Im Rahmen des Ecclesia-Forums werden die Experten neueste Entwicklungen und Strategien der Personalentwicklung im Krankenhaus vorstellen.

Auch das Pflegeforum am zweiten Kongresstag untermauert mit Schwerpunktthemen wie „Pflegeexamen und nun?" oder „Pflege neu definieren - warum die Qualifizierung sich ändern muss damit die Praxis besser wird" die zunehmende Relevanz der Personalentwicklung. Ebenfalls am zweiten Veranstaltungstag findet eine Vortragsveranstaltung der Architekten für Krankenhausbau und Gesundheitswesen im BDA (AKG) statt. Mit der IT-Schwerpunktveranstaltung „Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz" stehen darüber hinaus innovative Themen aus dem Bereich der Krankenhaus-Telematik auf dem Tagungsprogramm.

Bei knappen finanziellen Ressourcen stellen sich die Kliniken einem Qualitäts-, Leistungs- und Kostenwettbewerb. Zwar haben die Krankenhäuser den Innovationsdruck hervorragend bewältigt, und Qualität und Wirtschaftlichkeit haben sich über die Jahre immer weiter verbessert. Aber die Grenzen der finanziellen Belastbarkeit sind für viele Kliniken erreicht oder bereits überschritten. Die zahlreichen Herausforderungen für die Kliniken bleiben auch für die nächsten Jahre die Sicherung der Finanzierung und der Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen. Ziel des Krankenhaustages ist es, neue Wege aufzuzeigen wie die Qualität der Patientenversorgung im Rahmen der bestehenden finanziellen Rahmenbedingungen weiter zu optimieren ist. Um diesen Anspruch gerecht zu werden, sind innovative Ideen gefragt.

Mit der Verleihung des mit 5.000 € dotierten Golden Helix Award trägt der Kongress dieser Entwicklung ganz praktisch Rechnung: Es werden modellhafte Projekte ausgezeichnet, die anhand belastbarer Kennzahlen bedeutsame Qualitätsverbesserungen im Gesundheits- und Krankenhauswesen belegen können. Jedes Jahr bewerben sich Projektteams aus ganz Europa um den begehrten Preis. Schirmherr des „Golden Helix Award" ist der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Das überzeugendste Projekt wird auf dem 35. Deutschen Krankenhaustag mit dem 20. Golden Helix Award ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr ging der Preis zu gleichen Teilen an das Klinikum Frankfurt (Oder) mit seinem Konzept „Medizinische und ökonomische Prozessoptimierung in der Notaufnahme durch IT-gestützte Behandlungspfade" sowie das Landeskrankenhaus St. Pölten mit seinem Projekt „Home Care Peritonealdialyse".

Mit der Vortragsveranstaltung „Diättherapie und Ernährungsberatung als unverzichtbare Bausteine einer optimalen Patientenversorgung" des Verbandes der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband (VDD) und der Fortbildungsveranstaltung des Deutschen Verbandes Technischer Assistenten/Assistenten in der Medizin (dvta) zum Themenbereich „Point-of-Care Diagnostic (POCD)" gibt es am dritten Veranstaltungstag zudem zwei neue Veranstaltungsblöcke. Eine Fachtagung zu „Zielvereinbarungen in Chefarzt-Verträgen" beschließt das Kongressprogramm am vierten und letzten Veranstaltungstag. Fest steht: Der 35. Deutsche Krankenhaustag wird sich einmal mehr als der Ort gesundheitspolitischer Ideen erweisen.

 

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10623 Berlin
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Telefon: +49 30 39801 0

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