Aus den Kliniken

Münstersche Universitätsmedizin mit Rückenwind

21.01.2013 -

Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Was die Medienlandschaft liebt - für Walter Krämer, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Universität Dortmund und Gastredner beim Neujahrsempfang des UKM (Universitätsklinikum Münster) und der Medizinischen Fakultät Münster (MFM), ist es ein Graus. „Wir machen uns zu den falschen Dingen Gedanken", ist sich der erfolgreiche Buchautor sicher. „Skandale werden aufgebauscht, Risiken übertrieben, falsche Ängste geschürt." Die Panik ist laut Krämer oftmals unbegründet, auch rückwirkend betrachtet. Und sie vernichtet Millionen an Ressourcen.

Nicht zuletzt deshalb standen für Prof. Dr. Norbert Roeder, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des UKM, und Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Wilhelm Schmitz, Dekan der MFM, beim gemeinsamen Neujahrsempfang die Fakten im Mittelpunkt. „Wir konnten im UKM in 2012 rund 52.000 Patienten stationär in unseren 40 Einrichtungen behandeln, das ist eine erfreuliche Steigerung von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr", sagte Roeder am Sonntag im Stadttheater vor Vertretern aus Wirtschaft, Politik und der Stadt Münster. „Wir sind stolz auf diese Bestätigung von den Patientinnen und Patienten und ihr Vertrauen in unsere medizinischen und pflegerischen Leistungen."

Stellvertretend für viele positive Ereignisse stehen 1058 Geburten am Universitätsklinikum - ein Rekord. Auch mit der Zahl von 138 Organ- und 160 Knochenmarktransplantationen konnte vielen Patienten das Leben gerettet werden. Durch Investitionen in neue Angiographie- und Herzkatheterplätze sowie zahlreiche Anschaffungen und Modernisierungen sieht der Vorstandsvorsitzende das UKM auch für die Zukunft auf einem guten Weg. „Über 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind es, die den Stern UKM und die Medizinische Fakultät durch ihre besonderen Leistungen auch weiterhin zum Glänzen bringen", sagte Norbert Roeder vor den mehr als 200 Gästen. „Medizin wird von Menschen für Menschen gemacht und ohne diese vielen kreativen Menschen wäre das UKM nicht das, was es ist."

Der Dekan der Medizinischen Fakultät unterstrich die positiven Zahlen. „Das Jahr 2012 war in der Geschichte der münsterschen Universitätsmedizin und der Medizinischen Fakultät eines der erfolgreichsten", so Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Wilhelm Schmitz. Alleine drei Sonderforschungsbereiche - davon zwei neu eingeworbene - sorgten zuletzt für 21,5 Mio. € Forschungsförderung, die zu großen Teilen nach Münster fließt. Der bedeutendste Erfolg in 2012 war die Einwerbung des Exzellenz-Clusters „Cells in Motion (CiM)", mit dem der Medizinischen Fakultät und der gesamten Universität international sichtbare Exzellenz in der Forschung bescheinigt wird. Verstecken muss sich die Medizinische Fakultät generell nicht: Im deutschen Fakultätenvergleich ist die Erfolgsquote spitze. „Nur 7,7% der studentischen Prüfungsteilnehmer vom April scheiterten, bundesweit waren es 22,5%", sagte Schmitz mit Stolz, konnte aber noch eine weitere Bestmarke hinzufügen. „77,8% unserer Studenten schaffen das Physikum in der Regelstudienzeit - der höchste Prozentsatz. Das ist ein Hinweis darauf, dass unsere steigenden Anstrengungen für eine Optimierung und effiziente Gestaltung des Studiengangs Früchte tragen."

Investitionen und Modernisierungen stehen 2013 im Fokus

Der Blick auf das Jahr 2013 fiel beim Neujahrsempfang folglich positiv aus - jedoch nicht ohne den erforderlichen Weitblick. Zwar stehen mit der Sanierung der Außenfassade der prägnanten Kliniktürme, der Modernisierung der Operationssäle mit der Installation eines Hybrid-OPs und der Inbetriebnahme eines modernen ambulanten OP-Zentrums sowie der Einrichtung eines interdisziplinären Simulationszentrums für pflegerische und medizinische Fachkräfte für das UKM ebenso große Projekte wie für die MFM an, die mit dem Bau des Medizinischen Forschungszentrums MedForCe am Coesfelder Kreuz und dem zweiten Teil des neuen PAN-Zentrums (Institut für Pathologie, Anatomie und Neuropathologie) die Spitzenposition im bundesweiten Vergleich weiter festigen möchte. Doch mit Blick auf finanzielle Engpässe und ein sich im Wandel befindendes Gesundheitswesen mahnte Roeder als Vorstandsvorsitzender des UKM: „Der Wind weht rauer für die deutschen Krankenhäuser. Damit wird es immer schwerer, die Versorgung auf hohem Niveau aufrecht zu erhalten und gleichzeitig das vom Gewährsträger und vom Aufsichtsrat geforderte ausgeglichene wirtschaftliche Jahresergebnis sicherzustellen."

OB Lewe lobt Einsatz zweier wichtiger Akteure

Um die von Festredner Krämer angesprochene schlechte deutsche Angewohnheit der Panikmache musste sich in diesem Bezug jedoch am Sonntag niemand Sorgen machen. Sensibilisieren war es, was Roeder als Vorstandsvorsitzender wollte. Auf das angelaufene Jahr blickt er jedoch optimistisch. „Wir können auf den Erfolg des Jahres 2012 und der Vorjahre aufbauen", so Roeder. „Dank hohem persönlichen Engagement vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird die Versorgung auf universitätsmedizinischem Niveau, aber auch die Aus- und Weiterbildung von jungen Ärztinnen und Ärzten und anderen Berufsgruppen sowie die Forschung auch in diesem Jahr sehr erfolgreich weitergeführt." Oberbürgermeister Markus Lewe betonte dies ebenfalls in seinem Grußwort. „Das UKM und die Medizinische Fakultät der WWU haben als wichtige Akteure unverzichtbare Beiträge zur erfolgreichen Entwicklung der Stadt Münster zu einer Stadt der Wissenschaft und Lebensart geleistet", so Lewe. „Münster als Wissenschaftsstadt, als lebenswerteste Stadt der Welt, wäre ohne sie nicht denkbar."

Einen Einblick in die Arbeit von zwei Mitarbeitern gab Moderatorin Martina Kreimann, die unter dem Motto „Drei Fragen an..." mit Katja Kümmel die Leiterin des Geschäftsbereichs IT zu anstehenden Projekten am UKM interviewte. Prof. Dr. Heinz Wiendl stand zudem als neuer Prodekan für Forschung im Fokus. Ausgezeichnet wurde im Rahmen der festlichen Veranstaltung Rainer Trunt, der sich als Hörgeräteakustikmeister ehrenamtlich für hörgeschädigte Kinder eingesetzt sowie zahlreiche Lösungen in der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie realisiert hat und dafür von der Rektorin der Westfälischen Wilhelms-Universität, Prof. Dr. Ursula Nelles, die Universitätsmedaille verliehen bekam. Für die musikalische Unterhaltung sorgten Sopranistin Gabriele Nill-Kühn, Mezzosopranistin Sandra Schenk und Pianist Thorsten Schmid-Kapfenburg. Mit eindrucksvollen artistischen Darbietungen begeisterten Artisten des Chinesischen Nationalzirkus.

 

 

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