Neue Formen der Öffentlichkeit


Eine Reise durch Europa stand am Anfang der Abschlussarbeit von Katharina Hollberg und Anton Leibham vom Fachbereich Architektur der FH Münster, der Münster School of Architecture (MSA). Das Ziel: genügend Impulse dafür zu bekommen, wie Wohnen in Gemeinschaft auch in größerem, quartiersübergreifendem Maßstab gelingen kann.
ie Europareise der Architekturstudenten Katharina Hollberg und Anton Leibham „war sehr hilfreich, neue Eindrücke aus dem mitteleuropäischen Kulturkreis zu sammeln und damit gefestigte Gedankenstrukturen zu verlassen", so Anton Leibham. Fünf Wochen, zehn Städte, sieben Länder, weit über 5.000 Kilometer Zugstrecke und 500 Kilometer Fußweg führten die beiden zu über 250 altbewährten, gründerzeitlichen und zeitgenössischen Wohnungsbauprojekten. Zu Projekten, die auch ihrer Vorstellung von Wohnen entsprechen: privat und individuell, aber auch offen und integrativ.
Hollberg und Leibham haben mit den Menschen vor Ort gesprochen und geschaut, wie sie sich ihr Quartier aneignen. „Das Verständnis von Wohnraum ist heute ein anderes als früher: Das Bild der traditionellen Familie hat sich gewandelt, die zunehmende Digitalisierung wirkt sich auf den Lebensstil der Menschen aus, die Gesellschaft ist vielfältiger geworden. Das Bedürfnis nach gemeinschaftlichem, selbstbestimmtem, nachhaltigem und integrativem Wohnen ist immens gewachsen", sagt Hollberg. Was es dazu braucht und wie gleichzeitig die Wünsche des Einzelnen berücksichtigt werden, ist das Thema ihrer Masterthesis.
Architektur als Teil des öffentlichen Raums
„Ein grundlegendes Element dieser Wohnform besteht darin, dass bereits in der Planung die Architektur als Teil des öffentlichen Raums mitgedacht wird. Denn nur so sind Begegnungen und Aktivitäten möglich, die durch eine geschlossene Blocktypologie oder in Einfamilienhaussiedlungen keine Chance hätten. Räume müssen als Sozialräume begriffen werden, die von den Bewohnern immer wieder verändert und neu verhandelt werden", erklärt Hollberg. „Wir brauchen Gemeinschaftsflächen, Schwellen- und Interaktionsräume."
Die Masterthesis besteht aus zwei Büchern. Das erste ist ein Reisebericht mit 250 Fotos und Illustrationen zu über 100 Projekten, das zweite widmet sich aus soziologischer Perspektive dem Thema der Gemeinschaft als auch deren physischen und unterbewussten Schwellenräumen, welche gemeinschaftliche Aktivitäten erst ermöglichen. Er enthält neben dem städtebaulichen und architektonischen Entwurfsteil auch fünf aus ihrer Sicht inspirierende Projekte von der Reise: in grafisch analysierten Grundrissen mit Schnittstellen und Rückzugsorten sowie Flächen für Treffpunkte.
Gerade einmal ein Prozent aller Absolventinnen und Absolventen eines Jahrgangs erhält ihn: den Hochschulpreis. Jedes Jahr kürt das Präsidium gemeinsam mit der Gesellschaft der Freunde der FH Münster e. V. (gdf) auf Vorschlag der Fachbereiche und der Zentralen Wissenschaftlichen Einrichtung die besten Abschlussarbeiten. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern des Hochschulpreises 2020 für die besten Arbeiten aus 2019 gehören auch Katharina Hollberg und Anton Leibham. Sie haben außerdem den Bernard-Rincklake-Preis erhalten.
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