Aus den Kliniken

Neuropsychologie: Computergestützte Diagnostik am GPR Klinikum

11.04.2012 -

Die Neuropsychologie ist eine noch junge Spezialdisziplin der Psychologie, die sich mit den geistig-seelischen Folgen von Hirnschädigungen beschäftigt, wie sie beispielsweise durch Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder Demenz entstehen können.

Gerade Patienten mit Hirnschädigungen sind zu Beginn ihrer Erkrankung häufig nicht in der Lage, ihre Defizite vollständig wahrzunehmen. Manchmal fühlen sie sich darum von den Menschen in ihrem Umfeld falsch eingeschätzt oder missverstanden und nehmen Therapieangebote nicht wahr, weil sie die Notwendigkeit dazu nicht erkennen können. Aus diesem Grund nutzt Frau Sabine Berlandi, Klinische Neuropsychologin der Geriatrischen Klinik im GPR Klinikum, die computergestützte Diagnostik und hat mit dieser Methode großen Erfolg.

In der PC-Diagnostik können mit der Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung (TAP) verschiedene Bereiche wie Wachheit (Vigilanz), Gedächtnis oder visuelle Wahrnehmung (Gesichtsfeld) geprüft werden. Das zuverlässige Erkennen einer Gesichtsfeldeinschränkung (Quadrantenanopsie) oder einer fahreignungsrelevanten Aufmerksamkeitsstörung wäre ohne diese PC-Tests schwierig.

Ein Vorteil der computergestützten Diagnostik ist insbesondere die hohe Objektivität. Hier kann die objektive Darstellung der Testergebnisse am Computer mit Zahlen und Vergleichswerten in Tabellen oder in Grafiken helfen. Die anschließende ausführliche gemeinsame Betrachtung und Besprechung dieser Ergebnisse mit den Patienten tragen erheblich dazu bei, die Störungswahrnehmung zu verbessern. Bei den Erkrankten steigt so die Einsicht in die neu entstandenen Probleme und Gefahren im Alltag und erleichtert auch den Angehörigen den Umgang mit dem betroffenen Familienmitglied.

„Die Erfahrung hat gezeigt, dass ältere Menschen diese zeitgemäße Form der Untersuchung in der Regel nicht als belastend erleben. Sie fühlen sich fair behandelt und manchmal bitten sie vor der Entlassung um eine Testwiederholung, damit sie den Angehörigen ihre Fortschritte „schwarz auf weiß" präsentieren können", erklärte Frau Sabine Berlandi.

Nach der Diagnostik folgt die Therapie mit den Zielen, die Patienten zu Experten für ihre Krankheit zu machen und die Teilhabe am Leben wieder zu erhöhen. Die Psychologin schafft dazu eine Atmosphäre, in der die Erkrankten behutsam Erfahrungen mit alltäglichen Anforderungen machen können, ohne sich bloßgestellt zu fühlen. Sie bekommen Hilfestellungen bei der Überwindung von Angst, Unsicherheit, Misstrauen oder Hoffnungslosigkeit und erhalten durch gezieltes Training die Möglichkeit, ihre Defizite zu reduzieren oder zu kompensieren.

 

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