PD Dr. Robert Zeiser mit Theodor-Frerichs-Preis der DGIM ausgezeichnet

PD Dr. Robert Zeiser wurde im Rahmen des 117. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) mit dem Theodor-Frerichs-Preis 2011 ausgezeichnet.

Mit Stammzellen können Ärzte den Blutkrebs Leukämie häufig heilen. Doch die Spenderzellen vernichten nicht nur die Krebszellen, sie greifen auch gesunde Zellen des Empfängers an. Warum diese sogenannte Graft-versus-Host-Erkrankung mitunter lebensbedrohlich verläuft, haben Wissenschaftler jetzt erforscht.

Krebserkrankungen wie etwa Leukämie oder Lymphknotenkrebs behandeln Ärzte seit Jahrzehnten erfolgreich mit Stammzellen aus Knochenmarkspenden. Doch häufig greifen die Stammzellen vom Spender - dem Graft - das gesunde Gewebe des Empfängers - dem Host - an. Dann kommt es zur sogenannten Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD). Sie schädigt Gewebe wie Haut, Darm und Leber. In bestimmten Fällen verläuft die Abstoßungsreaktion lebensbedrohlich. Dies betrifft insbesondere Patienten, die vor der Stammzellübertragung eine Strahlentherapie durchlaufen haben.

Weshalb gerade diese Patienten betroffen sind, hat die Arbeitsgruppe um Dr. Zeiser jetzt aufdeckte. Die Forscher zeigten, dass das Gewebe nach der Strahlentherapie die Signal-substanz Adenosintriphosphat (ATP) freisetzt. Dies verschlechtert die GvHD. Im Tiermodell gelang es Zeiser und Kollegen auf zwei Wegen, die schädliche Wirkung von ATP zu verhindern: Indem er den Empfänger für ATP blockiert, macht er das ATP unwirksam. Darüber hinaus verbessert die Gabe des Enzyms „Apyrase" die Überlebenschancen der Tiere. Apyrase spaltet ATP, bevor dieses seine schädliche Signalwirkung entfaltet.

"Die Erkenntnisse des 1975 geborenen Krebsforschers Zeiser sind von unmittelbarer Bedeutung für die Transplantationsmedizin", begründen die Juroren der DGIM ihre Entscheidung: "Es steht zu erwarten, dass Ärzte mit diesen neuen Behandlungsansätzen unkontrollierte Immunantworten bei GvHD, aber auch Transplantationsabstoßung oder Sepsis, zukünftig gezielter behandeln können."

Der Preis ist nach dem Präsidenten des ersten Deutschen Kongresses für Innere Medizin - dem Internisten Friedrich Theodor von Frerichs - benannt. Mit dem Preis würdigt die DGIM die beste zur Bewerbung eingereichte, möglichst klinisch-experimentelle Arbeit auf diesem Gebiet im deutschsprachigen Raum.

Die Fachgesellschaft verleiht die Auszeichnung jährlich im Rahmen der Festlichen Abendveranstaltung ihrer Jahrestagung in Wiesbaden.

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