Prof. Andreas Greinacher erhält DRK-Wissenschaftspreis

  • Prof. Andreas Greinacher, Ärztlicher Vorstand an der Universitätsmedizin Greifswald, erhält den Wissenschaftspreis für Transfusionsmedizin und Blutspendewesen des DRK (Foto: UMG/Hans-Werner Hausmann).Prof. Andreas Greinacher, Ärztlicher Vorstand an der Universitätsmedizin Greifswald, erhält den Wissenschaftspreis für Transfusionsmedizin und Blutspendewesen des DRK (Foto: UMG/Hans-Werner Hausmann).

Der Wissenschaftspreis für Transfusionsmedizin und Blutspendewesen des DRK geht in diesem Jahr an den Greifswalder Wissenschaftler Prof. Andreas Greinacher. Im Rahmen des 14. Wissenschaftlichen Symposiums der Forschungsgemeinschaft der DRK-Blutspendedienste am Freitag, dem 16. November 2012 in Dresden verleihen die DRK-Blutspendedienste zum siebten Mal den mit 25.000 € dotierten Wissenschaftspreis. Prof. Andreas Greinacher ist Ärztlicher Vorstand an der Universitätsmedizin Greifswald.

„Prof. Andreas Greinacher gehört zu den führenden Transfusionsmedizinern und hat mit seinen wegweisenden Forschungen und innovativen Ansätzen dazu beigetragen, aktiv Leben zu retten", begründete Prof. Jürgen Bux, Vorsitzender der Forschungsgemeinschaft der DRK-Blutspendedienste e. V. die bevorstehende Ehrung.

Prof. Andreas Greinacher leitet seit 1994 die Abteilung Transfusionsmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald. Arzneimittelausgelöste Immunreaktionen sowie die Diagnostik und Therapie immunvermittelter und angeborener Thrombozytopenien gehören seit vielen Jahren zu den Schwerpunkten seiner wissenschaftlichen Arbeit. 1990 beschrieb er als erster eine neue Form einer angeborenen Thrombozytopenie mit Riesenplättchenbildung. Bekannt wurde der Greifswalder durch seine Forschungen zur Entstehung, Diagnostik und Therapie der Heparin-induzierten Thrombozytopenie. Es ist mit sein Verdienst, dass dieser gefährlichen Nebenwirkung der häufigen Medikamentengabe durch Heparin der Schrecken genommen wurde.

Die jüngsten Forschungsergebnisse Greinachers haben ferner wesentlich dazu beigetragen, einer schwerwiegenden Lungenschädigung nach Blut-Transfusionen vorzubeugen, nämlich der so genannten TRALI-Reaktion (Transfusions-assoziierte akute Lungeninsuffizienz). Ernsthafte Komplikationen und Todesfälle durch Bluttransfusionen aufgrund der TRALI-Reaktion können jetzt vermieden werden.

Auf dem Höhepunkt der EHEC-Krise letzten Jahres haben Wissenschaftler aus Greifswald unter Leitung Greinachers mit einem neuen Therapieansatz einen Fortschritt bei der Behandlung der schweren HUS-Infektion erzielt. Die Greifswalder Ärzte hatten damals vermutet, dass immunologische Abwehrreaktionen und die damit verbundene Bildung von Antikörpern für die schweren Verläufe mit verantwortlich sein könnten.

Die Medizinische Hochschule Hannover und die Universitätsklinik in Bordeaux, Frankreich hatten das Greifswalder Behandlungskonzept in Form einer speziellen Blutwäsche übernommen und erfolgreich eingesetzt.

Weitere bedeutende Forschungskomplexe Greinachers befassen sich mit der Entwicklung der Blutspenderdemographie und -verteilung angesichts der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung sowie mit der Charakterisierung von immunogenen Strukturen durch nano-physikalische Methoden.

 

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