Prof. John Marshall mit dem Junius-Kuhnt-Award ausgezeichnet

  • Prof. John Marshall erhielt für seine Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Lasertechnik und deren Einsatz in der Augenheilkunde den 6. Junius-Kuhnt-Award. Susanne Kohout, Novartis Pharma, Prof. John Marshall, Prof. Frank G. Holz (Foto: Novartis).Prof. John Marshall erhielt für seine Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Lasertechnik und deren Einsatz in der Augenheilkunde den 6. Junius-Kuhnt-Award. Susanne Kohout, Novartis Pharma, Prof. John Marshall, Prof. Frank G. Holz (Foto: Novartis).

Licht und das Alter: Zwei Faktoren, die zahrleiche retinale Augenerkrankungen wechselseitig beeinflussen können. Sie gelten in der Augenheilkunde als belegte Risikofaktoren für die Altersbezogene Makuladegeneration (AMD) und für diabetische bzw. genetisch bedingte Veränderungen der Netzhaut. Für den Physiker Prof. John Marshall waren und sind sie in den letzten 40 Jahren Ausgangspunkt einer intensiven Forschungsarbeit. Gleichzeitig fokussierte er sich auf die Lasertechnik und deren Einsatzmöglichkeiten in der Augenheilkunde, z. B. bei der Diagnose oder Therapie.

Möglich wurde dies, so Prof. Frank G. Holz, Direktor der Augenklinik der Universität Bonn, durch seine „Fähigkeit, Brücken zwischen der Grundlagenwissenschaft und dem klinischen Alltag zu schlagen, aus der zahlreiche interdisziplinäre Kooperationen mit Zellbiologen, Physikern und Augenärzten entstanden sind."

So entwickelte John Marshall den „Excimerlaser", der eine Revolution auf dem Gebiet der Augenheilkunde darstellte: Erstmals konnten damit Augenerkrankungen, die durch eine falsche Lichtbrechung im Auge entstehen, korrigiert werden. Auch die Technik hinter dem Diodenlaser, die bis heute unter anderem bei der Behandlung des Glaukoms eingesetzt wird, stammt von ihm. In der Folge arbeitete er eng mit der WHO, dem Internationalen Roten Kreuz und anderen Sicherheitskomittees zusammen, um die Sicherheit der Lasertechnik zu verbessern.

Getrieben durch diese technischen Neuerungen trug John Marshall dazu bei, eine der Hauptursachen für die bei der AMD typische Ablösung des Pigmentepitels zu klären, hob Holz hervor: die Ablagerung von Fetten innerhalb der Bruchschen Membran. Außerdem identifizierte er den Einfluss der Durchlässigkeit solcher Ablagerungen. Diese Erkenntnisse flossen in der Weiterentwicklung der Lasertechnik ein, z. B. zeichnet sich der Physiker für die niedrig dosierte Laserbehandlung verantwortlich.

Nach Prof. Reginald Birngruber erhält mit Prof. John Marshall ein weiterer Physiker den mit 5.000 Euro dotierten Junius-Kuhnt-Preis. Ausgezeichnet wurden seit 2007 Ophthalmologen, aber auch Grundlagenwissenschaftler anderer Fachbereiche, die für die Therapie und Erforschung der AMD Außergewöhnliches geleistet haben.

Der Preis wird jährlich während des Makula Updates von der Universitäts-Augenklinik Bonn und Novartis Pharma verliehen.

 

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