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Quantitative Diagnostik und Risikobeurteilung von Blasenkrebs am Point of Care

12.02.2013 -

Risikopersonen für Blasenkrebs können einfach und kostengünstig mit Urin-basierten Proteinmarkern für die patientennahe Diagnostik untersucht werden. Mit UBC Rapid steht jetzt erstmals ein Point-of-Care (POC) Test für die quantitative Auswertung zur Verfügung.

Die Ergebnisse einer Pilotstudie an der Universität Tübingen stellte der Urologe Tilman Todenhöfer am 30. Januar 2013 auf dem 22. Urologischen Winterworkshop in Leogang vor.1

Der UBC Rapid Test kann auf einem kleinen, mobilen POC-Messgerät quantifiziert werden. Dazu wird eine verdünnte Urinprobe des Patienten in das Probenfenster einer Testkassette pipettiert. Die Farbintensität der Testlinie wird in dem Messgerät concile Ω100 automatisch mit einem CCD-Sensor anhand einer Kalibrationskurve ausgewertet. Das Gerät ist für die einfache patientennahe Diagnostik vieler verschiedener Marker geeignet. Es zeigt die UBCKonzentration im Urin nach 10 Minuten in μg/l an. Damit steht erstmals ein quantitativer POC-Test für die Früherkennung, die Diagnostik und das Monitoring von Harnblasenkrebs zur Verfügung.

Der quantitative UBC Rapid Test zeigte in einer Pilotstudie der Universität Tübingen mit 62,3% eine signifikant bessere Sensitivität als NMP22, für das mit einer Sensitivität von 16,3% ein im Vergleich zu früheren Studien deutlich niedrigerer Wert festgestellt wurde.1 Die quantitative Auswertung des Blasenkrebs- Markers UBC ermöglicht laut Tilman Todenhöfer zudem eine bessere Risikobeurteilung als bisherige Schnelltests. Die Studie wurde mit 198 Patienten durchgeführt, bei denen ein Verdacht auf ein Harnblasenkarzinom bestand oder die zur Rezidivkontrolle an die Klinik für Urologie, Universität Tübingen, kamen. Bei 39 Patienten lag ein Ersttumor vor, bei 22 weiteren Patienten ein Rezidiv.

UBC Rapid detektiert die Tumor-assoziierten Zytokeratin-Fragmente 8 und 18. Der Lateral-Flow-Test kann wie NMP22 und BTA stat auch als qualitativer Test mit dem bloßen Auge abgelesen werden. Die POC-Tests zur Diagnose von Blasenkrebs variieren hinsichtlich ihrer Sensitivität, Spezifität und der Anfälligkeit gegenüber Störfaktoren wie Hämaturie und Harnwegsinfektionen.2 So zeigt der BTA stat Test häufig ein falsch positives Ergebnis bei Blutbeimengungen im Urin3 und seine Aussagekraft ist bei Hämaturie, dem Leitsymptom des Harnblasenkarzinoms, limitiert.

Zusammenfassend wies Todenhöfer auf dem Winterworkshop in Leogang darauf hin, dass bisher noch kein Marker die Zystoskopie ersetzen kann. Die POC-Tests sind jedoch einfach und schnell durchführbar. Der quantitative Schnelltest UBC Rapid ermöglicht als erster POC-Test für Blasenkrebs eine genauere Risikobeurteilung durch die genaue quantitative Bestimmung der Zytokeratinkonzentrationen im Urin.

Quellen

  • Todenhöfer T: Aktuelles zur Anwendung von Urinmarkern in der Diagnostik des Urothelkarzinoms. Vortrag auf dem 22. Urologischen Winterworkshop in Leogang, 30. Januar 2013.
  • Hennenlotter J, et al: Point-of-Care tests for bladder cancer: the influencing role of hematuria. Adv Urol 2011;Article ID 937561.
  • Lüdecke G: Comparative analysis of sensitivity to blood in the urine for urinebased point-of-care assays (UBC rapid, NMP22 BladderCheck and BTA-stat) in primary diagnosis of bladder carcinoma. Interference of blood on the results of urine-based POC tests. Anticancer Research 2012;32:2015-2018.

 

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