22.11.2011
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Renate Schülke-Schmitt geht in den Ruhestand

  • Im Rahmen Ihrer feierlichen Verabschiedung wurde Renate Schülke-Schmitt von Prof. Matthias Frosch (rechts) und Prof Christoph Reiners für ihre Verdienste mit der Siebold-Medaille ausgezeichnet (Foto: Universitätsklinikum Würzburg).Im Rahmen Ihrer feierlichen Verabschiedung wurde Renate Schülke-Schmitt von Prof. Matthias Frosch (rechts) und Prof Christoph Reiners für ihre Verdienste mit der Siebold-Medaille ausgezeichnet (Foto: Universitätsklinikum Würzburg).

Renate Schülke-Schmitt, die Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Würzburg, geht Ende des Jahres in den Ruhestand. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sie das Großkrankenhaus auf seinem Weg in die finanzwirtschaftliche und rechtliche Selbstständigkeit maßgeblich begleitet. Bei ihrer feierlichen Verabschiedung wurde sie für ihre Verdienste um die Würzburger Universitätsmedizin mit der Siebold-Medaille ausgezeichnet.

„Zum Ende dieses Jahres geht mit Renate Schülke-Schmitt eine Führungspersönlichkeit und ‘Frau der ersten Stunde‘ in den verdienten Ruhestand, die die Geschicke des größten Würzburger Unternehmens maßgeblich gestaltet hat" sagte Prof. Christoph Reiners, der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg (UKW), anlässlich der feierlichen Verabschiedung der Kaufmännischen Direktorin am 18. November 2011.

Vor über 360 geladenen Gästen dankte er der scheidenden Leitenden Regierungsdirektorin dafür, dass sie über 20 Jahre als Dienstvorgesetzte des gesamten nicht-wissenschaftlichen Personals des Großkrankenhauses die Verantwortung für über 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen hat. Dabei habe sie ein jährliches Budget von rund 500 Mio. € verwaltet.

Von der Uni-Rechtsabteilung zur Referentin des Uniklinikums

In diese hohe Führungsverantwortung ist die Volljuristin in den vergangenen zwei Jahrzehnten sukzessive hineingewachsen parallel zur Entwicklung des Klinikums von einem „Ableger" der Universität zu einer selbstständigen Rechtspersönlichkeit.

Nach zweieinhalb Jahren in der Rechtsabteilung der Würzburger Universität wurde Renate Schülke-Schmitt im Jahr 1988 im damals neu eingerichteten Klinikreferat zur Referentin für Klinikangelegenheiten ernannt. „Damit war meine Karriere als klassische Juristin quasi beendet", berichtet die gebürtige Coburgerin schmunzelnd. „Allerdings war mir die rechtwissenschaftliche Ausbildung für meine weiteren Tätigkeiten sehr dienlich, denn als Juristin lernt man, Sachverhalte kritisch zu analysieren und zu hinterfragen sowie in überschaubarer Frist zu einem allseits verträglichen Ergebnis zu kommen."

Seit 1991 Kaufmännische Direktorin

In den darauffolgenden Jahren wurde das UKW wirtschaftlich immer mehr auf sich selbst gestellt.

Nach dem Erlass der Klinikumsordnung im Jahr 1991 wurde eine Direktion aus Ärztlichem Direktor, Stellvertretendem Ärztlichen Direktor, Pflegedirektorin und Renate Schülke-Schmitt als Verwaltungsdirektorin gebildet.

Die organisatorische, finanzwirtschaftliche und verwaltungsmäßige Verselbständigung des Klinikums als kaufmännisch eingerichteter Staatsbetrieb im Jahr 1999 und die rechtliche Verselbstständigung zur Anstalt des öffentlichen Rechts im Jahr 2006 brachten für die Direktorin und ihren Stab immer neue Herausforderungen mit sich, wie testatpflichtige Abschlüsse, eigene Personalverantwortung sowie die Entwicklung von wirtschaftlicheren Strukturen.

Planpreise versus Kostenexplosion

„Eines der Hauptprobleme war und ist, dass wir einerseits mit durch die Gesundheitspolitik quasi festgeschriebenen Planpreisen zurechtkommen, anderseits als Wirtschaftsbetrieb agieren müssen", erläutert Renate Schülke-Schmitt. „Der Grundsatz der Beitragssatzstabilität sorgt dafür, dass unsere Einnahmenseite nicht in gleichem Maße wachsen kann, wie die Tarif- und Preissteigerungen bei Personal- und Sachkosten." Dies bleibe die große Herausforderung für die Zukunft der Krankenhäuser, aber auch für die Politik, denn auf Dauer könnten die Kliniken die Differenzbeträge nicht auffangen.

Wirtschaftlich gesund und atmosphärisch gepflegt

Nichtsdestotrotz steht das Würzburger Universitätsklinikum nach Einschätzung der Direktorin finanziell gut da: „Ich denke, wir haben unsere Hausaufgaben mit Erfolg gemacht, so dass ich mit gutem Gewissen mein Amt an meine Nachfolgerin oder meinen Nachfolger übergeben kann."

Auch die Arbeitsatmosphäre spielt aus Sicht von Renate Schülke-Schmitt am UKW eine wichtige Rolle: "Die von mir regelmäßig veranstalteten Jubilarfeiern für langjährige Betriebsangehörige haben mir immer wieder unsere vergleichsweise hohe personelle Konstanz vor Augen geführt, die ich auch als Zeichen der Verbundenheit der Mitarbeiter mit unserem Klinikum interpretiere. In meiner Funktion als Dienststellenleiterin war es mir ein besonderes Anliegen, zusammen mit dem Personalrat immer die im Interesse des gesamten Klinikums besten Lösungen zu finden."

Gremienarbeit auf Bundes- und Landesebene

Neben ihrer Arbeit am Klinikum engagierte sich Renate Schülke-Schmitt in landes- und bundesweiten Gremien. So ist sie zum Beispiel Vorstandsmitglied im Verband der Universitätsklinika Deutschland sowie Stellvertretendes Mitglied im Hauptausschuss der Bayerischen Krankenhausgesellschaft. Als besondere Ehre empfand sie eine Beratertätigkeit bei der Erstellung eines Papiers des Deutschen Wissenschaftsrats zur Größe der universitätsmedizinischen Einrichtungen.

Siebold-Medaille verliehen

„Es ist nicht zuletzt der Verdienst einer gut organisierten Klinikumsverwaltung, dass die medizinische Forschung an der Julius-Maximilians-Universität soweit gekommen ist wie derzeit", betonte Prof. Alfred Forchel, Präsident der Würzburger Universität und Mitglied des Aufsichtsrats der Universitätsklinikums in seinem Grußwort. Dafür und für ihre besonderen Verdienste für die Würzburger Universitätsmedizin insgesamt wurde Renate Schülke-Schmitt von Prof. Matthias Frosch, dem Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg und Prof. Reiners im Rahmen der Verabschiedung am vergangenen Freitag die Carl-Caspar-Siebold-Medaille verliehen.

Mit der Auszeichnung ehren die medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum Personen, die sich kontinuierlich für den Ausbau der Medizinische Fakultät und des Klinikums der Universität Würzburg einsetzen. Carl Caspar Siebold war im 18. Jahrhundert Professor an der Würzburger Universität und wurde wegen seiner Verdienste auf dem Gebiet der Medizin in den Adelsstand erhoben. Er ist der Großvater des berühmten Japanforschers Phillip Franz von Siebolds.

Ein lachendes, ein weinendes Auge

Nach vielen Jahren mit regelmäßig über zwölfstündigen Arbeitstagen freut sich die 64-jährige Direktorin nun darauf, erst einmal in Ruhe „durchschnaufen" und sich ihrem Mann mehr widmen zu können. Allerdings gehe sie mit dem berühmten lachenden und weinenden Auge: „Zum einen bin ich erleichtert, die Verantwortung für ein Budget von annähernd einer halben Milliarde Euro und für so viele Menschen abgeben zu können. Zum anderen habe ich mich dem Würzburger Uniklinikum immer besonders verbunden gefühlt. Die hier geleistete Aufbauarbeit war für mich eine persönliche Bereicherung."

Am Ende der Verabschiedungsfeier im fast vollständig gefüllten Hörsaal des Rudolf-Virchow-Zentrums am Universitätsklinikum Würzburg, bedankten sich alle Gäste mit stehenden Ovationen für die Leistungen von Renate Schülke-Schmitt.

 

 

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