02.03.2016
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Sodbrennen: Echtzeit-MRT macht Ursachen sichtbar

  • Patientenbesprechung im Echtzeit-Forschungs-MRT: Priv.-Doz. Dr. Alexander Beham, Oberarzt Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UMG (Mitte), Prof. Dr. Michael Ghadimi, Direktor Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie (linksPatientenbesprechung im Echtzeit-Forschungs-MRT: Priv.-Doz. Dr. Alexander Beham, Oberarzt Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UMG (Mitte), Prof. Dr. Michael Ghadimi, Direktor Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie (links
  • Patientenbesprechung im Echtzeit-Forschungs-MRT: Priv.-Doz. Dr. Alexander Beham, Oberarzt Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UMG (Mitte), Prof. Dr. Michael Ghadimi, Direktor Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie (links
  • Standbild aus dem Echtzeit-MRT zeigt die Speiseröhre und den Übergang zum Magen. Foto: UMG

Ärzte der Universitätsmedizin Göttingen und Forscher des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie haben eine neue Methode zur Darstellung und Entdeckung der Ursachen von Sodbrennen entwickelt.

Den Vorgang des Schluckens mit bildgebenden Verfahren darzustellen, das war bisher nicht möglich. Göttinger Ärzten und Forschern ist dies zum ersten Mal weltweit gelungen. Sie haben einen Weg für eine filmische Darstellung des Schluckens gefunden. Die neue Methode zur Darstellung des Schluckvorgangs hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe von Ärzten der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und Forschern des Max-Planck-Instituts (MPI) für biophysikalische Chemie, Göttingen, erarbeitet. Das Göttinger Forscherteam nutzt dafür das Verfahren der Magnetresonanz-Tomografie (MRT) in Echtzeit. Mit Hilfe dieser Technik, der „Echtzeit-MRT“, kann der Schluckakt mit 25 Bildern pro Sekunde dokumentiert und untersucht werden. Das Echtzeit-MRT liefert Bilder, die für diagnostische Zwecke in der Klinik und für die Behandlung nutzbar sind. Ursachen von Sodbrennen oder Schluckstörungen lassen sich genauer erkennen und untersuchen. Für eine individuelle und gezielte Behandlung der Volkskrankheit Sodbrennen eröffnen sich damit neue Wege.

Leiter des interdisziplinären Teams sind Prof. Dr. Jens Frahm, Biomedizinische NMR Forschung im MPI für biophysikalische Chemie Göttingen, und Priv.-Doz. Dr. Alexander Beham, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UMG.

„Bilder vom Schluckakt in Echtzeit liefern uns völlig neue Grundlagen für detaillierte Analysen von krankhaften Zuständen. Wir können Ursachen von Sodbrennen oder verschiedene Formen von Schluckstörungen genauer erkennen und die Behandlung gezielt darauf ausrichten“, sagt Priv.-Doz. Dr. Alexander Beham, Experte für die Behandlung von Sodbrennen in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UMG.

Die Echtzeit-MRT liefert Bilder, mit denen der Schluckvorgang vom Mundraum durch die Speiseröhre bis zum Mageneingang verfolgt werden kann. Auch der Reflux, der entscheidende Akt für Sodbrennen, lässt sich unmittelbar beobachten: Um den Eintritt von Magensäure in die Speiseröhre auszulösen, reicht eine einfache Pressung auf den Bauch des Patienten.

„Auf diese Weise lässt sich Sodbrennen diagnostizieren. Gleichzeitig können wir auch die anatomische oder funktionelle Veränderung entdecken, die dem Sodbrennen zugrunde liegt. Wir können jetzt ganz genau sehen, was die Ursache ist: Das kann eine verzögerte Muskelbeweglichkeit (Peristaltik) der Speiseröhre sein oder eine Störung des Übergangs von der Speiseröhre in den Magen oder eine Entleerungsstörung des Magens in den Darm“, so Priv.-Doz. Dr. Beham.

Zurzeit untersuchen die Göttinger Forscher gemeinsam mit Kollegen aus dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (Prof. Dr. Joachim Lotz) der UMG und aus der Klinik für Gastroenterologie und gastrointestinale Onkologie (Prof. Dr. Volker Ellenrieder) der UMG eine größere Patientengruppe mit 100 Patienten. Ziel ist es herauszufinden, inwieweit die bisher verwendeten, invasiveren Techniken zur Abklärung von Refluxerkrankungen und Schluckstörungen durch die Echtzeit-MRT ersetzt werden können.

 

 

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