Gesundheitspolitik

Start des Projekts Horizon2020 Orchestra

07.12.2020 - Vernetzung von Kohorten in Europa zur raschen Informationsverbreitung im öffentlichen Gesundheitswesen sowie Impfstrategien zu COVID-19

Nach erfolgreicher Implementierung des „Nationalen Pandemie Kohorten Netzes“ (NAPKON) unter der Leitung der “Arbeitsgruppe Kohorten” von Univ.-Prof. Dr. Jörg Janne Vehreschild, werden die Uniklinik Köln und die Medizinische Fakultät auch am EU-weiten Projekt Orchestra teilhaben. Hierbei handelt es sich um ein dreijähriges internationales Forschungsprojekt zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie.

Noch nie zuvor bestand ein so dringender Bedarf an evidenzbasierten, innovativen und schnellen Lösungen für den Umgang mit gesundheitlichen und gesundheitsbezogenen Notfallsituationen. Mit dem Orchestra-Projekt soll diesem Bedarf durch die Schaffung einer neuen gesamteuropäischen Kohorte entsprochen werden, die auf bestehenden und neuen groß angelegten Bevölkerungskohorten in europäischen und außereuropäischen Ländern aufbaut. Das Projektbudget beläuft sich auf insgesamt ca. 20 Mio. €, die aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon2020 der Europäischen Union stammen.

Das aus der Untersuchung dieser Kohorten gewonnene Wissen wird die europäischen Strategien in Bezug auf folgende Themenfelder beeinflussen:

  • Wirksamer Schutz fragiler Populationen in Europa (z. B. Kinder, schwangere Frauen, ältere Menschen, Empfänger von Organtransplantaten, Alzheimer-Patienten, onkologische Patienten, Parkinson-Patienten, Patienten mit psychischen Erkrankungen, HIV-positive Probanden)
  • Reduzierung der Risiken für das Gesundheitspersonal
  • Behandlung der längerfristigen Folgen von COVID-19 für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Einzelnen
  • Analyse der Impfreaktion
  • Auswirkungen von Umweltfaktoren, sozioökonomischen Determinanten, Lebensstil- und Eingrenzungsmaßnahmen auf die Verbreitung von COVID-19

Die Arbeitspakete der Kölner Arbeitsgruppe im Orchestra-Projekt umfassen den Aufbau einer IT-Infrastruktur für die Kommunikation und Zusammenarbeit der beteiligten Arbeitsgruppen, die Darstellung und Vermittlung von Ergebnissen nicht nur an Ärzte und Wissenschaftler, sondern auch an Politik, Betroffene und die allgemeine Öffentlichkeit. Zudem ist eine Beteiligung an der Langzeitbeobachtung erkrankter Individuen geplant.

Prof. Vehreschild erklärt: „Mit Orchestra entsteht eine neue Art der wissenschaftlichen Zusammenarbeit in Europa. Das gemeinsame Ziel der Bekämpfung der COVID-Pandemie hat Schlüsselfiguren und -infrastrukturen quer durch Europa an einen Tisch gebracht, die gemeinsam daran arbeiten werden, Daten, Bioproben und Forschungsergebnisse sicher und schnell miteinander zu teilen. Hierdurch können wir schneller dazulernen, wie Therapien und Impfungen am besten eingesetzt und vulnerable Bevölkerungsgruppen geschützt werden können.”

Letztendlich bietet das Projekt nicht nur dringend benötigte Antworten auf die Coronavirus-Pandemie, sondern auch die Gelegenheit, Lehren aus der gegenwärtigen Krise zu ziehen, um besser auf neue und künftige Szenarien von ähnlichem Ausmaß und Auswirkung auf die öffentliche Gesundheit vorbereitet zu sein. An dem Projekt sind insgesamt 26 Partner aus 15 Ländern (Argentinien, Belgien, Brasilien, Kongo, Frankreich, Gabun, Deutschland, Indien, Italien, Luxemburg, Niederlande, Rumänien, Slowakei, Spanien, Venezuela, Kongo) beteiligt.

Kontakt

Uniklinik Köln

Joseph-Stelzmann-Str. 9
50931 Köln

+49 221 478 0
+49 221 478 4095

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