Gesundheitspolitik

Uniklinika Baden-Württemberg: Tarifverhandlungen drohen zu scheitern

19.04.2012 -

Die zweite Verhandlungsrunde für die vier Universitätsklinika in Baden-Württemberg (Freiburg, Heidelberg, Tübingen, Ulm) ist ohne Ergebnis abgebrochen worden. ver.di hatte zuvor ein Angebot der Arbeitgeber als „in keinster Weise verhandlungsfähig" abgelehnt. Ein daraufhin nachgebessertes zweites Angebot der Arbeitgeber wurde von der ver.di Verhandlungskommission ebenfalls als „deutlich zu gering" zurückgewiesen.

Das Angebot der Arbeitgeber liegt bei 2,5% Erhöhung der Vergütung ab 1. Juli 2012 sowie einer Einmalzahlung von 250 € für die Monate April bis Juni 2012 bei einer Laufzeit von 12 Monaten bis zum 31. März 2013. Aufgrund ihrer Verluste wurde für die Uniklinika Tübingen und Ulm gleichzeitig die tarifvertraglich mögliche Absenkung der Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) für 2012 von 88% auf 75% gefordert.

Demgegenüber liegen die Forderungen von ver.di für die rund 25.000 Beschäftigten bei einer Lohnerhöhung von 6,9% , mindestens jedoch 250 € vor. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen. Für die Auszubildenden fordert die Jugendtarifkommission 100 Euro Festbetrag pro Monat. Außerdem sollen alle Auszubildenden, unbefristet übernommen werden. Für die Gewerkschaftsmitglieder will ver.di ein volles 13. Monatsgehalt (bisher 88%) erreichen. Die Tarifverträge wurden zum 31. März 2012 gekündigt.

Die Verhandlungskommission von ver.di wird nun der Tarifkommission am 23. April empfehlen, das zweite Angebot abzulehnen, die Verhandlungen für gescheitert zu erklären und die Urabstimmung einzuleiten. ver.di bleibe aber, so Verhandlungsführer Günter Busch, jederzeit gesprächsbereit:
„Die Arbeitgeber haben jetzt noch genügend Zeit ihre Haltung zu überdenken."

ver.di zeigt sich zuversichtlich aufgrund der sehr guten Warnstreikbeteiligung am gestrigen Tag weiterhin für die Tarifziele mobilisieren zu können.

Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg und Verhandlungsführerin der Uniklinika in Stuttgart erklärte dazu: "Obwohl die Vergütung bereits heute mindestens 4% über den Vergütungen in vergleichbaren Kliniken liegt, haben wir ein Angebot unterbreitet, das an die Schmerzgrenze der finanziellen Belastbarkeit geht. Damit würden die Beschäftigten durchschnittlich 6,5% über der vergleichbaren branchenüblichen Vergütung liegen."

Sollte ver.di dennoch bereit sein, über das Angebot zu verhandeln, erklären die Uniklinika ihre unveränderte Bereitschaft, konstruktive Gespräche zu führen.

 

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