Aus den Kliniken

Universitätsklinikum Halle (Saale) ist Mitglied der „Initiative Qualitätsmedizin“

02.05.2011 -

Das Universitätsklinikum Halle (Saale) ist Mitglied der bundesweiten „Initiative Qualitätsmedizin" (IQM) geworden. Dieser Verbund an Krankenhäusern hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Behandlungsqualität der Patienten zu verbessern und die Behandlungsergebnisse einheitlich und vergleichbar zu veröffentlichen. „Den Patienten und Interessierten wird dadurch ermöglicht, durch eine größtmögliche Transparenz die Leistungen der Kliniken sowie deren Bemühungen zur Qualitätsverbesserung vergleichen zu können", sagte PD Dr. Thomas Klöss, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Halle (Saale).

Die vereinbarten Kriterien zur Veröffentlichung der Behandlungsergebnisse gehen weit über die gesetzlich geforderten Angaben hinaus. In der „Initiative Qualitätsmedizin" sind etwa 120 Krankenhäuser, darunter neun Universitätsklinika aus Deutschland vertreten, hinzu kommen zwei Universitätsspitäler aus der Schweiz. Diese Einrichtungen haben sich freiwillig zu dieser Form der Qualitätssicherung zusammengefunden. „Die Krankenhäuser unterschiedlicher Trägerschaft - vom Universitätsklinikum, über kommunale Einrichtungen bis hin zu privaten Kliniken - haben sich verpflichtet, ihre Ergebnisse intern und extern transparent zu veröffentlichen und sich extern bewerten zu lassen."

Die Mitgliedskliniken erhalten regelmäßig Mortalitätsstatistiken aus den vorhandenen Krankenhausdaten. Diese Übersicht stellt die Todesfälle der teilnehmenden Einrichtungen bei bestimmten Erkrankungen wie beispielsweise Schlaganfall, Pneumonie oder Herzinfarkt dar. Dieses Auswertungssystem ist kombiniert mit einem System des gegenseitigen Unterstützens und Lernens. „Dieses Lernen von den Besten - Peer Review genannt - funktioniert in der Praxis durch den gegenseitigen kollegialen Erfahrungsaustausch mit den Ärzten der beteiligten Kliniken über auffällige Behandlungsfälle", sagt Dr. Sabine Breuer, sie leitet das Qualitätsmanagement am Universitätsklinikum. Dieses Verfahren wird nach bestimmten Grundsätzen und Qualitätskriterien durchgeführt und erfordert entsprechend Schulungen der Peers nach dem Curriculum Ärztliches Peer Review. Die daraus resultierenden Erkenntnisse ermöglichen den Verantwortlichen vor Ort anschließend eine zielgenaue Vermeidung möglicher Qualitätsdefizite in den Prozessabläufen und eine Verbesserung der Ergebnisqualität. Dieses Verfahren sei auch von der Bundesärztekammer evaluiert worden. Ein Klinikdirektor des Universitätsklinikums sowie mehrere Oberärzte hat bis jetzt ihre Bereitschaft erklärt, an diesem Verfahren teilzunehmen.

Die Initiative Qualitätsmedizin" (IQM)

Führende Krankenhausträger haben sich 2008 zur „Initiative Qualitätsmedizin" (IQM) zusammen geschlossen. Die Initiative mit Sitz in Berlin besteht deutschlandweit und ist offen für alle Trägergruppen. Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich, in ihren derzeit insgesamt 120 Kliniken mit knapp 1,8 Million stationären und etwa 5,1 Million ambulanten Patienten drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse auf einer trägerübergreifenden Plattform und die Durchführung von „Peer-Review-Verfahren".

Qualitätssicherung auf Basis von Routinedaten

Das deutsche Fallpauschalensystem bietet die Möglichkeit, weitreichende Qualitätsinformationen aus den Abrechnungsdaten der Kliniken abzuleiten: Jede Leistung im Krankenhaus wird im Zuge der Abrechnung kodiert und in sog. ICD (International Classification of Diseases) bzw. OPS (Operationen- und Prozedurenschlüssel) abgebildet. Diese Routinedaten werden von den Kostenträgern überprüft, erfassen jeden behandelten Patienten und sind kurzfristig verfügbar. Die Qualitätsmessung über Qualitätsindikatoren auf Basis von Routinedaten bedeutet deshalb hohe Effizienz (kein zusätzlicher Dokumentationsaufwand in den Kliniken) und Objektivität (leichte Überprüfbarkeit).

Kontakt

Universitätsklinikum Halle (Saale)

Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)

+49 345 557 0
+49 345 557 2444

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