Aus den Kliniken

Universitätsklinikum Heidelberg führt neue Strukturen der Ethik-Beratung ein

20.10.2011 -

Das Universitätsklinikum Heidelberg hat seine Ethik-Beratung auf vier Säulen neu aufgestellt: Ein unabhängiger externer Ethikbeirat berät den Klinikumsvorstand bei schwierigen ethischen Fragen.

Das klinische Ethik-Komitee bietet den Ärzten und Pflegekräften sowie allen anderen Mitarbeitern des Klinikums eine professionelle Ethik-Beratung an. Die klinische Ethikberatungsstelle, die zum Institut für Geschichte der Medizin und Ethik der Medizin gehört, aber in der Klinik angesiedelt ist, arbeitet eng mit dem Komitee zusammen.

Auch Patienten und Angehörigen wird eine Beratung bei ethischen Problemen angeboten. Das Institut für Geschichte der Medizin und Ethik der Medizin koordiniert und supervisiert die Ethikberatung am Klinikum und begleitet die Arbeit wissenschaftlich. Darüber hinaus gibt es seit vielen Jahren die Ethik-Kommission, die sich um Forschung an Patienten kümmert und für die Zulassung von klinischen Studien zuständig ist.

"Hochleistungsmedizin braucht ethisches Fundament"

"Die Hochleistungsmedizin an einem Universitätsklinikum braucht ein ethisches Fundament und gut funktionierende Strukturen für die Beratung im klinischen Alltag", erklärt Professor Dr. J. Rüdiger Siewert, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg.

In den Grenzsituationen von Leben und Tod und durch die Möglichkeiten der Anwendung von maximaler Therapie komme es immer wieder zu schwierigen Konfliktsituationen, die juristische Konsequenzen haben könnten und die Öffentlichkeit erreichten. In diesen Fällen wird der Klinikumsvorstand künftig durch ein externes Gremium beraten. Ihm gehören ein ehemaliger Ärztlicher Direktor des Klinikums, ein Jurist, ein Theologe sowie ein Vertreter der Medien im Ruhestand an.

Während dieses Gremium nur in Krisenfällen hinzugezogen wird und selbst auf den Klinikumsvorstand zukommen kann, sind das Ethik-Komitee und die Ethikberatungsstelle kontinuierlich tätig.

Ihm gehören maximal 20 Ärzte, Pflegekräfte und Seelsorger aus verschiedenen Kliniken an sowie die klinische Ethikberaterin Dr. Beate Herrmann und Prof. Dr. Monika Bobbert, die Leiterin des Fachbereichs Medizinethik am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin. Das Komitee führt auf Anforderung Beratungen (Ethik-Konsile) auf Station durch und strebt gemeinsam mit den Mitarbeitern, Patienten und Angehörigen ethisch fundierte und tragfähige Lösungen an.

Entscheidung liegt beim Arzt / Ethikberatung unterstützt die Entscheidungsfindung

"Wir erarbeiten gemeinsam Empfehlungen, die von den Beteiligten mitgetragen werden", sagt Frau Professor Bobbert, die die Arbeit des Ethik-Komitees supervisiert. "Dies ersetzt aber nicht die Entscheidung des Arztes, der die letzte Verantwortung trägt, sondern unterstützt ihn in der Entscheidungsfindung." Das Ethik-Komitee geht aus dem seit 1998 bestehenden "Arbeitskreis Ethik-Konsil" hervor und blickt damit auf weitreichende Erfahrung im Umgang mit ethisch-klinischen Fragen zurück.

Qualitätssicherung,Wissenschaft und Lehre zu ethischen Fragen

Das Ethik-Komitee und die Beratungsstelle veranstalten zudem Fortbildungen für Klinikumsmitarbeiter und externe Interessenten zu aktuellen Fragen der Ethikberatung.

Für die wissenschaftliche Qualitätssicherung, Lehre bei den Medizinstudenten und die Forschung zu Fragen der klinischen Ethik ist das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin zuständig. "Es ist sehr wichtig, dass die Arbeit von Ethik-Komitee und Beirat in den wissenschaftlichen Kontext eingebunden sind", sagt Professor Dr. Wolfgang U. Eckart, Direktor des Instituts. Entscheidungen zu individuellen ethischen Konfliktfällen sollten auf der Basis ethischer Forschung diskutiert, getroffen und bewertet werden.

 

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