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Universitätsklinikum Mannheim setzt 3D-Bildgebungssystem erstmals in der Urologie ein

23.11.2011 -

Die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) will mit einer für die Urologie neuen Methodik zur radiologischen bildgebenden Darstellung von Organen des Harntraktes) minimal-invasive Eingriffe künftig zuverlässiger und sicherer durchführen als bisher.

Erstmals setzt die Klinik die 3D-Bildgebung mit einem radiologischen C-Bogen-System von Siemens Healthcare direkt im endourologischen Interventionsraum ein. Diese innovative Lösung wurde im Rahmen der Initiative Agenda 2013 des Sektors Healthcare entwickelt und gemeinsam mit der UMM voran getrieben.

In Kombination mit der Software Syngo DynaCT können unmittelbar während der Behandlung Weichteil-Schnittbilder erzeugt und daraus dreidimensionale Darstellungen rekonstruiert werden. Anhand der hochauflösenden Aufnahmen lässt sich der Erfolg einer Intervention sofort überprüfen.

Zweiteingriffe, die bei der Entfernung von Harn- oder Nierensteinen mitunter notwendig sind, können so vermieden werden. Das soll nicht nur Kosten sparen, sondern kann für die Patienten eine erhebliche Entlastung darstellen. Um das C-Bogen-System im Rahmen der Anwendung in der interventionellen Radiologie für urologische Applikationen nutzen zu können, hat Siemens das Gerätedesign in enger Abstimmung mit Prof. Maurice Stephan Michel, Direktor der Urologischen Universitätsklinik Mannheim, weiterentwickelt.

„Die verbesserte dreidimensionale Darstellung von Organen des Harntraktes und ihren Erkrankungen ist für uns Urologen sehr bedeutsam", sagte Prof. Maurice Stephan Michel von der Universitätsmedizin Mannheim. Dort wird das radiologische C-Bogen-System von Siemens erstmals für urologische Untersuchungen und Eingriffe eingesetzt.

Dabei handelt es sich um ein deckenmontiertes Gerät, dessen Behandlungstisch für die spezifischen Anforderungen der Urologie weiterentwickelt wurde. Die integrierte Bildgebungssoftware Syngo DynaCT liefert während der Interventionen 3D-Aufnahmen des Harntraktes in hoher Qualität.
Bei der Entfernung von Nieren- und Harnsteinen wurden bislang vor allem klassische statische Röntgenaufnahmen genutzt, um während des Eingriffs den Erfolg der Behandlung zu kontrollieren. Daher wurden Stein-Restbestände bislang mitunter erst bei einer Nachuntersuchung im Computertomografen festgestellt.

Werden Restbestände diagnostiziert, macht dies einen zweiten Eingriff erforderlich. Da die mit einem C-Bogen-System erzeugten dynamischen Bilder jedoch mehr Informationen beinhalten als die klassischen statischen Röntgenaufnahmen, bieten sich mit der neuen Methodik erweiterte Möglichkeiten.

„Durch den Einsatz des 3D-Bildgebungssystems während der Behandlung hoffen wir, dem Patienten eine weitere Intervention sowie einen längeren Krankenhausaufenthalt ersparen zu können", sagte Prof. Michel. „Gleichzeitig senken wir die Behandlungskosten." Rund 1.000 Harnstein-Behandlungen werden in Mannheim pro Jahr durchgeführt.

Über die interventionelle Harnstein-Therapie hinaus sehen die Mannheimer Urologen Potenzial für weitere Anwendungen des Systems, etwa bei Punktionen der Niere oder der Diagnostik und Behandlung von Tumoren des oberen Harntraktes. Durch eine Darstellung der umgebenden Weichteile unterstützt die 3D-Bildgebung den behandelnden Arzt bei der Navigation zum Zielorgan.

Er kann sich zudem besser auf anatomische Varianten von Harnleiter oder Niere einstellen und mithilfe des Flachdetektors in Kombination mit der C-Bogen-Technologie die beim Eingriff verwendeten Instrumente aus nahezu jedem Winkel sehen. Die Vorteile der 3D-Bildgebung sollen es dem Urologen ermöglichen, selbst komplexe Punktionen oder Tumorbehandlungen unter ständiger Bildkontrolle exakt und sicher durchzuführen. Das wiederum kann die Behandlungsqualität und die Sicherheit für den Patienten erhöhen. Die Einführung der interventionellen 3D-Bildgebung mit C-Bogen-System in der Urologie begleitet die UMM mit klinischen Studien.

 

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