Labor & Diagnostik

Welt-Sepsistag am 13.09.2022

12.09.2022 - Anlässlich des Welt-Sepsis-Tages ziehen die Paracelsus Kliniken eine erste Zwischenbilanz der vor sechs Monaten gestarteten internen Sepsis-Kampagne.

Mit rund 75.000 erfassten Todesfällen jährlich ist die Sepsis die dritthäufigste Todesursache in Deutschland – und viele Sterbefälle davon wären vermeidbar. Anlässlich des Welt-Sepsis-Tages am 13. September ziehen die Paracelsus Kliniken eine erste Zwischenbilanz der vor sechs Monaten gestarteten internen Sepsis-Kampagne. Ziel der Kampagne ist es, die Sterblichkeitsrate zu senken und die Behandlungsqualität zu verbessern.

„Wird eine Sepsis nicht frühgenug erkannt und sofort behandelt, kann sie zu Schock, Multiorganversagen und zum Tode führen. Ein fachgerechter Umgang mit der Sepsis lässt sich jedoch mit minimalen Stellschrauben verbessern und in der Folge Todesfälle vermeiden. Deshalb haben wir die Kampagne ins Leben gerufen. Denn Aufklärung und Sensibilisierung sind die besten Waffen gegen den Tod durch eine Sepsis“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Karolin Graf, die das Zentralinstitut für Krankenhaushygiene bei Paracelsus leitet.

Wissenschaftlich begleitet wird die Kampagne von Joachim Biniek, Assistenzarzt für Krankenhaushygiene und Mitinitiator der Kampagne. Er wertet parallel zur Kampagne die Daten zur Behandlung der Sepsis als Haupt- oder Nebendiagnose bei Paracelsus aus.

 Bilanz nach sechs Monaten Kampagne

Neben einem viel genutzten internen Infoportal rund um die Sepsis legte man innerhalb der Kampagne ein konzernweites Schulungsprogramm auf. Präsenz- und Onlineschulungen fanden für Beschäftigte aus Ärzteschaft und Hygiene quer durch alle Standorte statt. Fast alle hygienebeauftragen Ärzte erhielten eine Online-Schulung und anschließend umfängliches Material zur Weitergabe an den Klinikstandorten. „Unsere ärztlichen Kollegen aus der Hygiene sind unsere wertvollsten Multiplikatoren“, hebt Biniek die besondere Bedeutung der hygienebeauftragten Ärzte hervor. Zusätzlich wurden weitere 40 Fach- und Assistenzärzte in Präsenz geschult. Auch rund 100 Hygienebeauftragte Pflegekräfte erhielten die Schulung, insgesamt wurden seit Start der Kampagne also rund 200 Paracelsus-Beschäftigte geschult. Entwickelt wird derzeit eine praxisorientierte Fortbildungsveranstaltung, in der die Teilnehmenden die korrekte Abnahme, Aufbereitung und vor allen Dingen Auswertung von Blutkulturen bei Verdacht auf eine Sepsis erlernen. Auch die wissenschaftliche Auswertung ist bereits in vollem Gange: Daten von rund 600 Patienten, die im Zeitraum 2019 bis 2020 mit der Haupt- oder Nebendiagnose Sepsis oder Harnwegsinfekt behandelt wurden, werden aktuell ausgewertet.

Die multimodale Aufklärungskampagne, die in Fachkreisen national und international für Aufmerksamkeit gesorgt hat, geht nun in die zweite Runde. Ein im Kitteltaschenformat aufgelegtes Infoheft rund um die Sepsis und Aufklärungsposter erscheinen demnächst in zweiter Auflage. Die statistische Auswertung der Patientendaten ist in vollem Gange. Darauf aufbauend wird Joachim Bienik konkrete Handlungsempfehlungen für den Umgang mit der schwerwiegenden Erkrankung im Krankenhausalltag erarbeiten. „Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass die Kampagne nicht nur auf dem Berliner Hygienekongress im vergangenen Mai ausgezeichnet wurde, sondern dass Fachkollegen anderer Krankenhausträger den fachlichen Austausch mit uns suchen. Seit Corona hat die Krankenhaushygiene sehr an Bedeutung im Krankenhauswesen gewonnen. Umso wichtiger ist der Austausch mit möglichst vielen Akteuren. Denn Hygiene will Erkrankungen vermeiden. Eine große Aufgabe, die nur gemeinsam zu schultern ist“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Karolin Graf.

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