Zertifizierungssystem „EndoCert“ startet bundesweit

Um Komplikationen beim Gelenkersatz zu verhindern, ist ein hohes Maß an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung erforderlich. Deshalb hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (BVOU) ein Konzept zur Zertifizierung medizinischer Einrichtungen im Bereich des Gelenkersatzes entwickelt: das auf diesem Gebiet weltweit erste Zertifizierungssystem „EndoCert". Nach erfolgreicher Prüfung kommt es ab sofort bundesweit zum Einsatz. 100 Kliniken haben bereits ihr Interesse zur Zertifizierung bekundet. Auf dem Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) wird das Projekt eröffnet und auf der Vorab-Pressekonferenz am 19. Oktober erstmals vorgestellt.

Nach dreijähriger Vorbereitung und zwei Pilotphasen führen die DGOOC, die Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik und der BVOU das Zertifizierungssystem „EndoCert" nun flächendeckend in Deutschland ein. Ab sofort können sich bundesweit medizinische Einrichtungen zu sogenannten EndoProthetikZentren zertifizieren lassen. „Damit starten wir eine international einmalige Qualitätsoffensive in der Endoprothetik und hoffen, damit auch andere Länder zur Einführung eines solchen Systems zu motivieren", erklärt Prof Dr. med. Wolfram Mittelmeier, Präsident der DGOOC und Kongresspräsident DKOU 2012. Mehr als 100 operative Einrichtungen haben ihr Interesse zur Teilnahme bereits bekundet. Bis zu Beginn des DKOU werden 120 Fachexperten entsprechend den Anforderungen der DGOOC-Zertifizierungskommission geschult sein, sodass sie künftig die Einhaltung der Qualitätskriterien in den teilnehmenden Kliniken fachgerecht überprüfen können.

In Deutschland werden jährlich etwa 400 000 künstliche Hüft- und Kniegelenke implantiert. Bei erfolgreichem Eingriff erhalten viele Patienten nach Krankheit oder Unfall ihre Mobilität und Lebensqualität zurück. Auch aus gesundheitsökonomischer Sicht ist eine schnelle Genesung ohne Komplikationen bedeutsam. „Deshalb ist es besonders wichtig, dass gut ausgebildete, erfahrene Operateure diesen Einsatz verantworten und Kliniken über Versorgungsstrukturen verfügen, die dem Patienten eine optimale und sichere Versorgung vor, während und nach der Operation garantieren", betont Professor Dr.

med. Fritz Uwe Niethard, Generalsekretär der DGOOC. „Mit jeder sich anschließenden Einrichtung leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der Patientensicherheit, Behandlungsqualität und Effizienz in diesem Bereich."

 

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