Bauerfeind: Therapeutische Vorteile von Handorthesen

Modulare Orthesensysteme ermöglichen eine zielgerichtete Ruhigstellung, die therapiebegleitend variiert werden kann. Dadurch decken sie typische Indikationen der Hand in Akut- und Notfallsituationen und in der elektiven Behandlung ab. Dr. Hubert Klauser äußert sich zu den Vorteilen langer abrüstbarer Handorthesen von Bauerfeind, die zuverlässig stabilisieren und eine sichere Mobilisierung unterstützen.

Um Heilungsprozesse zu fördern und Immobilisationsschäden zu vermeiden, gilt es je nach Therapiestufe das richtige Verhältnis zwischen Ruhe und Beweglichkeit zu schaffen. Eine Option stellen lange abrüstbare Orthesen dar.

Dr. Hubert Klauser, Leiter des Hand- und Fußzentrums Berlin, führt dazu aus: „Modulare Orthesensysteme ermöglichen therapiebegleitend posttraumatisch und vor allem perioperativ eine detaillierte, zielgerichtete Ruhigstellung der Hand, wobei die Immobilisation stufenweise und stadienadaptiert unter Berücksichtigung funktioneller Gesichtspunkte erfolgt.“ Insbesondere lange Orthesen mit Möglichkeiten der Abrüstung erhöhen hier die Sicherheit der Versorgung. Sie stellen auch anteilig den Unterarm ruhig, überragen so z. B. bei distalen Radiusfrakturen oft weit die Bruchstelle, sodass „eine gefährliche Hebelwirkung nahezu ausgeschlossen ist“. Daraus ergibt sich laut Klauser mehr Spielraum für die frühe Mobilisierung, wobei der Zeitpunkt nicht allein vom Befund bestimmt wird, wie etwa dem Rückgang einer Schwellung, sondern natürlich auch von der Verlässlichkeit des Patienten. Doch generell tragen kürzere Ruhigstellungsphasen der oberen Extremität entscheidend dazu bei, dass Immobilisationsschäden verhindert werden können und „der Patient frühzeitiger in den Alltag, das Berufsleben und die sportliche Aktivität integriert wird“.

Der Spezialist verfügt über Fallerfahrungen mit der ManuLoc-Familie, einem Orthesensystem für die Hand des deutschen Herstellers Bauerfeind. Dieses System führt lange Orthesen, die mit 27 Zentimetern weit über den Unterarm reichen und Streck-, Beuge- und Drehbewegungen der Hand stärker einschränken. Das gewährt mehr Stabilität in der Therapie. Insgesamt vier lange Orthesen stehen zur Verfügung: ManuLoc long und ManuLoc Rhizo long sowie ManuLoc long Plus und ManuLoc Rhizo long Plus.

Die Varianten mit Rhizo im Namen haben eine abrüstbare Daumenfassung, die auch den Daumenstrahl ruhig stellt. Bei den Plus-Varianten fixiert eine abnehmbare Fingerauflage die dreigliedrigen Langfinger.

Die Bauerfeind-Orthesen basieren auf dem gleichen Konstruktionsprinzip: Drei lange anatomisch geformte Stäbe stabilisieren das Handgelenk in Funktionsstellung und Teile des Unterarms. Das Bewegungsausmaß wird dadurch zuverlässig eingeschränkt. Die Rhizo-Daumenfassung hält den Daumen über einen anformbaren Bügel in schonender Oppositionsstellung. Die Plus-Finger­auflage fixiert die Langfinger entweder in Neutralstellung oder in der sogenannten Intrinsic-Plus-Stellung. Dabei ruhen die Grundgelenke in 70- bis 90-Grad-Beugung, und die Mittel- und Endgelenke sind gestreckt. Das bringt den Kapselbandapparat unter Spannung und hilft Verkürzungen zu vermeiden, die zu Funktionsverlusten führen können.

Aufgrund ihres hohen Stabilisierungsgrads mit differenzierter Ruhigstellung decken die Orthesen typische Indikationen der Hand in Akut- und Notfallsituationen wie in der elektiven Behandlung ab. So eignen sich die langen Orthesen ohne Fingerauflage für die postoperative Nachsorge von Frakturen der Handwurzel, des Handgelenkes und des distalen Unterarms. Die langen Orthesen mit Fingerauflage empfehlen sich vor allem für die posttraumatische und perioperative Verwendung – z. B. bei Distorsionen oder Kontusionen der Hand oder bei Kombinationsfrakturen der Hand, Mittelhand und des Unterarms. Bei einem schweren Karpaltunnelsyndrom kommen sie zusätzlich als Nachtlagerungsschiene infrage und bieten entsprechende Ruhe für die Hand.

Das Größensystem bildet Umfänge von 12 bis 26 Zentimetern ab. Großflächige Klettverschlüsse sorgen dafür, dass die Orthesen einfach und mit einer Hand an- und abgelegt werden können. Das vereinfacht die Wundkontrolle, Maßnahmen wie Physio- oder Ergotherapie und den täglichen Gebrauch durch den Patienten.

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