Therapierefraktäre Wunden: „Dechronifizierung“ durch neuartigen Behandlungsansatz

  • Polystyrol-Mikrosphären (NPM) aktivieren Makrophagen, Fibroblasten, Endothelzellen und Keratinozyten und stimulieren dadurch die Freisetzung von Wachstumsfaktoren, die Kollagensynthese, die Angiogenese und die Epithelisierung (Abb.: Teva Pharma).Polystyrol-Mikrosphären (NPM) aktivieren Makrophagen, Fibroblasten, Endothelzellen und Keratinozyten und stimulieren dadurch die Freisetzung von Wachstumsfaktoren, die Kollagensynthese, die Angiogenese und die Epithelisierung (Abb.: Teva Pharma).
  • Polystyrol-Mikrosphären (NPM) aktivieren Makrophagen, Fibroblasten, Endothelzellen und Keratinozyten und stimulieren dadurch die Freisetzung von Wachstumsfaktoren, die Kollagensynthese, die Angiogenese und die Epithelisierung (Abb.: Teva Pharma).
  • Eine seit acht Monaten bestehende Wunde nach Amputation wegen eines diabtischen Fußsyndroms zeigt trotz intensiver Behandlung keine Besserung. Durch Dechronifizierung mit PolyHeal lässt sich ein nahezu vollständiger Verschluss erreichen.

Therapierefraktäre Wunden stellen ein weitverbreitetes Problem dar: Viele Wunden widersetzen sich hartnäckig allen therapeutischen Bemühungen, oft über Monate oder gar Jahre hinweg. Mit dem Medizinprodukt PolyHeal steht nun eine neue Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung, mit der sich in solchen Fällen die Chance auf Heilung vergrößern lässt.

Die zumeist langwierige Behandlung chronischer Wunden stellt in therapeutischer wie auch ökonomischer Hinsicht nach wie vor eine große Herausforderung dar. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um echte Problemwunden mit frei liegenden Knochen, Sehnen oder Bändern handelt.

Mit PolyHeal, das als Medizinprodukt in Israel und Europa zugelassen ist, stehe nun jedoch eine neuartige topische Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung, die es ermögliche, therapierefraktäre chronische Wunden, gleich welcher Ätiologie, in aktive Wunden zu überführen und somit zu dechronifizieren, erläuterte Prof. Thomas Ruzicka, Klinikum der Universität München, Campus Innenstadt im Rahmen einer Launch-Pressekonferenz des Unternehmens Teva in München.

Diese Wirkung schreibt der Experte vor allem den besonderen biophysikalischen Eigenschaften der 5 µm großen, nicht biologisch abbaubaren Polystyrol-Mikrosphären (NPM) zu, die in einer serumfreien Nährlösung suspendiert sind. „Diese Kügelchen dienen als zusätzliche Oberfläche für die Anhaftung von Zellen und ermöglichen so eine Anregung der Proliferation und Migration von an der Wundheilung beteiligten Zellen, erläuterte Ruzicka.

Mobilisierung der körpereigenen Ressourcen

Die Wundheilung selbst ist stark abhängig vom geordneten Ablauf der Interaktionen zwischen den einzelnen biologischen, biochemischen und immunologischen Prozessen. In chronischen Wunden komme es jedoch zu einem biochemischen Ungleichgewicht, was zu einer Entgleisung des Entzündungsprozesses führe, erläuterte Dr. Hanna Kaufman, Wound Healing Unit, Maccabi Healthcare Services, Haifa (Israel). Die Suspension, die nach dem Débridement direkt auf die gereinigte Wunde aufgeträufelt und mit konventionellem Verbandmaterial abgedeckt wird, verändert deren Mikromilieu, reaktiviert auf diese Weise den physiologischen Heilungsprozess und stellt gleichzeitig durch Verminderung der proentzündlichen Faktoren das inflammatorische Gleichgewicht im Wundbereich wieder her.

„Das therapeutische Konzept von PolyHeal basiert darauf, die körpereigenen Zellen dazu zu bringen, ihre normale physiologische Funktion im Heilungsverlauf wieder aufzunehmen und das geschädigte Gewebe zu ersetzen", betonte Kaufman.

Wie sie berichtete, haben Tierversuche und In-vitro-Experimente gezeigt, dass PolyHeal zur Einwanderung von Makrophagen in das Wundgebiet führt, die Gefäßneubildung und die Kollagensynthese in der Wunde anregt und eine Aktivierung der Genexpression in Monozyten, Makrophagen und Fibroblasten bewirkt. Darüber hinaus kommt es zu einem Anstieg der Konzentrationen von Kollagen, Zytokinen und Wachstumsfaktoren.

Studie belegt bessere und raschere Granulation

Die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit der neuen Therapieoption konnte unter anderem in einer prospektiven, doppelblinden, randomisiert-kontrollierten Studie mit 58 Patienten mit therapierefraktären chronischen Wunden nachgewiesen werden. Ihre Therapie wurde über einen Zeitraum von vier Wochen entweder mit PolyHeal oder Kochsalzlösung durchgeführt. Im Anschluss daran erhielten alle eine Standardtherapie über acht Wochen. Im Vergleich zur Kochsalzlösung führte PolyHeal zu einer signifikant besseren Granulationsrate.

Außerdem wurde der primäre Endpunkt 75% Granulation etwa zehn Tage früher erreicht als in der Vergleichsgruppe, ein Unterschied, der nicht signifikant, aber klinisch relevant war. Nach der vierwöchigen aktiven Behandlungsphase hatte zudem die relative Wundgröße bei den mit PolyHeal behandelten Patienten signifikant stärker abgenommen. Am Ende der zwölfwöchigen Studie waren in dieser Gruppe 34,4%, in der NaCl-Gruppe dagegen nur 19,2% der Wunden komplett verschlossen.

Dass sich mit der Suspension selbst bei frei liegenden Knochen oder Sehnen die Wundheilung verbessern lässt, hat sich in einer Subgruppe gezeigt. Innerhalb der zwölf Behandlungswochen hatten sich in der PolyHeal-Gruppe vier von sieben solcher Wunden geschlossen, in der NaCl-Gruppe dagegen keine.

Das Medizinprodukt PolyHeal, das in einer 15-ml-Flasche verfügbar ist, wird zweimal täglich über einen Zeitraum von vier Wochen auf die Wunde aufgetragen. Kaufman betonte, dass die Dechronifizierung ein Baustein im modernen Wundmanagement darstelle. Zeige sich nach vier Wochen eine ausreichende Granulation, könne mit einer geeigneten Standardtherapie weiterbehandelt werden.

 

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