Patientenfreundliche Hochfrequenz-Sonografie

  • Ganglion im Bereich des Finger Ringbandes Foto: S.KlugeGanglion im Bereich des Finger Ringbandes Foto: S.Kluge
  • Ganglion im Bereich des Finger Ringbandes Foto: S.Kluge
  • Intelligent Dynamic Microslice (iDMS)

Die Einsatzbereiche der Hochfrequenz-Sonografie für den Bewegungsapparat, Rheumatologie und für die Nervensonografie sind vielfältig – ein Überblick!

Bei der Untersuchung des Muskel- und Skelettsystems werden sowohl strukturelle Defizite als auch funktionelle Beeinträchtigungen diagnostiziert und beurteilt. In den vergangenen Jahren hat sich die MRT-Bildgebung aufgrund verbesserter Algorithmen und höherer Magnetisierung zunehmend für die Untersuchung des Weichteilgewebes am Bewegungsapparat etabliert. Für das Skelettsystem und die Gelenke werden nach wie vor Röntgen- und CT-Untersuchungen durchgeführt. Aber auch die im Vergleich kostengünstigere Sonografie hat sich enorm weiterentwickelt und ist durch neue Schallkopftechnologien hochinteressant für die Untersuchung des Bewegungsapparates geworden.

Ein Meilenstein in der Entwicklung der letzten Jahre sind die Active-Matrix-Array-Sonden, mit denen eine faszinierende Ortsauflösung in allen Tiefenbereichen erzielt werden kann. Dabei werden nicht nur die lateral nebeneinanderliegenden Kristallelemente zur Fokussierung herangezogen, sondern auch aktiv mehrere Kristallreihen in der Schichtdickenebene.

Somit kann man buchstäblich dreidimensional fokussieren. Mit diesen Sonden lassen sich feine Strukturen wie Muskelfiederungen und Nervenbahnen in höchster Auflösung darstellen. Canon Medical Systems hat mittlerweile über zehn Active-Matrix-Sonden im Portfolio. Ein Novum sind auch die Hochfrequenzsonden bei Canon. Diese stehen in Frequenzbereichen von 17–33 MHz zur Verfügung und weisen verschiedene Bauformen – von Hockeystick bis Linear – auf, um für die unterschiedlichen Applikationen an oberflächennahen Strukturen wie Haut, Hand, Gelenken, sowie Nervenstrukturveränderungen und Karpaltunneleinengungen detailgenaue Abbildungen zu liefern. Für die motorische und funktionelle Diagnostik des Bewegungsapparates eignet sich der Ultraschall als patientenfreundliche Methode in besonderer Weise.

Im Gegensatz zum standardisierten MRT-Verfahren liefert die Sonografie des Muskel-Skelett-Systems weitaus höheren Ortsauflösungen mit den Hochfrequenzsonden und bietet gleichzeitig die Möglichkeit einer dynamischen Beurteilung.

Somit ist die Sonografie im Bereich der Sport-Orthopädie von besonderer Bedeutung, da funktionelle Störungen in Echtzeit visualisiert werden und Muskelreizungen bereits sehr frühzeitig detektiert werden können. Die feine B-Bild-Auflösung im Submillimeterbereich kann strukturelle Veränderungen an Muskeln und Sehnen sofort erkennen. Das hochsensitive Superb-Micro-Vascular-Imaging-Verfahren detektiert darüber hinaus bereits kleinste Entzündungsreaktionen im Muskel, sodass durch entsprechende Therapiemaßnahmen weitere Verletzungen bei Hochleistungssportlern vermieden werden können. Viele Europäische Spitzenvereine sowie einige deutsche Bundesligavereine setzen auf die High-End-Technik von Canon Medical Systems.

Einsatzbereich in der Rheumatologie

Die Intelligent-Dynamic-Microslice-Technik (iDMS) in Kombination mit den Active-Matrix-Array-Schallsonden erzeugt sehr scharf fokussierte Darstellungen mit hoher räumlicher Auflösung. Das ist besonders im Gelenkbereich sehr wichtig, um das Ausmaß von Gelenk-, Gelenkkapsel- und Sehnenentzündungen genau beurteilen zu können. Auch bei der Diagnostik von rheumatisch bedingten Gefäßentzündungen der Temporalarterien ist eine hohe Ortsauflösung extrem wichtig. Bei einem Gefäßdurchmesser von nur wenigen Millimetern beträgt die Intima-Media-Dicke dieser Gefäße nur maximal 0,4 mm. Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Hartung vom Asklepios Klinikum Bad Abbach, Klinik und Poliklinik für Rheumatologie, Klinische Immunologie, erklärt: „Hier ist die exzellente Auflösung von großem Vorteil und erleichtert die Diagnostik früher entzündlicher Veränderungen, wodurch in der Hand eines erfahrenen Untersuchers auf eine Biopsie regelhaft verzichtet werden kann. Die frühzeitige Diagnose der Entzündung dieser Gefäße ist obligat, um die gefürchtete Komplikation einer Erblindung zu verhindern.“

Canon hat einen Doppler-Algorithmus entwickelt, der die mikrovaskuläre Versorgung einer Region sehr spezifisch darstellen kann. Dieses Superb Micro-Vascular Imaging (SMI) zur kontrastmittelfreien Untersuchung von Mikrogefäßen bietet Einblicke, die ansonsten schwer oder gar nicht möglich sind. Entzündliche Gelenkveränderungen wie z. B. eine „Synovialitis“ lassen sich mit dem Sonografiegerät von Canon Medical perfekt darstellen. Durch die Quantifizierung der synovialen Durchblutung können entzündliche Gelenkveränderungen diagnostiziert und die Aktivität der Erkrankung eingeschätzt werden. Das Ansprechen von Medikamenten, wie sie beispielsweise bei der Rheumathoiden Arthritis verabreicht werden, kann so überwacht werden und ggf. eine Dosisanpassung erfolgen. Spezifische Veränderungen der Knorpeloberfläche erlauben zusätzliche Rückschlüsse auf begleitende Kristallablagerungserkrankungen wie z. B. die Gicht oder Pseudogicht. „Durch die Anwendung der hochauflösenden Sonografie in der klinischen Routine ist die MRT für die Frühdia­gnose der Rheumatoiden Arthritis, der häufigsten entzündlich rheumatischen Gelenkerkrankung, so gut wie immer entbehrlich“, legt Dr. Hartung dar.

Einsatzbereich in der ­Handchirurgie

Die Spezialgebiete von Dr. Sebastian Kluge, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie der Handchirurgie Seefeld, Zürich, sind posttraumatische Veränderungen wie Speichen-, Handgelenk- und Fingerfrakturen, Kompressionsneuropathien sowie arthrotische Veränderungen der Hand und des Handgelenks – einschließlich deren Gelenkersatz und Versteifungen. „Das Spektrum an Problemursachen und die zur Verfügung stehende Palette an Behandlungsmöglichkeiten sind immens“, erklärt der Mediziner und ergänzt: „Insofern müssen unterschiedliche Verdachtsdiagnosen äußerst genau voneinander abgegrenzt und Behandlungen genauestens geplant und durchgeführt werden.“ Die genaue Zuordnung und Lokalisation von Befunden ist vor allem vor Operationen (präoperativ) äußerst hilfreich, da Zusatzuntersuchungen reduziert, operative Explorationen unklarer Situationen vermieden und das Zugangstrauma minimiert werden können. Bei entzündlichen, degenerativen und traumatischen Veränderungen kann die Sonografie so die Entscheidungsfindung zwischen konservativem und operativem Vorgehen lenken.

Denn während die Sonografie bislang mit Schallfrequenzen zwischen 15 MHz und 18 MHz durchgeführt wurde, bietet Canon Medical bereits Active-Matrix-Technologie in ultrahochfrequenten 24 MHz und 33 MHz an. „Die sich hieraus ergebende Steigerung der Ortsauflösung erlaubt dem Untersucher in vielen Fragestellungen den sehr wesentlichen Schritt von einer Verdachtsdiagnose zur absoluten diagnostischen Sicherheit.“ Insbesondere bei der Diagnose von Nervenschmerzen hat der hochauflösenden Nervenultraschall zu einem medizinischen Durchbruch geführt, womit viele Nervenerkrankungen früher, exakter und schmerzfrei diagnostiziert werden können. Neben Kompressionsneuropathien lassen sich traumatische Nervenläsionen sowie Raumforderungen im peripheren Nervensystem genauestens eruieren. Auch die Präzision sonografisch gezielter Interventionen und Therapien bei Engpasssyndromen wie z. B. dem Karpaltunnelsyndrom steigt.

Die extrem hohe Auflösung des Sonografiesystems leistet auch bei anderen ultraschallgesteuerten Interventionen wertvolle Unterstützung: Eine in der Handchirurgie sehr häufige Indikation sei die Tendovaginitis stenosans. Bei diesem „Missverhältnis“ zwischen Ringbandweite und Beugesehnendicke, das zu einem Schnappen des betroffenen Fingers führen kann, ist eine Kortison-Behandlung auch ul­traschallunterstützt möglich. Das Resultat: eine geringere Nebenwirkungsrate durch ein genaues Platzieren der Nadel am Entzündungsherd. Wesentlich zum Tragen kommt die Methode aber erst bei differenzierten Interventionen wie z. B. okkulten Handgelenkganglien, die sonografisch gesteuert „zerstört“ werden können und so in vielen Fällen auch ohne operativen Eingriff eine dauerhafte Beschwerdefreiheit erreicht werden kann. „Die hohe Auflösung erlaubt in diesen speziellen Fällen auch eine gezielte ultraschallgesteuerte Anästhesie des die Handgelenkkapsel versorgenden Nerven, die diesen Eingriff zu einer schmerzfreien Intervention macht“, betont Dr. Kluge.

Einsatzbereich Anästhesie & Schmerztherapie

Die Einsatzgebiete aus der Anästhesie & Schmerztherapie kommentiert Dr. Karsten Pracht, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin Schmerztherapie und Palliativmedizin, Sana Kliniken Leipziger Land: „Wir führen sonografisch-gesteuerte Interventio­nen am peripheren Nervensystem durch. Neben der inzwischen routinemäßigen Anwendung des Ultraschalls im Rahmen der perioperativen Blockade von Nerven findet der Ultraschall insbesondere in der interventionellen Schmerztherapie Anwendung. Dabei hat die Sonografie insbesondere bei neuropathischen Schmerzen einen wachsenden Stellenwert hinsichtlich der Abklärung von pathologischen Veränderungen an Nerven. Bisher sind interventionelle Eingriffe beispielsweise an Fasettengelenken oder Iliosacralgelenken unter Anwendung ionisierender Verfahren wie z. B. unter CT-Kontrolle durchgeführt worden. Mittlerweile gelingen solche Eingriffe auch Sonografie-gesteuert ohne qualitative Einbußen.

Ein weiteres Feld auf dem Gebiet der Schmerztherapie stellen die diagnostischen – und bei kritischer Indikationsstellung therapeutischen – Blockaden an peripheren Nerven dar. Ebenfalls ultraschallgestützt erfolgt die Anlage von Nervenstimulatoren an peripheren Nerven (PNS) für Patienten mit neuropathischen Schmerzen. Diese sehr speziellen und hoch spezialisierten Untersuchungen stellen in besonderer Weise hohe Anforderungen an das Ultraschallgerät. Insbesondere eine hochauflösende exzellente B-Bildtechnik unter Verwendung moderner Active-Matrix-Array-Technologie wie z.B. bei Verwendung des Aplio i900 stellen für uns eine unabdingbare Voraussetzung für die Realisierung dieser Verfahren dar.

 

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